Magenschmerzen nach Essen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
Gesundpedia.deSymptome Magenschmerzen nach Essen

Magenschmerzen treten häufig nach dem Essen auf. In den meisten Fällen sind sie harmloser Natur, können jedoch mit unangenehmen Beschwerden verbunden sein. Die ziehenden oder stechenden Schmerzen zeigen sich in der Regel auf der linken Seite oder im Zentrum des Oberbauchs. Während sie bei manchen Menschen rasch wieder verschwinden, nehmen sie bei anderen Betroffenen einen dauerhaften Verlauf.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Magenschmerzen nach dem Essen?

Fast jeder Mensch leidet hin und wieder unter Magenschmerzen (Gastralgie). Gemeint sind damit schmerzhafte Beschwerden im oberen Bauchbereich, die zumeist auf der linken Körperseite auftreten. Nicht selten zeigen sich die Magenschmerzen nach dem Essen. Dabei können sie sowohl harmlos sein und durch zu üppiges oder zu fettiges Essen entstehen oder das Symptom einer Grunderkrankung darstellen. So deuten zum Beispiel Magenschmerzen, die mit Sodbrennen einhergehen, auf die Refluxkrankheit hin. Dabei fließt Mageninhalt in größeren Mengen in die Speiseröhre zurück.

Ursachen

Für Magenschmerzen nach dem Essen sind verschiedene Ursachen verantwortlich. Meist verbirgt sich eine harmlose Magenverstimmung hinter ihnen, weil die betroffene Person entweder zu viel oder etwas Falsches gegessen hat. Grund für die Beschwerden sind gestörte Bewegungen der Magenmuskulatur. Kommt es zu deren Verkrampfung, lässt sich der Nahrungsbrei im Magen nicht richtig durchmischen, was sich wiederum negativ auf die Verdauung auswirkt.

Manchmal werden die Magenbeschwerden nach den Mahlzeiten aber auch durch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ausgelöst. So sind die Schmerzen nicht selten die Folge einer Allergie gegen spezielle Lebensmittel. Zu den häufigsten Allergien dieser Art zählt die Laktoseintoleranz (Milcheiweißallergie). Aber auch andere Nahrungsmittel können für Magenschmerzen nach dem Essen ursächlich sein. Abgesehen von den Magenbeschwerden leiden die Betroffenen häufig auch unter weiteren Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Darmgeräuschen.

Zeigen sich die Schmerzen stets nach dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels, ist es ratsam, darauf zu verzichten. Gehen die Beschwerden dann zurück, gilt dies als Hinweis auf den Urheber der Beschwerden. Ein anderer häufiger Verursacher von Magenschmerzen nach den Mahlzeiten ist eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung). In manchen Fällen hat die Entzündung autoimmune Auslöser. Das bedeutet, dass die Magenschleimhaut vom eigenen Organismus attackiert wird, was zu einer Entzündung führt.

Nicht selten sind jedoch Bakterien wie Heliobacter pylori, chemische Substanzen aus der Umwelt oder Medikamente der Grund für die Magenbeschwerden. Bei sämtlichen Formen der Gastritis kommt es an der Magenschleimhaut zu einer schmerzhaften Entzündung. Ist die Magenschleimhaut akut, macht sich dies durch ausgeprägte Beschwerden im Oberbauch bemerkbar, die meist mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergehen. Während sich die Symptome beim Essen oft zeitweilig bessern, verschlimmern sie sich danach wieder. Mitunter kann die Gastritis auch einen chronischen Verlauf nehmen.

Zu den ernsten Ursachen für Magenschmerzen nach dem Essen gehört das Magengeschwür. Dieses ist oftmals die Folge einer Magenschleimhautentzündung, kann aber auch ohne eine Entzündung entstehen. Meist herrscht dabei eine Dysbalance zwischen der Herstellung von Schleim und Magensäure. Dadurch leidet die Magenschleimhaut verstärkt unter Angriffen. Die Schmerzen bei einem Magengeschwür sind in der Regel stechend und werden nach der Nahrungsaufnahme noch schlimmer.

Lässt sich keine organische Ursache für das Magenleiden nach dem Essen finden, liegt meist ein Reizdarmsyndrom vor. Neben den Magenschmerzen leiden die Patienten dabei zusätzlich unter Verstopfung, Durchfall, Völlegefühl oder Darmkrämpfen. Nicht selten sind die Symptome mit psychischen Stresssituationen verbunden und zeigen sich nach der Einnahme der Mahlzeiten. In manchen Fällen werden die Magenbeschwerden auch von anderen Körperbereichen ausgelöst. Dabei kann es sich um eine Gallenblasenentzündung, Gallensteine oder sogar einen Herzinfarkt handeln. Außerdem rufen bestimmte Medikamente Magenschmerzen hervor, wenn sie auf Dauer eingenommen werden.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei unklaren oder dauerhaften Magenschmerzen nach dem Essen sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dieser befragt den Patienten zunächst danach, seit wann und bei welchen Gelegenheiten die Beschwerden auftreten. Danach kontrolliert er die Empfindlichkeit der Magenregion auf Druck und nimmt eine Abtastung des Bauchraums vor. Als hilfreiche Untersuchungsmethode gilt die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) des Bauches.

Ferner kann eine Magenspiegelung erfolgen. Dabei wird ein Endoskop, das mit einer Kamera versehen ist, via Schlauch über Mund und Speiseröhre in Richtung Magen vorgeschoben. Auf diese Weise lässt sich die Magenschleimhaut gut beurteilen. Außerdem ist eine Probeentnahme der Schleimhaut möglich. Diese Probe wird dann in einem Labor eingehend untersucht. Ist die Ursache für die Magenschmerzen nicht in der Magenregion zu finden, können auch eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Bauches erfolgen, um andere Organe zu untersuchen. In den meisten Fällen nehmen Magenschmerzen nach dem Essen einen harmlosen Verlauf, sodass sie sich rasch wieder bessern. Mitunter können sich aber auch ernste Ursachen wie Magengeschwüre oder eine Lebensmittelvergiftung hinter ihnen verbergen.

Behandlung und Therapie

Auf welche Weise die Magenbeschwerden nach dem Essen behandelt werden, hängt von der auslösenden Ursache ab. Handelt es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, genügt es zumeist schon, das auslösende Lebensmittel nicht mehr zu verzehren. Liegt eine Entzündung der Magenschleimhaut vor, die von Bakterien verursacht wird, erhält der Patient meist Antibiotika. Bei einem Magengeschwür ist es wichtig, zunächst eine Gewebeprobe zu entnehmen. In den meisten Fällen werden die Geschwüre operativ entfernt.

Bei einem leichten Verlauf der Magenschmerzen können auch Hausmittel hilfreich sein. Zu den bewährten Mitteln zählen das Trinken von Kräutertee, eine Kamillenrollkur oder der Verzehr von Leinsamen, Ingwer, Honig und Kümmelöl. Außerdem wirkt sich oft Wärme schmerzlindernd aus, sodass sich eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auflegen lassen.

Werden die Magenbeschwerden durch Stress ausgelöst, gelten Entspannungsmethoden als sinnvoll. Dazu gehören in erster Linie die progressive Muskelentspannung sowie autogenes Training. Des Weiteren benötigt der Magen Zeit, damit er sich nach der verstärkten Bildung von Magensäure wieder erholen kann.



Vorbeugung

Um Magenschmerzen nach dem Essen vorzubeugen, empfiehlt sich eine gesunde Ernährungsweise, die den Magen nicht reizt. Auf scharfes oder fettes Essen sollte also lieber verzichtet werden. Gleiches gilt für Alkohol und Zigaretten. Außerdem ist es ratsam, Ärger und Stress aus dem Weg zu gehen.

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