Mausarm (RSI-Syndrom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. April 2016
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Bei dem Mausarm (RSI-Syndrom) handelt es sich um eine schmerzhafte Störung in den Händen und Unterarmen, die durch eine einseitige Belastung entsteht. Die Erkrankung tritt doppelt so häufig bei Menschen auf, die am Computer oder aber am Fließband arbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mausarm (RSI-Syndrom)?

Der Mausarm wird auch als RSI-Syndom (Repetitive Strain Injury) bezeichnet, was so viel bedeutet wie Verletzung durch wiederholte Belastung. Tatsächlich entsteht diese Erkrankung, die Hände und Unterarme betrifft, durch stets gleiche Bewegungsabläufe.

In den meisten Fällen sind Menschen betroffen, die berufsbedingt ständig am Computer sitzen. Jahrelange gleiche Bewegungen an Maus oder Tastatur können einen Mausarm ebenso auslösen wie Fließbandarbeit. Vergleichbar ist der Mausarm daher durchaus mit einer Sehnenscheidenentzündung, einem Golferellenbogen oder dem Tennisarm - auch diese Erkrankungen werden durch sich wiederholende ungünstige Bewegungen ausgelöst.

Ursachen

Der Mausarm ist eine relativ junge Erkrankung, deren genaue Ursachen noch nicht genau erforscht sind. Fest aber steht: Als Ursache für den Mausarm gelten schnelle und vor allem gleichförmige Bewegungen, die über einen längeren Zeitraum täglich ausgeführt werden.

Dies betrifft insbesondere die gleichförmige Arbeit am Computer, etwa das Arbeiten mit Maus und Tastatur, doch auch monotone Arbeit am Fließband kann den Mausarm hervorrufen.

Etwa drei bis vier Prozent der Bevölkerung sind von einem RSI-Syndrom betroffen. In diesem Zusammenhang sind durchaus viele junge Menschen betroffen, die über einen längeren Zeitraum und dabei stundenlang vor dem Computer sitzen und sich durch Videospiele klicken.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Mausarms:

Bei dem RSI-Syndrom können sowohl Nerven als auch Sehnen, Muskeln, Gelenke oder Bindegewebe betroffen sein. Nicht zwangsläufig muss der Patient unter starken Schmerzen leiden, vielmehr zeichnet sich der Mausarm vor allem in der Anfangsphase durch Missempfindungen und einen allgemeinen Kraftverlust aus.

Auch kann die Beweglichkeit der betroffenen Gliedmaßen stark eingeschränkt sein. Sehnen- oder Muskelschmerzen sind ebenso häufig wie auch Folgeerkrankungen in anderen Geweben. Charakteristisch sind zudem eingeschlafene Gliedmaßen oder ein Kältegefühl in den Händen.

Im Anfangsstadium der Erkrankung treten die Symptome meist erst dann auf, wenn man eine ungünstige Bewegung über einen längeren Zeitraum ausführt. Später dann reichen alltägliche Bewegungen, um Schmerzen hervorzurufen. Erstaunlich ist, dass bei den meisten Patienten die Symptome häufig ganz verschwinden, wenn sie im Urlaub sind, also mehrere Tage die gewohnten Bewegungen nicht ausführen.

Der Mausarm ist allerdings eine Erkrankung, die sich schleichend - meist über mehrere Jahre hinweg - entwickelt. Die meisten Patienten, die betroffen sind, machenüber viele Jahre hinweg täglich über mehrere Stunden hinweg dieselben Bewegungen.

Diagnose

Die Diagnose Mausarm ist meist anhand der geschilderten Symptome eindeutig zu stellen. Der behandelnde Arzt (am besten wendet man sich an einen erfahrenen Sportmediziner oder Orthopäden) wird zudem Fragen zu den Arbeitsbedingungen des Patienten stellen.

Beweglichkeit und Durchblutung des betroffenen Arms müssen darüber hinaus untersucht werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen zeigen hingegen meist keine auffälligen Befunde.

Behandlung

Physiotherapeutische Übungen und Maßnahmen helfen bei einem Mausarm (RSI-Syndrom) in der Regel recht gut. Zur Linderung der Schmerzen wird der behandelnde Arzt zunächst Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente, beispielsweise Kortison, verschreiben. Auch eine Ruhigstellung der Hand ist zumindest in der akuten Phase sehr zu empfehlen. Wer trotz Schmerzen die gewohnten alltäglichen Bewegungen weiter ausführt, riskiert, dass die Erkrankung chronisch wird.

Nicht zwingend bedeutet die Diagnose Mausarm jedoch einen Wechsel des Arbeitsplatzes, vielmehr sollte man einfach gewohnte Bewegungsabläufe ändern. Auflagen für die Handballen und Unterlagen sind nur ein Beispiel von einem ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz, der nicht umsonst auch von der Berufsgenossenschaft gefordert wird. Neben physiotherapeutischen Übungen haben sich darüber hinaus auch Bestrahlungen bei einem Mausarm bewährt, ebenso wie Tast- und Dehnübungen.



Vorbeugung

Um einen Mausarm vorzubeugen, sollte man seinen Arbeitsplatz möglichst ergonomisch gestalten. Mittlerweile gibt es im Handel auch entsprechende Mäuse und Tastaturen, die sich der Hand individuell anpassen. Immens wichtig sind zudem richtige Büromöbel, die dann auch entsprechend auf den Benutzer zugeschnitten sein sollten. Sowohl der Schreibtisch als auch der Bürostuhl sollten in der Höhe verstellbar sein, damit möglichst Unter- und Oberarm als auch Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden.

Natürlich sollte der Bildschirm ebenfalls die richtige Höhe haben. Während der Arbeit ist es ratsam, häufiger aufzustehen, um die Arme zu entlasten. Ebenso bieten sich diverse Lockerungs- und Dehnungsübungen an, die übrigens gleichzeitig dem Rücken und der Nacken- und Schulterregion guttun. Menschen, die ihren Beruf vorwiegend in sitzender Haltung ausführen, sollten zudem für ausreichend Bewegung in der Freizeit sorgen.

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