Mesotheliom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Als Mesotheliom wird ein benigner oder maligner Tumor der serösen Häute (Mesothel), die alle Körperhöhlen auskleiden, bezeichnet. Alle Körperhöhlen werden innen von einer serösen Haut (Mesothel) ausgekleidet, das sein Pendant an den Organen der Körperhöhle findet, die mit einer serösen Haut eingehüllt sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mesotheliom?

Das Mesothel produziert eine dem Blutserum ähnliche Flüssigkeit, so dass die Organe innerhalb der Körperhöhle quasi wie auf einem Schmierfilm problemlos hin und her gleiten können. Es kann im Plattenepithel, der äußeren Schicht des Mesothels, die Bildung eines Tumors, eines Mesothelioms, stattfinden. Das Mesotheliom, das in benigner oder maligner Form vorliegen kann, ist nicht immer einfach zu diagnostizieren.

Hauptsächlich sind Pleura (Brustraum), Peritoneum (Bauchraum) und Perikard (Herzbeutel) betroffen. Beim Mann kommt noch die Tunica vaginalis testis (Hodenhöhle) hinzu. Meist werden Mesotheliome mit Asbest in Verbindung gebracht (Asbestose), wobei die Latenzzeit über 30 Jahre betragen kann.

Ursachen

Als wichtigste Ursache für die Entstehung eines Mesothelioms, insbesondere eines Pleuramesothelioms in der Brusthöhle, wird die Einatmung von Asbestfasern genannt. Es ist z. T. eine extrem lange Latenzzeit von über 30 Jahren bis zum ersten Auftreten eines Pleuramesothelioms beobachtet worden. Ob auch andere exogene Schadstoffe eine Rolle spielen, ist (noch) nicht hinreichend geklärt.

Es gibt Menschen, die längere Zeit hoher Asbestbelastung ausgesetzt waren, ohne einen Tumor zu entwickeln, während andere Menschen bei einer vergleichsweise geringen und kurzen Belastung mit Asbestfasern ein Mesotheliom entwickelten. Das deutet darauf hin, dass auch noch andere Faktoren eine Rolle wie Umweltbedingungen und genetische Prädispositionen eine Rolle spielen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass neben einiger definierter Defekte an bestimmten Chromosomen, die Inaktivierung der Tumorsuppressorgene RASSF1 und MLH1 sowie die Aktivierung des Onkogens MYC an der Entstehung eines Mesothelioms ursächlich beteiligt sind.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Mesothelioms:

Im Anfangsstadium eines Mesothelioms treten lediglich unspezifische Symptome auf, die theoretisch auch auf eine Vielzahl anderer Ursachen zurückgeführt werden können und häufig nicht mit einem Tumor in Verbindung gebracht werden. Als typische Anfangssymptome treten sogenannte Ergüsse zwischen den serösen Häuten der Körperhöhle und den serösen Häuten der Organe auf.

Es handelt sich dann um einen Pleura-, Perikard- oder Peritonealerguss. In allen Fällen sammelt sich Serum, Lymphe, Blut oder Eiter oder eine Mischung daraus in pathologischen Mengen an, die letztlich Beschwerden auslösen. Im weiteren Verlauf eines malignen Mesothelioms stellen sich – unbehandelt - lokale Schmerzen und Gewichtsverlust ein.

Im Falle eines Pleuramesothelioms – der weitaus häufigsten Form – kommt es zu Atemnot, Beklemmungszuständen, Fieber und Brustschmerzen. Ein peritoneales Mesotheliom wird häufig von Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und einer auffälligen Bauchschwellung begleitet. In fortgeschrittenem Stadium neigen Mesotheliome zur Metastasierung in den Lymphknoten und in anderen Geweben. Die Prognosen bei Vorliegen eines malignen Mesothelioms in fortgeschrittenem Stadium sind denkbar ungünstig.

Diagnose

Nach Vorliegen eines Anfangsverdachts auf ein Mesotheliom aufgrund unspezifischer Symptome kommen bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgen, CT, MRT und PET zum Einsatz. Falls sich der Verdacht auf ein mögliches Mesotheliom erhärtet, kann eine zytodiagnostische Untersuchung mittels Feinbiopsie des infrage kommenden Gewebes Klarheit darüber schaffen, ob es sich um Tumorgewebe handelt. Selbst Vorstadien einer Tumorerkrankung können diagnostiziert werden. Seit einiger Zeit wird der Einsatz von Biomarkern wie Mesothelin, Osteopontin und Fibulin zur Unterstützung der Zytodiagnostik erforscht.

Behandlung und Therapie

Die wichtigste Behandlung aggressiver Mesotheliome besteht in der operativen Entfernung des Tumorgewebes. Aufgrund des diffusen Charakters maligner Tumore gelingt das in der Regel nicht vollständig, so dass eine oder mehrere postoperative Chemotherapien notwendig werden. Es stehen mehrere verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, um das Tumorgewebe und auch umliegendes Gewebe radikal oder weniger radikal zu entfernen.

Die Wahl der OP-Methode hängt vom Allgemeinzustand des Patienten hinsichtlich seiner Belastbarkeit und von der Art des Tumors ab. Es wird dabei abgewogen, welche Vor- und Nachteile die jeweilige OP-Methode hinsichtlich langfristiger Überlebenschance und Rekonvaleszenz bietet. Falls das Mesotheliom bereits in einem frühen Stadium diagnostiziert werden konnte, kommt auch eine präoperative Chemotherapie mit verschiedenen Zytostatika infrage. Eine Strahlentherapie hat im Falle eines Mesothelioms nur beschränkte Wirkung, wird aber gezielt postoperativ angewendet, um zu verhindern, dass Tumorgewebe im Bereich von Stichkanälen und der OP-Wunde einwächst.

Im Sinne eines kurativen Zieles werden in Kliniken mit spezialisierten Abteilungen multimodale Therapieansätze verfolgt, die aus präoperativer Chemotherapie, operativem Eingriff und postoperativer Chemotherapie sowie eventueller Anwendung der Strahlentherapie besteht. Falls das Mesotheliom erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden konnte oder vorherige Therapien nicht den erwarteten Erfolg brachten, kommen palliative Maßnahmen in Betracht, die dem Patienten seine verbleibende Lebensspanne möglichst ein wenig verlängern können und ihm starke und chronische Schmerzzustände ersparen und andere stark beeinträchtigende Symptome beseitigen oder zumindest abschwächen.



Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung besteht in der Überprüfung des Alltags- und Berufsumfeldes auf möglichen Kontakt mit Asbeststaub, bzw. Asbestfasern. Die Vermeidung einer Exposition zu Asbest stellt die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung dar. Falls in der Vergangenheit eine solche Exposition stattgefunden hat, empfiehlt es sich, unspezifische Beschwerden unverzüglich abklären zu lassen, um ein eventuell vorliegendes Mesotheliom in möglichst frühem Stadium mit noch guter Erfolgsprognose bekämpfen zu können. Obwohl die Verwendung von Asbest seit 2005 EU-weit verboten ist, nehmen durch Asbest verursachte Mesotheliome aufgrund sehr langer Karenzzeiten bis zu mehreren Jahrzehnten noch zu.

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