Morbus Paget

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Die Knochenstoffwechselstörung Morbus Paget ist eine seltene Erkrankung, bei welcher die Knochendichte ansteigt. Die Ursachen, weshalb Morbus Paget auftritt, sind unbekannt. Viele Forscher vermuten jedoch eine Virusinfektion, die mitunter der Auslöser sein könnte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Paget?

Morbus Paget beschreibt eine Störung des Knochenstoffwechsels. Die Krankheit, welche auch unter den Begriffen Osteodystrophia deformans Paget, Knochendystrophie oder auch Ostitis deformans Paget bekannt ist, sorgt dafür, dass mehr Knochengewebe angebaut als im Endeffekt abgebaut wird.

In weiterer Folge entsteht eine extreme Zunahme der Knochendichte. In vielen Fällen ist nur ein Knochen von der Störung betroffen; es gibt jedoch auch Fälle, in denen mehrere Knochen von Morbus Paget betroffen sind. Vorwiegend sind das Becken, die Schädelknochen sowie auch die Wirbelsäule bzw. die Ober- und auch Unterschenkelknochen befallen. Charakteristisch sind Deformierungen der betroffenen Knochen. Die Erkrankung, welche vorwiegend bei Männern ab dem 40. Lebensjahr auftritt, ist nicht heilbar. Die Mediziner versuchen im Endeffekt – bei ihrer Behandlung – die Symptome zu lindern bzw. den Verlauf positiv zu begünstigen.

Ursachen

Die Ursache, weshalb Morbus Paget entsteht, sind unbekannt. Es gibt sehr wohl die Meinung, dass mitunter ein Virusinfekt der Auslöser sein könnte. So entdeckten Wissenschaftler dementsprechende Zellen, welche eine Virusstruktur aufweisen und mitunter als Auslöser für Mobus Paget gelten. Vorwiegend tritt Morbus Paget bei Männern auf, welche das 40. Lebensjahr bereits überschritten haben. Die Krankheit breitet sich jedoch niemals auf das gesamte Skelett im Körper aus. Rund 3 Prozent der gesamten Bevölkerung, welche zwischen 40 und 90 Jahre alt sind, leiden unter der eher seltenen Morbus Paget-Krankheit.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Morbus Paget:

Vorwiegend klagen die Patienten über Rückenschmerzen, Schmerzen im Becken sowie auch über eine deutliche und sichtliche Zunahme des Schädelumfangs. Klassische Symptome sind mitunter vermehrte Knochenbrüche sowie auch Spontanfrakturen. Ebenfalls treten - nach den Frakturen - vermehrt Knochenheilungsstörungen auf. Zu Beginn der Krankheit handelt es sich um eine erhöhte Aktivität im Bereich der Knochenabbauzellen. Das bedeutet, dass - vergleichbar mit Osteoporose - die Knochenmasse weniger wird.

In weiterer Folge tritt jedoch eine Neubildung von Knochengewebe auf. Diese Neubildung sorgt dafür, dass die Knochendichte ansteigt; die neugebildete Knochenmasse ist zwar hart, ist aber auch dadurch gekennzeichnet, dass sie sehr brüchig ist. Aus diesem Grund sind Spontanfrakturen (Brüche, welche durch eine geringe Belastung ausgelöst werden) keine Seltenheit. Auch wenn der Knochen selbst an Dicke und Umfang gewinnt, so verliert er an Gewicht. Ebenfalls verliert er an der Belastungsfähigkeit; dies ist ebenfalls ein Grund für die möglichen Spontanfrakturen.

Diagnose

Der Mediziner stellt auf Grund des Röntgenbildes die Diagnose. Hier erkennt der Mediziner die grobsträhnigen Knochenumbaubereiche. Eine weitere Möglichkeit ist die Knochendichtemessung. Auch eine Labordiagnostik kann einen Aufschluss darüber geben, ob der Patient an Morbus Paget erkrankt ist. Vorwiegend weist das Blutbild eine deutliche Erhöhung der alkalischen Phosphatase auf. Ebenfalls ist der Kalziumspiegel erhöht. Wichtig ist, dass andere Erkrankungen (etwa Knochenkrebs, Osteoporose) ausgeschlossen werden, bevor der Mediziner die Diagnose Morbus Paget stellt. Nach der Diagnose richtet sich die Behandlung und Therapie vorwiegend auf die Symptome; Morbus Paget ist unheilbar.

Behandlung und Therapie

In erster Linie befasst sich die Therapie und Behandlung in den Bereichen der Schmerzlinderung und den positiven Verlauf der Erkrankung. Ebenfalls ist es wichtig, dass fortschreitende Deformierungen der Knochen bzw. des Skeletts verhindert werden. Liegen keine Deformierungen vor, ist auch keine weitere Behandlung notwendig. Jedoch muss der Patient in regelmäßigen Abständen zu ärztlichen Kontrollen; schlussendlich können auch Deformierungen im Laufe der Erkrankung auftreten.

Die Schmerzen selbst werden durch abschwellende wie schmerzstillende Mittel gelindert. Der Mediziner verordnet des Weiteren Calcitonin. Dieses Mittel sorgt dafür, dass die Knochen brechen bzw. spröde werden. Des Weiteren kann ein Stützapparat angepasst werden. In vielen Fällen können auch künstliche Gelenke (sogenannte Endoprothesen) dafür sorgen, dass die Schmerzen gelindert werden bzw. das Knochengerüst verstärkt wird.

Liegt ein Befall des Schädelknochens vor, ist oftmals ein neurochirurgischer Eingriff notwendig. Dies deshalb, weil durch die Zunahme des Umfangs der Hirnnerv eingeklemmt werden könnte. Beim Befall der Wirbelsäule muss ein Stützkorsett angelegt werden. Liegen bereits starke Deformierungen vor, kann eine Operation für eine Entlastung sorgen. Morbus Paget ist unheilbar; eine direkte Heilung und Therapie der Grunderkrankung gibt es daher nicht. Vielmehr sorgen die Ärzte bei ihren Behandlungen dafür, dass etwaige Symptome gelindert werden bzw. der Verlauf der Krankheit positiv begünstigt wird.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für Morbus Paget noch nicht zu 100 Prozent bekannt sind, kann die Erkrankung auch nicht vorgebeugt werden. Jedoch sollten bei den ersten Anzeichen ein Arzt aufgesucht werden; je früher die Symptome gelindert bzw. behandelt werden, desto günstiger ist auch der Verlauf der Krankheit. Vor allem bei Deformierungen ist es wichtig, dass relativ schnell reagiert wird. Bemerkt der Patient eine Zunahme des Schädelumfangs, muss ebenfalls eine rasche Behandlung durch den Mediziner erfolgen.

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