Marburg-Virus-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Die Marburg-Virus-Infektion zählt zu der Gruppe schwerer Infektionskrankheiten. Sie ist auch bekannt unter dem Namen hämorrhagisches Fieber. Bei der fieberhaften Erkrankung werden starke Blutungen, sogenannte Hämorrhagien, der Organe ausgelöst. Die Marburg-Virus-Infektion ist eine Tropenkrankheit, die über eine spezielle Blutuntersuchung nachgewiesen werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Marburg-Virus-Infektion?

Die Marburg-Virus-Infektion tritt besonders häufig in Afrika auf und zählt zu den Filoviren – eine Virusfamilie, der auch das Ebola-Virus angehört. Ebola, das Lassa-Fieber, Hanta-Fieber und die Marburg-Virus-Infektion ähneln sich: Sie haben annähernd gleiche Inkubationszeiten, Symptome und dieselben betroffenen Organe.

Die Ansteckung mit der Marburg-Virus-Infektion erfolgt beim Kontakt mit bereits infizierten Personen und mitunter auch durch exportierte Affen, die aus betroffenen Gebieten in andere Länder importiert werden. So kann sich die meldepflichtige Marburg-Virus-Infektion weiter verbreiten. Das Marburg-Virus ist hochgradig ansteckend.

Ursachen

Die Ursachen für die Marburg-Virus-Infektion finden sich in Viren aus der Familie der Filoviren, fadenförmige Viren. Immer wieder stehen Fledermäuse als Erreger für die Marburg-Virus-Infektion in Verdacht. Die Übertragung erfolgt über Körperflüssigkeiten wie Tränen, Blut, Exkremente, Speichel oder Sperma sowie durch den direkten, engen Kontakt mit bereits infizierten Personen oder Tieren. In getrocknetem Blut bleibt die Ansteckung für die Marburg-Virus-Infektion auch über einen längeren Zeitraum von etwa vier bis fünf Tage bestehen.

Auch auf der Kleidung von erkrankten Personen hält sich das Virus tagelang. Die Übertragung erfolgt über eine Schmierinfektion oder eine Kontaktinfektion. Von der Ansteckung mit einer Marburg-Virus-Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen meist zwischen vier bis 16 Tagen. Ein weiterer möglicher Überträger der Marburg-Virus-Infektion ist der Nilflughund, der in Europa sowie in Afrika lebt. Bei dieser Tierart wurden Antikörper der Marburg-Virus-Infektion gefunden, obwohl in den Gegenden keine Krankheitsvorfälle aufgezeichnet waren.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Marburg-Virus-Infektions:

Die Symptome der Marburg-Virus-Infektion zeigen sich in den ersten Tagen mit hohem Fieber, Schüttelfrost, aber auch Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Muskelschmerzen. Nach fünf Tagen kann es zu einem fleckigen Hausausschlag, einer Rachenentzündung oder Schmerzen in der Brust oder dem Bauch kommen. Der Allgemeinzustand der erkrankten Personen verschlechtert sich plötzlich. Es zeigt sich eine extreme Schwächung der an einer Marburg-Virus-Infektion erkrankten Personen.

Am Anfang einer Marburg-Virus-Infektion treten unter Umständen auch Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auf. Weitere Symptome können Wassereinlagerungen und auch Gelbsucht sein. Bei einem schweren Verlauf der Marburg-Virus-Infektion kommen teils schwere Blutungen in der Lunge, im Magen und Darm und der Mund- und Rachenschleimhaut hinzu. Es können Lähmungen und Verwirrtheitszustände auftreten. Die Organblutungen führen mitunter zu einem Schock, Herz und Kreislauf versagen bei einer schweren Marburg-Virus-Infektion und führen im schlimmsten Fall zum Tod.

Die Leichen sind ebenfalls noch hochgradig infektiös. Da es gegen die Marburg-Virus-Infektion bis heute kein wirksames Medikament gibt, ist die umgehende Isolation bereits Erkrankter und Kontaktpersonen dringend empfohlen. Das Pflegepersonal muss unbedingt Schutzkleidung und Atemmasken tragen. Die Überlebensrate liegt, soweit die Marburg-Virus-Infektion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt worden ist, bei bis zu 75 Prozent.

Diagnose

Die Diagnose, ob tatsächlich eine Marburg-Virus-Infektion vorliegt, stellen oftmals erfahrene Tropenmediziner. Diese sind spezialisiert darauf und können beim Auftreten erster grippeähnlicher Symptome eine spezielle Laboruntersuchung beauftragen. Mit dieser Untersuchung ist es möglich, die Marburg-Virus-Infektion tatsächlich im Blut nachzuweisen. Nach den ersten Tagen bildet der Körper sogenannte Antikörper, die sich bei einer speziellen Blutuntersuchung nachweisen lassen und oft Jahre nach einer überstandenen Marburg-Virus-Infektion noch immer im Blut bestätigen lassen.

Behandlung

Für die Behandlung einer Marburg-Virus-Infektion gilt zuerst, die Symptome zu lindern. Es gibt keine wirkliche Behandlung gegen Marburg-Virus-Infektion, kein Gegenmittel oder einen Impfstoff. So ist es nur möglich, die an einer Marburg-Virus-Infektion leidenden Personen bestmöglich zu betreuen. Zur Linderung bei einer Marburg-Virus-Infektion unterstützen Bettruhe und krampflösende Medikamente. Zum Ausgleich des Mineralstoffhaushalt und des Wasserhaushalts wird unter Umständen eine Infusion gesetzt, um Flüssigkeit zuzuführen zur Behandlung der Marburg-Virus-Infektion.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Marburg-Virus-Infektion helfen weder Medikamente noch die Verabreichung durch Schutzimpfungen. In typischen Touristengebieten ist das Risiko einer Ansteckung durch eine Marburg-Virus-Infektion nicht allzu hoch, aber Risikogebiete sollten vermieden werden. Besonders gefährdet, eine Marburg-Virus-Infektion zu bekommen, sind vor allem Personengruppen, die in Risikogebieten wohnen oder mit Bewohnern von Risikogebieten Kontakt haben wie zum Beispiel Entwicklungshelfer oder Missionare. Bei einer möglichen Marburg-Virus-Infektion ist eine Isolation von anderen Personen unbedingt anzuraten.

Zudem sollten mögliche Kontaktpersonen mit einer medizinischen Überwachung beobachtet werden. Das ist ein gute Möglichkeit, eine eventuelle Ausweitung einer Marburg-Virus-Infektion zu vermeiden. Tierpfleger und Menschen, die Kontakt zu afrikanischen Affen haben, sind möglicherweise ebenso gefährdet, einer Marburg-Virus-Infektion ausgesetzt zu sein, da die Affen den Erreger in sich haben.

Auch hier lohnen sich Vorsichtsmaßnahmen und Vorschriften für den Umgang mit den Tieren zur Vorbeugung einer Marburg-Virus-Infektion. Es ist ratsam, gefährdete Gebiete zu meiden und sich vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt zu informieren, ob in dem geplanten Reisegebiet eine mögliche Gefahr für eine Marburg-Virus-Infektion erwarten lässt.

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