Menorrhagie (lange und starke Regelblutung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Wenn die Tage einer Frau verlängert sind, wird das als Menorrhagie bezeichnet. Die normale Regelblutung der Frau findet etwa alle 28 Tage statt, sofern sich keine befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingenistet hat.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Menorrhagie?

Die normale Zykluslänge der Frau liegt zwischen 25 und 35 Tagen. Dabei zählt der Mediziner den Zeitraum zwischen dem ersten Tag der Blutung und dem letzten vor der nächsten Menstruation. Dabei beträgt der durchschnittliche Blutverlust rund 40 ml und die Menstruation dauert vier bis fünf Tage an. Eine über diesen Zeitraum hinausgehende, verstärkte Regelblutung ist die Menorrhagie. Bei dieser handelt es sich um eine Zyklusanomalie. Die Regelblutung hält länger als gewöhnlich an und ist stärker als üblich.

Die Bedingungen für die Anomalie sind ein Blutverlust von mehr als 80 ml und eine Menstruationsdauer von mehr als sieben Tagen. Bei manchen Betroffenen kann die Regelblutung bis zu zwei Wochen anhalten. Verliert die Frau mehr als 150 ml Blut, während die Dauer im normalen Rahmen liegt, spricht der Mediziner von Hypermenorrhoe. Beide Erkrankungen bezeichnen Menstruationsstörungen, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Ursachen

Die Menorrhagie zählt zu den häufigsten gynäkologischen Leiden. Die Ursachen für die Anomalie können vielfältig sein. Oft sind Veränderungen im Bereich der Geschlechtsorgane der Grund für die starke Blutung. In 80% der Fälle hat die Erkrankung organische Ursachen. Neben Eileiterentzündungen kann auch die Spirale die Beschwerden auslösen. Geschwulste und Schleimhautwucherungen sind keine Einzelfälle. In dem Fall ist die Menorrhagie eine Begleiterscheinung einer primären Erkrankung. Dazu zählen die Endometriose sowie Polypen und Myome.

Bei Myomen handelt es sich um gutartige Muskelgeschwulste in der Gebärmutter, während bei der Endometriose die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter wuchert. Seltenere Gründe sind Blutgerinnungsstörungen und Bluthochdruck. Aber auch Nieren- oder Leberinsuffizienz sind möglich. Eine weitere Ursache, die zur verstärkten Blutung führen kann, ist Stress. Der Mediziner wird zudem auf bösartige Karzinome (Gebärmutterkrebs) untersuchen. Aufgrund der großen Bandbreite an möglichen Ursachen ist eine Abklärung durch den Arzt obligatorisch.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Menorrhagie:

Die Symptomatik der Menorrhagie ist klar definiert. Bei übermäßigem Blutverlust und einer regelmäßigen Menstruationsdauer von über einer Woche, sollte die Betroffene eine Erkrankung in Betracht ziehen. Das ständige Wechseln von Tampons und Binden ist ein Indiz dafür, dass die Stärke der Regelblutung nicht mehr im normalen Rahmen liegt. Im Schnitt benötigt eine Betroffene am Tag fünf Binden oder Tampons, um die große Blutmenge kontrollieren zu können.

Aufgrund des erhöhten Blutverlusts klagen Patientinnen häufig über Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Die üblichen Symptome einer Menstruation kommen verstärkt zum Vorschein. Folgen können Kreislaufprobleme und Blutarmut sein. Je nach Intensität der Beschwerden ist auch eine Eisenmangelanämie möglich. Die Menorrhagie ist nicht lebensbedrohlich, kann den Alltag der Betroffenen jedoch stark einschränken. Reizbarkeit und Konzentrationsstörungen sowie starke Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität und machen es vielen Frauen kaum möglich, ihre alltäglichen Aufgaben zu meistern.

Diagnose

Um die Zyklusanomalie zu diagnostizieren, wird ein Mediziner zunächst nach der Krankengeschichte der Patientin fragen (Anamnese). Häufig kann er bereits anhand dessen erste Rückschlüsse auf mögliche Ursachen der Menstruationsbeschwerden ziehen. Sinnvoll ist es zudem, die Regelblutung über einige Monate zu beobachten und deren Stärke, Dauer sowie mögliche Zwischenblutungen zu notieren. Auch die Intensität der Schmerzen sollte die Patientin sich aufschreiben.

Auf Grundlage dieser Angaben kann der Arzt sein weiteres Vorgehen mit der Betroffenen absprechen. Im Folgenden ist der Rückgriff auf eine frauenärztliche Untersuchung üblich. Neben einer Tast- und Urinuntersuchung wird ein Arzt auch einen Ultraschall in Betracht ziehen. Da in seltenen Fällen hormonelle Ursachen der Grund für die Beschwerden sind, ist eine Blutabnahme und –überprüfung üblich.

Hierbei wird das Labor gleichzeitig auf Eisenmangel und Blutarmut untersuchen. Eine genauere Diagnose ermöglicht neben dem obligatorischen Krebsabstrich eine Gebärmutterspiegelung. Bei der sogenannten Hysterskopie kann der behandelnde Arzt kleinere Polypen entfernen und andere organische Veränderungen feststellen. Auch eine Computertomographie ist keine Seltenheit.

Behandlung und Therapie

Grundsätzlich richtet sich die Therapie der Menorrhagie nach der ihr zugrundeliegenden Ursache. In einigen Fällen genügt zur Behandlung eine Hormontherapie mit Östrogen-Gestagen-Präparaten. Diese können je nach Notwendigkeit entweder den gesamten Zyklus über oder partiell eingesetzt werden. Bei organischen Veränderungen wie Myomen und Polypen sollte die Patientin mit operativen Eingriffen rechnen, sofern eine medikamentöse Behandlung nicht anschlägt.

Handelt es sich um hormonelle Ursachen, die zu den Beschwerden führen, kann die Frau durch die Einnahme der Anti-Baby-Pille den Hormonhaushalt regulieren. Hat die Patientin keinen Kinderwunsch mehr, wird der Arzt sie über eine Endometriumablation aufklären. Bei dem Eingriff wird die Gebärmutterschleimhaut entfernt. So verhindert der Behandelnde weitere Wucherungen der Schleimhaut. Beim Verdacht auf bösartige Veränderungen wird der Mediziner eine Ausschabung vornehmen und diese auf Krebszellen untersuchen. Eine entsprechende Krebstherapie erfolgt bei Verdachtsbestätigung.

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Vorbeugung

Einer Menorrhagie kann nicht vorgebeugt werden. Allerdings ist es möglich, ihren Verlauf positiv zu beeinflussen. Dabei sollten verschiedene Punkte beachtet werden. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung, abwechslungsreicher Ernährung sowie regelmäßigen Ruhepausen kann die Beschwerden lindern. Ausreichend Schlaf und Stressabbau wirken sich zudem fördernd auf das Wohlbefinden aus.

Die Reduktion von Zigaretten- und Alkoholkonsum zeigt eine ähnliche Wirkung. Zudem können durch die Nutzung mechanischer Verhütungsmittel Infektionskrankheiten beim Geschlechtsverkehr vermieden werden. Zu guter Letzt ist der regelmäßige Gang zu Vorsorgeuntersuchungen ratsam, um mögliche Erkrankungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Insbesondere Krebserkrankungen sind bei frühzeitiger Erkennung gut behandelbar.

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