Majoran (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Juni 2016
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Majoran ist ein niedrig wachsendes Würz- und Heilkraut aus der Familie der Lippenblütler, das in keinem Haushalt fehlt. Majoran wurde früher in manchen Gegenden "Wurstkraut" genannt, und ist auch heute bei der Erzeugung von Blutwurst, Leberwurst und anderen traditionellen Speisen nicht wegzudenken. Das Wärme liebende Kraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wird schon seit Jahrhunderten geschätzt.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Majoran wissen

Da Majoran viel Wärme und Sonne benötigt um gut zu gedeihen, wächst er hauptsächlich in Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien. Natürlich kann Majoran für den Hausgebrauch auch im eigenen Garten oder auf der Fensterbank kultiviert werden. Ein Sonnenplatz ist allerdings Voraussetzung für eine gute Ernte.

Normalerweise ist Majoran eine winterharte Pflanze, die mit der Zeit verholzt und die im Frühling frisch austreibt. Viele der im Supermarkt im Topf angebotenen Pflänzchen sind aber zum sofortigen Verbrauch bestimmt und können nicht über den Winter gebracht werden. Der aromatische Geschmack von Majoran ist leicht bitter, auch scharf und erinnert an den Geschmack von Oregano, der ein Verwandter des Majoran ist.

Die beste Erntezeit ist vor oder während der Blüte an einem warmen Sommertag, entweder in der Früh oder am späten Nachmittag. Majoran kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Getrockneter Majoran ist aromatischer als frischer. Frischer Majoran kann im Kühlschrank einige Tage aufbewahrt werden.

Bedeutung für die Gesundheit

Majoran wird in der Naturheilkunde in verschiedenen Formen verwendet, sehr häufig als Tee, beispielsweise bei Erkältungen. Bei Husten und Bronchitis wirkt Majorantee hustenlösend und gleichzeitig beruhigend. Bei Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen ist Majorantee ebenfalls eine hilfreiche Naturmedizin. Bei der Behandlung von Magenschmerzen und Krämpfen können mit Majorantee ebenfalls gute Ergebnisse erzielt werden. Zudem wirkt Majoran entwässernd.

Majoran wirkt krampflösend und verdauungsfördernd und ist deshalb nicht nur als ein äußerst wohlschmeckendes Gewürz zu betrachten.

Lindernd bei Glieder- und Rheumaschmerzen sind Einreibungen mit einem Ölauszug aus Majoran. Diesen Ölauszug kann man leicht selbst herstellen, indem man in einem verschließbaren Glas trockene Kräuter mit gutem Öl, zum Beispiel Olivenöl, bedeckt. Das Glas soll an einem sonnigen und warmen Platz etwa drei Wochen durchziehen. Danach wird das Öl gefiltert.

Durch seine krampflösende Wirkung ist Majoran auch gut gegen Blähungen. Er ist ein verdauungsförderndes Gewürz, das bei verschiedenen Gerichten, wie beispielsweise einem Gänsebraten, unbedingt dazu gehört. Babys kann bei Blähungen und Bauchschmerzen mit einer sogenannten Majoranbutter wirksam geholfen werden. In manchen Apotheken wird dieser Majoranauszug mit Vaseline als Grundstoff erzeugt.

Besser ist es, diese Majoranbutter selbst herzustellen. Dazu wird etwa ein Esslöffel voll getrockneter Majoran ganz fein gemörsert. Mit einem Löffel voll Weingeist sollen die Kräuter einige Stunden ziehen. Dann kommt ein Esslöffel Butter dazu. Diese Mischung wird im Wasserbad geschmolzen, gut verrührt und dann gefiltert.

Da Butter leicht ranzig wird, muss die duftende grüne Salbe, die dabei entsteht, im Kühlschrank aufbewahrt werden. Ein damit leicht einmassierter Babybauch tut bald nicht mehr weh. Diese Majoranbutter hilft aber nicht nur gegen Blähungen. Die Nase innen und außen damit eingeschmiert ist nicht nur für verschnupfte Babys eine Wohltat sondern auch für Erwachsene.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Majoran enthält Vitamin C und Zink. Seinen typischen Duft und Geschmack hat Majoran den vielen ätherischen Ölen zu verdanken. Gerb- und Bitterstoffe wie Geranienöl, Eugenol, Menthol, Thymol, Rosmarinsäure und Oleanolsäure sowie Terpentin zählen zu den weiteren Inhaltsstoffen.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 46 kcal/ 194 kj
Eiweiß 2,05 g
Kohlenhydrate 6,87 g
Fett 1,13 g
Wasser 85,00 g
Ballaststoffe 2,93 g
Beta-Carotin 783 µg
Vitamin B3 663 µg

Unverträglichkeiten

Bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder Histaminintoleranz kann es möglich sein, dass es auf Grund der vielen, normalerweise gesunden, Inhaltsstoffe und ätherischen Öle eine Unverträglichkeit von Majoran gibt. Manchmal ist dann der im Geschmack sehr ähnliche Oregano besser verträglich.

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Einkaufs- und Küchentipps

Beim Kauf von getrocknetem Majoran, den man besser in Bio-Qualität kauft, um eventuell vorhandenen Spuren von Pestiziden auszuweichen, sind zwei verschiedene Arten von Majoran zu beachten. Majoran wird gerebelt oder geschnitten angeboten. Der gerebelte Majoran enthält nur die getrockneten Blättchen.

Beim geschnittenen Majoran handelt es sich um eine etwas minderere Qualität, da auch Anteile der Stängel enthalten sind. Diese Stängelstücke können hart sein. Auch die Farbe unterscheidet die beiden Qualitäten. Der gerebelte Majoran ist grüner und wirkt frischer und ansprechender.

Zubereitungstipps

Majoran ist außer bei der Wursterzeugung und beim Gänsebraten, in manchen Gegenden auch beim Schweinebraten, bei vielen anderen Gelegenheiten in der Küche unverzichtbar. Gerade in der deftigen Küche ist Majoran ein Muss. Bei Hackfleischgerichten, bei Leberknödel oder gerösteter Leber macht die Zugabe von Majoran das gewisse Etwas aus.

Auch Kartoffelsuppen, Gemüsesuppen oder manche Eintöpfe kommen ohne Majoran nicht aus. Dass Majoran bei schwerem oder fettigem Essen bei der Verdauung helfen kann, ist ebenfalls ein Grund für seine oftmalige Verwendung in der Küche.

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