Milchallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Bei der sogenannten Milchallergie handelt es sich genauer gesagt um eine Kuhmilchallergie. Diese Kuhmilchallergie tritt in erster Linie bei Säuglingen und Kleinkindern auf. Mit zunehmendem Alter lassen die Beschwerden in den meisten Fällen nach. Eine Milchallergie verursacht zwar ähnliche Beschwerden die die Laktoseintoleranz, hat aber andere Ursachen. Die gründliche Untersuchung, um eine Milchallergie von einer Laktoseintolerenz abzugrenzen, ist deshalb wichtig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Milchallergie?

Die Milchallergie gehört zu den Nahrungsmittelallergien. Andere Bezeichnungen für diese Krankheit sind Kuhmilchallergie oder noch genauer Kuhmilchproteinallergie (KMPA). Zuweilen findet auch die englischsprachige Bezeichnung Cow's milk allergy (CMA) Verwendung.

Da es in Mitteleuropa üblich ist, dass Säuglinge meistens als erstes Fremdeiweiß das in Kuhmilch mit der Nahrung erhalten, ist die Milchallergie dort meistens die erste allergische Reaktion auf ein Fremdeiweiß. Die Symptome ähneln denen der Laktoseintoleranz, die Ursachen sind aber andere, da bei der Laktoseintoleranz der Milchzucker nicht vertragen wird.

Ursachen

Wenn Säuglinge eine Milchallergie entwickeln, dann passiert das zwar meistens dann, wenn sie zum ersten Mal mit einer Kuhmilch enthaltenden Beikost gefüttert werden. Das ist allerdings nicht immer der Fall. Einige der Säuglinge entwickeln auch dann eine Milchallergie, wenn sie durch ihre Mutter voll gestillt werden. In diesem Fall gelangt das Allergen über die Ernährung der Mutter mit Kuhmilch in die Muttermilch und damit in den Körper des Säuglings. In dem Fall ist es dann wichtig zu wissen, ob es sich um eine Kuhmilchallergie handelt, weil eine Nahrungsumstellung der Mutter auf eine Kuhmilch-freie Kost dann helfen kann.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen einer Milchzuckerunverträglichkeit:

  • Verdauungsprobleme wenige Minuten bis einige Stunden nach dem Genuss von Michprodukten

Eine Milchallergie kommt in Mitteleuropa bei ungefähr 2 bis 3 % aller Säuglinge und Kleinkinder vor. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und reichen von den unterschiedlichsten Magen-Darm-Beschwerden über allergische Hautreaktionen, diverse Beschwerden im Bereich der Atemwege über untröstliches Schreien, ungewöhnliche Müdigkeit oder Unruhe bis hin zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Problemen.

In den meisten Fällen ist eine Milchallergie zwar unschön, aber nicht lebensgefährlich. Es gibt aber Kinder, die deshalb auch zu lebensbedrohlichen Schockzuständen neigen können.

Diagnose

Bei der Untersuchung der Milchallergie ist es wichtig herauszufinden, welcher der Inhaltsstoffe im Milcheiweiß der Auslöser ist, um die passende Ersatznahrung für den Säugling zu finden. Die meisten Kleinkinder reagieren allergisch auf Kasein, β- und α-Laktoglobulin. Es gibt aber auch Säuglinge, bei denen die Milchallergie durch Rinder-Serum-Albumine, Laktoferrin oder Immunglobuline ausgelöst wird.

Die meisten Kinder, die Kuhmilch nicht vertragen oder auf Kuhmilch in der Nahrung der Mutter auch beim Stillen allergisch reagieren, vertragen ebenfalls keine Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch. Bei der Untersuchung wird normalerweise zunächst ein ausführliches Gespräch über die familiäre Disposition und die Ernährung des Säuglings geführt. Es ist dann auch wichtig, ein genaues Ernährungstagebuch zu führen und sich darüber mit dem Kinderarzt genauestens auszutauschen.

Als Allergen-Test wird meistens der sogenannte Pricktest durchgeführt. Das ist ein Hauttest, bei dem die Haut angeritzt und mit den verschiedenen Allergenen in Berührung gebracht wird. Zeigen sich Quaddeln, ist die Reaktion positiv. Auch ein Bluttest kann hilfreich sein. Meistens handelt es sich dabei um den sogenannten RAST-Test. Es gibt aber auch noch andere Blutuntersuchungen, um im Falle einer Milchallergie Klarheit zu erhalten. Eine weitere Möglichkeit der Untersuchung ist die milchfreie Eliminationsdiät mit der darauf folgenden Provokation.

Diese milchfreie Eliminationsdiät kann sowohl beim Säugling selbst, aber falls der Säugling noch gestillt wird, auch über die Ernährung der Mutter erfolgen. Wenn so herausgefunden wurde, worauf das Kind allergisch reagiert, wird der Kinderarzt in der Lage sein, die Mutter genau über die weitere Form der Ernährung des Säuglings zu beraten und je nachdem, ob die Mutter das Kind noch stillt oder nicht, dann auch die richtigen Ersatznahrungen empfehlen können.

Behandlung und Therapie

Im Fall einer Milchallergie ist es wichtig, den Auslöser für die Beschwerden (Milch) konsequent zu meiden. Hierzu gibt entsprechende Ersatznahrung, die hilfreich sein kann. Stillt die Mutter den Säugling noch, ist es ausreichend, wenn sie selbst in dieser Zeit auf Milchprodukte verzichtet. Dann wird die Muttermilch vom Säugling wieder vertragen. Wenn allerdings der Übergang von der Ernährung mit reiner Muttermilch zu Beikost kommt, wird es wichtig, genau zu wissen, wie das Kind dann ernährt werden muss, damit es nicht wieder zu allergischen Reaktionen kommt, vor allen Dingen dann, wenn es sich um gefährliche allergische Reaktionen handelt, was von Säugling zu Säugling verschieden sein kann.

Viele Kinder vertragen auch Ziegen-, Schaf- oder Stutenmilch nicht und reagieren auch darauf allergisch. Es gibt unterschiedliche Spezialnahrungen, die helfen können. Welche davon die Beste ist, muss gemeinsam mit dem Kinderarzt herausgefunden werden.

Später können die Kinder nach und nach durch kleine und später gesteigerte Portionen Milch durch die Hyposensibilisierung geheilt werden. Das muss vor allen Dingen dann gemeinsam mit dem Kinderarzt gemacht werden, wenn die Allergie so heftig ist, dass es zu Schockreaktionen kommt. Das ist von Kind zu Kind verschieden.

Die meisten Kinder mit einer Milchallergie sind im Erwachsenenalter nicht mehr davon betroffen. Ungefähr 75 % der Kinder vertragen bereits im Alter von zwei Jahren wieder normale Milch, 90 % im Schulalter und Erwachsene haben nur noch sehr selten unter einer Milchallergie zu leiden.



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