Metabolische Azidose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Fällt der Stoffwechsel des Organismus in ein Ungleichgewicht, können sehr wohl lebensgefährliche Komplikationen wie eine metabolische Azidose entstehen. Der Patient kann etwa nicht nur in ein Koma fallen; ebenfalls ist eine Vergiftung möglich, deren Ausgang tödlich sein kann. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass die metabolische Azidose sofort medizinisch behandelt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine metabolische Azidose?

Die Azidose beschreibt die Tatsache, wenn sich der pH-Wert dermaßen verschiebt, dass die sauren Bestandteile im Körper ansteigen. Durch den Anstieg des pH-Werts kommt es zu einer Übersäuerung, die in weiterer Folge die Organe schädigt. Die Ergebnisse des pH-Werts liegen bei einer metabolischen Azidose bei unter 7,36. Das liegt daran, da automatisch die Konzentration der Wasserstoffionen ansteigt. Dieser Wert gilt bereits als äußerst bedenklich und weist im Endeffekt auf eine deutliche Übersäuerung hin. Oftmals spricht man bei der metabolischen Azidose auch von einer sogenannten Entgleisung des Säure-Basen-Haushaltes.

Ursachen

Die Ursachen, warum eine Entgleisung des Säure-Basen-Haushaltes auftritt bzw. eine metabolische Azidose entsteht, sind vielfältig. Leidet der Patient unter Diabetes mellitus und weist eine sehr hohe bzw. zu hohe Zuckerkonzentration auf, welche im Rahmen der Hyperglykämie entsteht, ist ein Ungleichgewicht im Säure-Basen-Haushalt möglich. Auch Patienten, welche über eine geringe Anzahl an Wasserstoffionen verfügen, da die Nieren einen Funktionsverlust erleiden, können mitunter an einer metabolischen Azidose erkranken.

Auch Vergiftungen durch den Harnstoff, starker bzw. anhaltender Durchfall oder auch eine lang andauernde Hungersituationen können eine metabolische Azidose verursachen. Weitere Ursachen sind etwa Erkrankungen wie Morbus Addison, Methanolvergiftungen (Alkohol) oder auch Fisteln, die im Magen vorhanden sind. Selbst großflächige Verbrennungen können den Säure-Basen-Haushalt in ein Ungleichgewicht stürzen. Im Endeffekt entsteht eine metabolische Azidose dann, wenn es eine zu hohe Konzentration von Wasserstoffionen gibt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer metabolische Azidose:

Der Patient klagt in erster Linie über Atemnot bzw. Hyperventilation. Des Weiteren tritt vermehrter Harndrang mit häufigem Wasserlassen auf. Ebenfalls berichten viele Patienten über starken Mundgeruch, starke und lang andauernde Kopfschmerzen sowie auch niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Die Patienten fühlen sich wenig belastbar bzw. können mitunter auch unter Herzrhythmusstörungen leiden.

Die erhöhte Atemfrequenz bzw. Hyperventilation entsteht dadurch, dass der Stoffwechsel die erhöhte Atmung benötigt, damit er die Kohlenwasserstoffionen wieder ausgleicht. Diese ungewöhnliche Atmung, die auch immer wieder als Atemnot beschrieben wird, trägt im medizinischen Bereich den Titel Kussmaul Atmung. Diese Entgleisung des Stoffwechsels tritt vor allem auch dann auf, wenn der Patient gleichzeitig an Diabetes mellitus erkrankt ist. Ebenfalls tritt relativ starker Mundgeruch auf, welcher jedoch als "fruchtig" bezeichnet wird.

Auch der Harngeruch des Patienten wirkt "fruchtig". Eine weitere Möglichkeit, weshalb die metabolische Azidose auftritt, ist ein zu niedriger Blutdruck. Auch Herzrhythmusstörungen können eine metabolische Azidose auslösen. Als weitere Komplikation ist eine tiefe Bewusstlosigkeit bzw. ein Koma möglich. Die metabolische Azidose kann unbehandelt zum Tod des Patienten führen und sollte daher - bereits bei den ersten Anzeichen - medizinisch abgeklärt werden.

Diagnose

In erster Linie klagt der Patient über einen schlechten Allgemeinzustand. Der Mediziner stellt die Diagnose mit den auftretenden klinischen Auffälligkeiten bzw. ordnet dahingehend auch eine labortechnische Messung an. Mit dieser Messung kann der Arzt feststellen, wie hoch die Parameter von Harnstoff-Stickstoff sowie Kreatinin sind. Ebenfalls werden die Urinwerte sowie auch das Bikarbonat im Serum überprüft. Auch der pH-Wert des Urins gibt einen Aufschluss darüber, ob eine metabolische Azidose besteht. Eine weitere Möglichkeit zur Feststellung der metabolischen Azidose ist der Kohlendioxid-Partialdruck.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der metabolischen Azidose erfolgt durch Notfallmaßnahmen bzw. wird die Erkrankung mit weiteren medizinischen Indikationen behandelt. Der Patient erhält bei akut auftretenden Symptomen bzw. Anzeichen für eine metabolische Azidose eine zusätzliche Beatmung bzw. wird ihm auch zusätzlich Bicarbonat verabreicht. Durch diese Behandlung ist es möglich, dass der erhöhte Kohlendioxid-Ausstoß gefördert wird.

Dieser Ausstoß erfolgt über die Lunge. Tritt die metabolische Azidose in Verbindung mit Diabetes mellitus auf, ist eine Erhöhung des Insulinspiegels erforderlich. Somit kann der Mediziner der sogenannten diabetischen Azidose entgegenwirken. Die Bikarbonate werden oral (Tablettenform) verabreicht. Somit erzeugt der Mediziner einen Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts.

Kommt der Verdacht nahe, dass die metabolische Azidose auf Grund einer Nierenfunktionsstörung aufgetreten ist, wird eine Blutreinigung durchgeführt. Zusätzlich erhält der Patient eine Entgiftung bzw. die sogenannte Dialyse, welche auch als Blutwäsche bezeichnet wird. Als weitere Maßnahme erhält der Patient eine zusätzliche Verabreichung von viel Flüssigkeit. Dies ist jedoch nur möglich, wenn er noch bei Bewusstsein ist.

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Vorbeugung

Vor allem ist es wichtig, dass Risikogruppen vorbeugende Maßnahmen treffen, damit die metabolische Azidose verhindert wird. Das bedeutet, dass Personen, die unter Diabetes mellitus oder anderen Erkrankungen leiden, welche eine metabolische Azidose begünstigen, reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen müssen. Ebenfalls ist es ratsam, dass die Personen ausreichend körperliche Betätigung vollführen. Vor allem ist es wichtig, dass pro Tag mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit getrunken werden.

Bei Patienten, die unter Diabetes mellitus leiden, ist es wichtig, dass eine richtige Insulineinstellung gegeben ist. Personen, die unter einer chronischen Erkrankung der Nieren leiden bzw. von Asthma bronchiale betroffen sind, sollten auch ihre Ernährung umstellen. Hier verordnet der Arzt im Regelfall Ratschläge, um eine metabolische Azidose vorzubeugen. Ebenfalls sollte das Rauchen und der übermäßige Konsum von Alkohol vermieden werden.

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