Maul- und Klauenseuche (MKS)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die bei Paarhufern und anderen Tieren sowie dem Menschen vorkommen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Maul- und Klauenseuche (MKS)?

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Auslöser der Erkrankung ist das Maul-und-Klauenseuche-Virus. Das sogenannte Aphthovirus gehört zur Familie der Picornaviridae, den kleinsten bisher identifizierten RNA-Viren. Das Virus befällt bevorzugt Schleimhäute und unbehaarte Haut. Auch Skelett- und Herzmuskulatur können betroffen sein.

Die MKS zeigt ähnliche Symptome wie die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, darf hiermit jedoch nicht verwechselt werden. Die bei Tieren mit hohem Fieber und Bläschenbildung auftretende Infektion ist weltweit verbreitet. Die MKS ist bei Tieren eine anzeigepflichtige Seuche.

Ursachen

Das MKS-Virus überträgt sich durch Kontakt- und Schmierinfektion sowie durch Tröpfcheninfektion von Tier zu Tier und in seltenen Fällen von Tier zu Mensch. Der Mensch steckt sich nur in Einzelfällen und nur bei sehr engem Kontakt mit infizierten Tieren an. Das Virus kann monatelang im Boden, im Stall, in Heu und Stroh oder in Abfällen überleben. Eine Verteilung des Virus über Menschen, Fahrzeuge und Futtermittel, an denen das Virus anhaftet, ist möglich. Das Virus breitet sich mit Wind auch über die Luft aus. Überträgertiere wie Ratten ermöglichen ebenfalls eine Ausbreitung der Erkrankung.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Maul- und Klauenseuche (MKS):

Die Symptome und der Verlauf der Erkrankung unterscheiden sich zwischen verschiedenen Tierarten. Die Inkubationszeit beträgt je nach Tier zwischen 2 und 18 Tagen. Charakteristisch für eine Infektion mit dem MKS-Virus sind bei Tieren hohes Fieber zu Beginn der Erkrankung sowie die Bildung von flüssigkeitsgefüllten Blasen, den Aphthen. Das Allgemeinbefinden kann stark gestört sein und die Tiere haben meist starke Schmerzen. Die Aphthen platzen nach einiger Zeit auf und bilden teils großflächige Hauterosionen.

Bei Rindern erfolgt die Aphthen-Bildung an der Maulschleimhaut und an der Zunge. Außerdem kann es zu weiteren Aphthen an den Klauen und am Euter kommen. Milchkühe geben weniger oder keine Milch mehr. Bei Schweinen ist der Infektionsverlauf weniger schlimm und die Aphthen bilden sich hauptsächlich an den Klauen. Dadurch kann es zu einem veränderten Gangbild kommen und bei starken Schmerzen bewegen sich die Tiere nur noch über den Boden rutschend.

Bei Schafen und Ziegen sind die Anzeichen einer Infektion mit MKS unauffälliger. Häufig lahmen die Tiere stark. Nachdem die Aphthen aufgeplatzt sind, startet der Heilprozess. Je nach Schwere der Verlaufsform erholen sich erwachsene Tiere von der Infektion nach einiger Zeit wieder. In anderen Fällen kann die Erkrankung tödlich enden. Dies ist besonders bei Jungtieren der Fall. Kälber sterben häufig an einer durch das MKS-Virus ausgelösten Schädigung des Herzmuskels.

Beim Menschen, der nur sehr selten von einer Infektion mit dem MKS-Virus betroffen ist, treten meist keine oder nur milde Symptome auf. Es kann zu Fieber kommen. Übelkeit und Abgeschlagenheit oder Kopf- und Gliederschmerzen können weitere Symptome sein. Kommt es beim Menschen zur Bildung von Aphthen, treten diese an der Mundschleimhaut, an den Fingerspitzen, den Füßen oder im Genitalbereich auf. Die Hauterosionen heilen nach ungefähr zehn Tagen ab.

Diagnose

Bei einem Verdacht, dass Tiere eines Bestandes mit dem MKS-Virus infiziert sind, ist dies umgehend anzeigepflichtig. Es erfolgt eine amtliche Feststellung, ob sich der Verdacht bestätigt. Hierfür wird der Erreger im Labor durch die Untersuchung der Blasenflüssigkeit auf Virus-Antigen oder virale RNA nachgewiesen. Bei Tieren, die nicht geimpft sind, kann ein serologischer Antikörper-Nachweis Aufschluss über eine mögliche Infektion geben. Beim Menschen kann ebenfalls ein Antikörper-Nachweis im Blut oder ein Nachweis des Virus in der Blasenflüssigkeit sicherstellen, ob eine Erkrankung an MKS vorliegt.

Behandlung und Therapie

Eine wirksame Therapie gegen MKS gibt es nicht. Infizierte Tiere sind zu töten, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Bis zur Bestätigung des Verdachts einer MKS-Infektion unterliegen betroffene Betriebe einer Quarantäne. Rund um diesen Betrieb wird ein Sperrbezirk angelegt. In diesem Bereich untersuchen Tierärzte alle vorhandenen Tierbestände auf eine Infektion. Tiertransporte aus dem Sperrbezirk sind nicht erlaubt. Da Ratten und Mäuse MKS übertragen können, erfolgt eine Bekämpfung der Nagetiere.

Außerdem ist eine gründliche Reinigung betroffener Betriebe erforderlich, um eine Neuinfektion zu verhindern. Hitze mit Temperaturen von mehr als 56° Celsius oder Desinfektion mit Zitronen- oder Ameisensäure tötet Viren, die Ställe oder Gehege kontaminieren. Da die Infektion für den Menschen ungefährlich ist und in den meisten Fällen ohne Symptome auftritt, ist beim Menschen keine spezielle Therapie nötig.

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Vorbeugung

Bis 1991 fanden Impfungen von Viehbeständen statt. Als die Europäische Union als MKS-frei galt, wurde das Impfprogramm eingestellt. Da sich das Virus kontinuierlich verändert, hätte auch der Impfstoff kontinuierlich angepasst werden müssen, um seine Wirkung nicht zu verlieren. Außerdem ist der Nachweis einer auftretenden MKS-Infektion schwieriger, da Antikörper gegen das Virus sowohl bei geimpften als auch bei infizierten Tieren nachzuweisen sind. Lediglich in Tierbeständen, die sich in der Nähe eines Betriebs mit MKS-Ausbruch befinden, darf zum Schutz der Herden eine vorbeugende Impfung erfolgen.

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