Multisystematrophie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Bei Multisystematrophie handelt es sich um eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems, in dessen Folge in bestimmten Regionen des Gehirns Zellen absterben. Aufgrund der absterbenden Zellen ergeben sich unterschiedliche Symptome und Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Multisystematrophie?

Die Multisystematrophie (MSA) ist eine relativ selten auftretende Erkrankung. Mittlerweile umfasst der Begriff Multisystematrophie mehrere Krankheiten, die zuvor als eigenständig vermutet wurden. Zu diesen gehört beispielsweise das Shy-Drager-Syndrom oder die Striatonigrale Degeneration. Im Laufe des Abbaus der Gehirnzellen werden unterschiedliche Bereiche stark eingeschränkt.

Die entstehenden Symptome verlagern sich vermehrt auf das autonome Nervensystem und die motorischen Funktionen des Körpers. MSA ist eine neurologische Erkrankung, die Parkinson in einigen Aspekten ähnelt. Eine Differenzierung kann meistens nur von einem Neurologen getroffen werden.

Besonders häufig betroffen sind Menschen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Bisher ist es laut Behörden noch zu keinem Fall gekommen, in dem eine Person unter 30 Jahren an MSA erkrankt ist. Die Diagnose MSA führt nach einigen Jahren zum Tod.

Ursachen

Bis heute ist es Forschern nicht gelungen, herauszufinden, wie genau Multisystematrophie entsteht und welche Faktoren dabei nachweislich eine Rolle spielen. Desweiteren wurden keine Umwelteinflüsse identifiziert, die bei der Entwicklung der Erkankung einen Teil der Verantwortung tragen könnten. Somit lässt sich also nicht konkret sagen, warum jemand an MSA leidet. Als unterstützend werden MRT und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) angesehen.

Meistens lässt sich aber erst durch die Untersuchung von Laborbefunden eine genaue Zuteilung realisieren. Diese sind jedoch erst dann möglich, wenn der Patient verstorben ist, durch die gezielte Untersuchung des Gehirns. Im Rahmen der Forschung ist das Auftreten von Alpha-Synuclein-positiven Einschlusskörperchen in bestimmten Regionen des Gehirns als charakteristisch für MSA herausgestellt worden. Bei diesen handelt es sich um Proteine. Typisch für die Krankheit ist auch der Abbau von Zellen in bestimmten Bereichen des Gehirns, durch welche die Symptome ausgelöst werden. Die Schädigung der Zellen verläuft in den meisten Fällen relativ zügig.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Multisystematrophie:

Das Erscheinungsbild von MSA setzt sich aus einer Vielzahl von Aspekten zusammen, weshalb die Diagnose manchmal komplex ausfallen kann. Neben psychischen Symptomen wie Depressionen, Müdigkeit, Persönlichkeitsänderung und innerer Unruhe, treten auch Spachstörungen, Schluckbeschwerden, Gefühlsstörungen, Lähmungen, Koordinationsstörungen, Demenz, Zittern, Muskelschwäche und Verspannungen auf.

Aufgrund der Vielzahl an teilweise sehr unterschiedlichen Symptomen, wird MSA auch in einen P-Typen, welcher die Parkinsonsymptome beinhaltet und einem C-Typen differenziert. Bei dem C-Typen treten Beschwerden auf, die sich auf das Kleinhirn zurückführen lassen. Zu diesen gehören beispielsweise Koordinations- und Sprachstörungen.

Von 100.000 Menschen erkranken ungefähr 4,4 an MSA, wobei Männer geringfügig häufiger betroffen sind. Die Prognose ist in den meisten Fällen schlecht und beträgt eine Lebenserwartung von etwa neun Jahren. Nach 5 bis 6 Jahren sind die meisten Patienten auf einen Rollstuhl angewiesen. Als häufigste Todesursache in Folge von MSA wird eine Lungenentzündung aufgrund einer nicht mehr vorhandenen Bewegungsfähigkeit angesehen.

Diagnose

Weil die Symptome so unterschiedlich sind, ist die Anamnese im Rahmen der Diagnose besonders wichtig. Bei einer Kombination von Parkinsonsymptomen und Bewegungsstörungen ist die Existenz von MSA wahrscheinlich. Weil jedoch keine genetische oder biochemische Beweise oder ähnliches bestehen, auf die sich MSA zurückführen lässt, handelt es sich bei der Diagnose lediglich um eine Annahme und keine medizinisch nachweisbare Tatsache. Für eine endgültige Diagnose ist die Autopsie notwendig.

Behandlung und Therapie

Es ist bisher weder möglich, MSA zu heilen, noch den Abbauprozess zu verlangsamen. Im Mittelpunkt der Therapie stehen deshalb unterschiedliche Maßnahmen, die darauf abzielen, die existierenden Symptome zu lindern und somit die Lebensqualität des Betroffenen zu stabilisieren. Auftretende Parkinson-Beschwerden werden auch mit Medikamenten therapiert, welche bei der Krankheit Anwendung finden.

Die Wirkung ist jedoch auf einen Teil der Patienten beschränkt. Treten Beschwerden während des Schluckens und Sprechens auf, helfen Logopäden weiter, Medikamente existieren für solch einen Fall nicht. Sind die Symptome so weit fortgeschritten, dass Betroffene ihre Sprachfähigkeit verlieren, können Sprachcomputer die Kommunikation weiterhin ermöglichen.

Die durch MSA ausgelösten Bewegungsstörungen können bisher nicht durch Medikamente behandelt werden. Stattdessen zielt die Therapie auf regelmäßige Bewegung ab. Je nach Zustand des Patienten sollte hier ein Physiotherapeut dem Betroffenen zur Seite stehen.

Weitere Beschwerden wie ein hoher Blutdruck oder Blasenentleerungs-Störungen können systematisch therapiert werden. Ein hoher Blutdruck wird meistens durch eine genügende Flüssigkeitszufuhr, die Anwendung von Stützstrümpfen und kleinere, vermehrt eingenommene Mahlzeiten reguliert. Helfen diese Maßnahmen nicht, kann auch zu Medikamenten gegriffen werden. Durch diese ist es ebenfalls möglich, Blasenentleerungs-Störungen zu behandeln, ihre Wirkung erweist sich jedoch in vielen Fällen als unzureichend.

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Vorbeugung

Weil Ursachen und genaue Entstehung von MSA noch unerforscht sind, ist es dementsprechend nicht möglich, die Krankheit effektiv vorzubeugen. Betroffene sollten auf eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung und der Aufnahme aller essenziellen Vitamine, Nährstoffe und Mineralien achten. Nikotin und Alkohol sorgen defintiv für eine Verschlechterung der Symptome, weshalb es ratsam ist, auf diese komplett zu verzichten.

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