Morbus Bechterew (Bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Januar 2015
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Morbus Bechterew (Bechterewsche Krankheit, Spondylitis ankylosans) ist eine Erkrankung, die dem chronischen, entzündlich-rheumatischen Erkrankungskreis zugeordnet wird. Kennzeichnend für diese Krankheit ist eine Versteifung der Gelenke, vorwiegend der Wirbelsäule.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Bechterew?

Beim Morbus Bechterew oder der ankylosierenden Spondylitis ist hauptsächlich die Wirbelsäule involviert. Eine Spondylitis ist gekennzeichnet durch entzündliche Vorgänge an den Wirbelkörpern. Der Begriff ankylosans weist auf eine Starre der Wirbelsäule hin, die durch spezifische Versteifungsprozesse während des Morbus Bechterew auftreten.

Die Wahrscheinlichkeit an Morbus Bechterew zu erkranken ist äußerst gering. Sie liegt unter 1%. Die Krankheit tritt häufig zwischen dem 15 und 35 Lebensjahr erstmalig in Erscheinung. Morbus Bechterew-Patienten müssen ein Leben lang mit dieser Krankheit leben. Jedoch lassen sich durch gezielte Behandlungsmethoden die Beschwerden deutlich lindern.

Ursachen

Wie jede Erkrankung, so wird auch ein Morbus Bechterew durch unterschiedliche ursächliche Auslöser begünstigt. Im Laufe der medizinischen Forschung hat sich herausgestellt, dass charakteristische krankheitstypische Symptome durch körpereigene Mechanismen hervorgerufen werden.

Grundsätzlich wird die Erkrankung Morbus durch eine abnormale Reaktionsweise des Immunsystems verursacht.

Diese ist die Voraussetzung dafür, dass sich im Speziellen entzündliche Beeinträchtigungen an den Körpern der Wirbelsäule ausprägen, die zu teilweise verheerenden Folgen führen können.

Sowohl Einflüsse aus der Umwelt, also äußere Faktoren als auch innere Faktoren, die auf eine Abweichung der genetischen Anlagen vom Normalzustand in Frage kommen, bewirken Funktionsstörungen des Immunsystems beim Morbus Bechterew.

In einem engen Zusammenhang mit den ursächlichen Auslösern, die bei einem Morbus Bechterew in Frage kommen, steht ebenfalls das gestörte Wechselspiel zwischen dem Immunsystem und der gesunden Keimflora im Darmbereich.

Symptome und Verlauf

Klassische Krankheitszeichen für den Morbus Bechterew sind schmerzhafte Beschwerden im Rücken, die sich auf die Lendenwirbel konzentrieren. Typische Kennzeichen beim Morbus Bechterew sind entzündliche Erscheinungen der sogenannten Iliosakralgelenke im Bereich des Kreuzes und des Beckens.

Im weiteren Verlauf treten beim Morbus Bechterew Versteifungen der Wirbelsäule und arthrotische Beeinträchtigungen der Gelenke der Extremitäten, der Sehnen und gelenkstypischen Schleimbeutel auf. Störungen der Herzfunktion sowie eine Entzündungserscheinung der vorderen Augenkammer sind eindeutige Symptome.

Um ein gewisse Klassifizierung der einzelnen Beschwerdebilder zu gewährleisten, werden diese in ein sogenanntes Verdachtsstadium, das Stadium der Entzündung der Sakralgelenke, die Phase der Versteifung der Wirbelsäule sowie ein sogenanntes Spätstadium unterteilt. Das erste Stadium ist gekennzeichnet durch grippeähnliche Anzeichen, klassisch ist der intensive Schmerz im Kreuz.

Beim Stadium der Sakroiliitis leiden die Betroffenen unter schmerzhaften Einschränkungen der Brust- und Halswirbelsäule. Die Versteifung der einzelnen Zonen der Wirbelsäule zeigt sich beim Morbus Bechterew durch massive Beeinträchtigungen der Beweglichkeit der Wirbelsäule auch in deren Gesamtheit.

Schmerzen in den Muskeln, Verformungen der Gelenke, extreme Haltungsschäden, Brüche einzelner Körper der Wirbelsäule im Zusammenhang mit osteoportischen Vorgängen kennzeichnen das Spätstadium des Morbus Bechterew.

Diagnose

Eine Diagnose der Krankheit Morbus Bechterew kann ein Hausarzt, Orthopäde oder Augenarzt stellen. Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden und der Krankheitsgeschichte des Patienten. Er fragt den Betroffenen zusätzlich, ob die Krankheit bereits in der Familie vorhanden ist.

Weitere Fragen nach den Symptomen sind äußerst wichtig für die Diagnose. Dazu gehört die Frage, ob der Patient länger anhaltenden Kreuzschmerz hat. Auch das Alter spielt eine große Rolle. Wenn der Betroffene eine Morgensteifigkeit von mehr als 20 Minuten hat, deutet das auf die Krankheit hin. Darauf hin folgt eine körperliche Untersuchung.

Hierbei prüft der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule und vermisst den Rücken. Der Betroffene muss sich nach vorne beugen, damit der Arzt den Abstand der Fingerspitzen zum Boden bestimmen kann. Bei der Untersuchung wird außerdem der Brustumfang ermittelt und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule notiert. Der Arzt verwendet einen speziellen Handgriff, um eventuell vorhandene Entzündungen zu erkennen.

Nach der körperlichen Untersuchung kann der Arzt eine Magnetresonanztomografie (MRT) verordnen. Auf den Bildern sind Entzündungen schnell zu erkennen. In welchem Stadium sich Morbus Bechterew befindet, sieht der Arzt an den Iliosakralgelenken. Wenn die Krankheit schon länger besteht, sind Verknöcherungen an der Wirbelsäule sichtbar. Ist die Krankheit fortgeschritten, ähnelt die Wirbelsäule der Form eines Bambusstabes. Sollte die Wirbelsäule bereits verkrümmt sein, kann der Arzt das Ausmaß auf den Röntgenbildern messen.

Um eine Diagnose zu stellen, führt der Arzt Blutuntersuchungen durch. Dabei untersucht er das Blut auf Entzündungen im Körper. Wenn der Betroffene an Morbus Bechterew erkrankt ist, findet der Arzt bei der Blutuntersuchung ein besonderes Körpereiweiß auf der Zellenoberfläche.

Behandlung und Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten beim Morbus Bechterew basieren auf konventionellen, operativen und medizintechnisch gestützten verfahren. Regelmäßige krankengymnastische Übungen, Anwendungen mit Wärme oder Kälte sowie eine gezielte Schmerztherapie und psychologische Betreuung können helfen, die Erkrankung zu lindern.

Heilbar ist Morbus Bechterew nicht. Schmerzmittel und entzündungshemmende Wirkstoffe dämmen die entzündlichen Prozesse ein und bieten den Betroffenen einen gewisse Lebensqualität.

Sogenannte Basismedikamente in Form der Arzneistoffe Sulfasalzin und Methotrexat wirken positiv auf den Verlauf der Erkrankung, verzögern diesen und reduzieren ebenfalls die Entzündungsprozesse.

Spezielle Medikamente gegen Morbus Bechterew sind mit Substanzen ausgerüstet, die als Tumor-Nekrose-Faktor blockend und als Kortison bezeichnet und gegen die Entzündungen verabreicht werden.

Sind die Medikamente nicht hilfreich, dann können Patienten mit Morbus Bechterew gleichsam mit radioaktiver Strahlung gezielt behandelt werden.

Als letzte therapeutische Variante beim Morbus Bechterew empfiehlt sich die operative Behandlung. Diese hat zum Ziel, eine verbesserte Beweglichkeit herzustellen und insbesondere die Aufrichtung der Wirbelsäule zu erzielen.

Eine Sehstörung durch eine Uveitis wird vom Augenarzt behandelt. Der Bechterewschen Erkrankung kann nicht vorgebeugt werden.

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