Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
Gesundpedia.de Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel)

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel) beschreibt Kopfschmerzen durch übermäßigen Gebrauch von Medikamenten. Häufig handelt es sich dabei um Kopfschmerzmittel besonders gegen Migräne; als Nebenwirkung sind Kopfschmerzen durch Einnahme von Medikamenten auch bei anderen Präparaten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel)?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Von medikamenteninduziertem Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel) ist die Rede, wenn Kopfschmerzen nachweislich durch Einnahme von Medikamenten entstehen. Paradoxerweise ist dieser Kopfschmerz eine häufige Nebenwirkung bei manchen Migräne-Schmerzmitteln. Bei dieser häufigen Form ist der Kopfschmerz oft einseitig lokalisierbar, tritt an mehr als 15 Tagen im Monat auf, bewirkt pulsierenden Schmerz und kann durch körperliche Aktivität angeregt werden.

Handelt es sich um Nebenwirkungen anderer Medikamente, ist der Kopfschmerz nicht lokalisierbar und auch nicht pulsierend, aber chronisch (tritt mehr als 15 Mal pro Monat auf). Die Medikamenteneinnahme erfolgte vorher an mehr als 15 Tagen im Monat über einen 3-Monats-Zeitraum oder länger.

Ursachen

Das bei Migräne gerne verabreichte Medikament Triptan ist bei übermäßigem Gebrauch für medikamenteninduzierte Kopfschmerzen (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel) bekannt. Auch manche Opioide, andere Schmerzmittel und Schmerzmittel-Mischpräparate führen zu solchen Nebenwirkungen. Warum gerade Schmerzmittel und auch starke Schmerzmittel langfristig zu diesen Nebenwirkungen führen, ist nicht bekannt. Frei verkäufliche Schmerzmittel führen bei übermäßiger und unkontrollierter Einnahme meist langfristig und unbemerkt zum medikamenteninduzierten Kopfschmerz, der von vielen Betroffenen als dauerhafte oder gar tägliche Belastung erlebt wird.

Dadurch entwickelt sich der Teufelskreis aus immer weiteren Medikamenten gegen den Schmerz, die wiederum den Kopfschmerz noch weiter ankurbeln. Der Teufelskreis hat natürlich auch eine psychische Komponente, da Patienten mit medikamenteninduzierten Kopfschmerzen zunächst nicht begreifen, dass der Schmerz vom Schmerzmittel herrührt. Stattdessen nehmen sie aus dieser Angst heraus weiter Schmerzmittel und verschlimmern somit das ursächliche Problem.

Symptome und Verlauf

Symptome des medikamenteninduzierten Kopfschmerzes (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel):

Betroffene von medikamenteninduziertem Kopfschmerz sind üblicherweise Migräne-Patienten oder Patienten, die aus anderen Gründen häufig Kopfschmerztabletten nehmen müssen. Dadurch entsteht eine Art Abhängigkeit vom Schmerzmittel, da beim Absetzen der medikamenteinduzierte Kopfschmerz noch viel schlimmer als vorher wird. Die Problematik kann auch mit der Suchtkomponente mancher Opiate zusammenhängen, sofern diese beim verschriebenen Medikament eine Rolle spielt.

Der Betroffene wird aus Angst vor dem medikamentinduzierten Kopfschmerz, der sich langsam und schleichend entwickelt hat, "abhängig" vom Vorhandensein des Schmerzmittels. Ohne professionelle Kopfschmerzberatung setzt sich dieser Zustand fort. Weiterhin typisch für medikamentinduzierten Kopfschmerz sind Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie migräneähnliche Symptome, Photo- und Phonophobie (Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche).

Medikamentinduzierte Kopfschmerzen treten während eines Übergebrauchs des Schmerzmittels verstärkt auf. Typisch sind auch Schwindel, Verwirrtheit, Vergesslichkeit, Müdigkeit, Kältegefühl, Verstimmung sowie Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Eines dieser Anzeichen tritt abhängig vom Schmerzmittel immer bei medikamenteninduzierten Kopfschmerzen auf, wodurch sich diese von Spannungs-, chronischen oder Migräne-Kopfschmerzen abgrenzen.

Diagnose

Zur Diagnose gehört eine Erhebung der regelmäßig eingenommenen Medikamente und der Zeiträume, in denen sie genommen wurden. Der Arzt wird je nach Medikament fragen, wie sich der medikamenteninduzierte Kopfschmerz anfühlt (pulsierend, dumpf, gleichseitig), ob er nur einseitig auftritt, ob er an Migräne erinnert und ob weitere Symptome aufgetreten sind. Zur Differenzialdiagnose können CT- und MRT-Untersuchungen hinzukommen, bei denen medikamenteninduzierter Kopfschmerz in der Regel keine Auffälligkeiten zeigen sollte.

Bei Kopfschmerzen dieser Art müssen Erkrankungen des Gehirns wie ein Hirntumor ausgeschlossen werden. Ein Kopfschmerz-Tagebuch, in dem Betroffene angeben, wann sie worunter gelitten haben, kann zur Diagnose gehören. Sollte es noch keine solche Dokumentation geben, kann der Arzt erst hiermit beginnen und den Patienten nach einigen Tagen der Selbstbeobachtung wieder in die Praxis bestellen.

Behandlung und Therapie

Die einzige wirksame Behandlung bei medikamenteninduziertem Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel) ist das schrittweise Absetzen der Schmerzmittel, begleitet von einem Umstieg auf ein gesünderes Schmerzmittel-Einnahmeschema und die Verschreibung von alternativen Präparaten für den Notfall. Patienten mit medikamenteninduziertem Kopfschmerz hatten und haben ein Schmerzproblem, das weiter bestehen wird.

Zunächst trifft der behandelnde Arzt eine Entscheidung, ob die Behandlung stationär oder ambulant durchgeführt werden kann. Problematische Schmerzmittel werden sofort abgesetzt. Es treten mittelschwere bis sehr schwere Absetz-Kopfschmerzen auf, es kann auch zu Begleitsymptomen ähnlich denen der medikamenteninduzierten Kopfschmerzen kommen. Psychologische Betreuung kann in dieser Entzugsphase sehr wichtig werden.

Danach müssen Patienten eingehend beraten werden, wie sie in Zukunft das ursprüngliche Kopfschmerzproblem behandeln. Denn obwohl der medikamenteninduzierte Kopfschmerz verschwunden ist, sind die ursprünglichen Kopfschmerzen nach wie vor da. Eine Schmerzmittelberatung durch einen Facharzt und laufendes Monitoring der Schmerzmitteleinnahme helfen, den Zustand der Heilung beizubehalten.

Rezeptfreie Medikamente gegen Kopfschmerzen


Vorbeugung

Insbesondere Schmerzpatienten sind Risikiopatienten für medikamenteninduzierten Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel). Sie sollten niemals langfristig Medikamente auf eigene Faust einnehmen, sondern regelmäßig mit ihrem Kopfschmerztagebuch zum behandelnden Arzt gehen und mit ihm über die Schmerzmitteleinnahme sprechen. Er kann frühzeitig Probleme erkennen und ein anderes Schmerzmittel verschreiben, wenn das aktuelle Medikament gefährlich zu werden droht.

Das Kopfschmerztagebuch dient nicht nur der Dokumentation von Kopfschmerzen, sondern auch von eingenommenen Medikamenten. Auf diese Weise läuft der Patient nicht Gefahr, seinen Schmerzmittelverbrauch womöglich nicht richtig zu beurteilen.

Bücher über Kopfschmerzen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (Kopfschmerzen durch Schmerzmittel)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?