Milzriss (Milzruptur)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Ein Milzriss , der auch Milzruptur genannt wird, ist eine Verletzung an der Milz. Meist tritt sie infolge eines stumpfen Bauchtraumas auf. Je nach Schweregrad und Patient wird bei einem vorliegenden Milzriss das Organ entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Milzriss (Milzruptur)

Bei einem Milzriss ist die Milz verletzt. Meist erfolgt die Verletzung aufgrund eines stumpfen Bauchtraumas, das beispielsweise Folge eines Autounfalles oder eines Schlag auf die Milz sein kann.

In seltenen Fällen kann sich der Milzriss zudem in einer spontanen Ruptur durch bestimmte Krankheiten begründen. Die Milz an sich ist im menschlichen Organismus ein sehr gut durchblutetes Organ. Es sondert rote Blutzellen aus und speichert sowie vermehrt die weißen Blutzellen. Um ein Verbluten zu vermeiden, muss bei einem Milzriss daher häufig operiert werden.

Anatomie (Aufbau) der Milz.

Ursachen

Für einen Milzriss gibt es zwei verschiedene Ursachen: Er kann Folge eines traumatischen oder nicht traumatischen Ereignisses sein. Das Organ befindet sich gut geschützt auf der linken Seite der letzten Rippen in der Nähe des Zwerchfells sowie der linken Niere.

Bei einem schweren Verkehrsunfall kann es zu einem starken Druck auf diesen Bereich und damit zum Milzriss kommen. Zudem können gebrochene Rippen sowie eine Operation im Bauchraum die Ursachen sein.

In seltenen Fällen begründet sich der Milzriss in einem nicht traumatischen Ereignis. So können einige Erkrankungen wie bestimmte Krebsleiden oder das Pfeiffersche Drüsenfieber der Grund sein. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass dies nur durch eine sehr starke Vergrößerung des Organs erfolgen kann und dies meist vorhersehbar ist.

Die Ursache des Milzrisses wirkt sich zudem auf den Schweregrad der Verletzung aus. So kann bei einem Milzriss ein Riss der Kapsel bis hin zu einer kompletten Abtrennung der Milz vorliegen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Milzrisses:

Je nach Art des Milzrisses unterscheiden sich die Symptome. Wenn nur eine Kapsel verletzt ist, zeigen sich meist keine Beschwerden. Wenn die Blutung allerdings nicht gestoppt wird, kann sich eine Blutarmut entwickeln. Besteht die Blutung über einen längeren Zeitraum, macht sich der Milzriss durch Bauchschmerzen sowie Schulterschmerzen bemerkbar.

Wenn sich größere Blutansammlungen bilden, zeigt sich der Milzriss in Form von einer Abwehrspannung im Bauch. Wenn mehr als eine Kapsel betroffen ist, sind die Krankheitsanzeichen deutlich stärker. Der Betroffene klagt über sehr starke Schmerzen im Bauch, es setzt ein Kreislaufzusammenbruch ein und die Atmung beschleunigt ist. Wenn der Milzriss nicht behandelt wird, kann er im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Diagnose

Wird ein Milzriss vermutet, erfolgt sofort ein Ultraschall von dem Bauch. Nur so kann die Diagnose bestätigt werden. Selbst kleinere Blutungen an dem Organ können so festgestellt werden. Wenn nur ein geringer Verdacht auf einen Milzriss besteht und der Allgemeinzustand des Patienten gut ist, kann eine Computertomografie zum Einsatz kommen. Der Vorzug bei dieser Diagnosemethode ist, dass sogar winzige Verletzungen der Milz sowie der Kapsel gesehen werden können. Dies ist mithilfe eines Ultraschalls manchmal schwierig. Eine weitere Option zur Diagnose eines leichten Milzrisses ist eine Untersuchung des Bluts. Im Labor kann festgestellt, ob eine Blutarmut vorhanden ist. Die Blutuntersuchung ist jedoch kein Ersatz für ein bildgebendes Diagnoseverfahren bei einem möglichen Milzriss.

Behandlung und Therapie

Welche Therapie bei einem Milzriss zum Einsatz kommt, hängt entscheidend von dem Schweregrad des Risses ab. Für lange Zeit sah die Behandlung lediglich eine Entfernung der Milz vor. Inzwischen gibt es dank einer Verbesserung der konservativen Blutungskontrolle jedoch weitere Therapiemöglichkeiten, die eine Organerhaltung im Fokus haben. So können Rupturen des ersten Grades mithilfe einer sorgfältigen Kontrolle des Blutbildes, des Kreislaufparameters sowie der sonografischen Diagnose therapiert werden.

Wenn jedoch der Milzriss von einem höheren Schweregrad ist, muss eine Operation erfolgen. Dank Elektroagulation, Infrarotagulation sowie Fibrinkleber ist meist eine Stillung des Blutes möglich. Die Milz muss demnach nicht entfernt werden.

Bei einem hohen Schweregrad des Milzrisses kann eine Teilresektion erforderlich sein. Bei einem sehr schweren Milzriss kommt nur eine Splenektomie bzw. eine operative Entfernung der gesamten Milz in Frage.

Die geeignete Operation ist jedoch nicht nur von dem Schweregrad der Ruptur abhängig. So wird insbesondere bei jungen Menschen eine Organerhaltung angestrebt, während bei Personen höheren Alters häufig eine Splenektomie durchgeführt wird.

Der Grund für dieses Vorgehen liegt in der geringen Komplikationsrate bei erwachsenen Menschen sowie den häufig bestehenden Begleiterkrankungen. Ferner können bestimmte anatomische Verhältnisse wie beispielsweise ein krankhaftes Übergewicht dazu führen, dass eine Entfernung der Milz aufgrund eines Milzrisses vorgenommen wird.



Vorbeugung

Einem Milzriss kann beschränkt vorgebeugt werden. Zum einen ist dies durch Schutzkleidung bei unfallgefährdeten Sportarten möglich, damit das Risiko eines festen Stoßes auf die Milzgegend vermieden wird. Die Gefahr kann jedoch nur reduziert, aber nicht gänzlich beseitigt werden. Um einem Milzriss als Folge bestimmter Krankheiten vorzubeugen, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle durch den behandelnden Arzt. Dieser kann mithilfe von bildgebenden Diagnoseverfahren rechtzeitig eine Vergrößerung der Milz feststellen und damit einen Milzriss vermeiden.

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