Magen-Darm-Beschwerden

Letzte Aktualisierung am 20. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den Volkskrankheiten. Sie äußern sich an verschiedenen Regionen des Bauches und gehen oftmals mit Durchfall, Übelkeit oder Verstopfung einher.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Magen-Darm-Beschwerden?

Durchfall, Übelkeit, Verstopfung oder Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden. Die Ursachen sind häufig sehr vielfältig.

Der Magen-Darm-Trakt ist dafür verantwortlich, die Aufnahme der Nahrung und deren Verdauung zu regeln. In unserer modernden Gesellschaft ist dies oftmals eine große Belastung für den Magen. Viele Menschen sitzen ständig am Schreibtisch, schlingen in der Mittagspause ihr Mittagessen hinunter. Hinzu kommt Stress und wenig Bewegung. Nicht zu vergessen: Psychische Belastungen, die Job und Alltag vermehrt mit sich bringen, belasten den Magen zusätzlich. Aus diesen Gründen ist es nicht verwunderlich, wenn unser Verdauungssystem mit Verstopfung, Übelkeit oder Durchfall reagiert.

Der Reizdarm oder das Reizdarmsyndrom ist die am häufigsten auftretende Magen-Darm-Erkrankung. Dabei handelt es sich um eine funktionelle Störung des Verdauungstraktes, bei der sich keine organischen Ursachen feststellen lassen. Vielmehr nehmen Mediziner an, dass alle Formen von Stress ursächlich sind. Ein Grund, weshalb Betroffene oftmals als Simulanten gelten. Ein anderer Grund hierfür ist, dass sich das Reizdarmsyndrom schwer diagnostizieren lässt.

Grundsätzlich ist ein Reizdarm nicht lebensbedrohlich. Weiterhin bedeutet er nicht, dass ein erhöhtes Risiko auf schwere Darmerkrankungen besteht wie Darmkrebs. Trotzdem vermindert ein Reizdarm die Lebensqualität des Betroffenen stark, sodass oftmals depressive Erkrankungen folgen. Tatsächlich führen Symptome eines Reizdarms zu hohen Belastungen im Alltag.

Ursachen

Für Magen-Darm-Beschwerden gibt es vielfältige Ursachen:

  • ein ungesunder Lebensstil
  • das vegetative Nervensystem streikt
  • Stress
  • Infektionen
  • Säurebedingte Magen-Darm-Erkrankungen

Ein ungesunder Lebensstil

Ob der Magen rebelliert oder nicht, hängt oftmals von der Art der Nahrung ab. Wer zu viele üppige Mahlzeiten, zu wenige Ballaststoffe oder Flüssigkeit zu sich nimmt, bei dem sind Magen-Darm-Probleme nahezu vorprogrammiert.

Weiterhin wirken sich Schlafmangel und zu wenig Bewegung ebenso wie verschiedene Medikamente oder Milchzucker bei Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) negativ auf den Magen-Darm-Trakt aus.

Das vegetative Nervensystem

Das vegetative Nervensystem steuert lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Verdauung und andere und besteht aus drei Komponenten. Eine Komponente ist der Parasympathikus oder das parasympathische Nervensystem, die ähnlich wie ein Katalysator die Verdauung beschleunigt. Der Parasympathikus regt die Speichelbildung im Mundraum an und sorgt auf diese Weise für eine optimale Vorbereitung der aufgenommenen Speisen auf die Verdauung. Weiterhin aktiviert er die Darmbewegung, die Produktion von Magen- und Darmsäften und sorgt dafür, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Darmsäfte abgibt.

Magen-Darm-Beschwerden durch Stress

Wie weiter oben erwähnt, reagiert der menschliche Magen stark auf psychische Belastungen. Der Grund ist, das sich im Magen befindliche Gefühlszentrum - umgangssprachlich Bauchgefühl genannt. Was bewirkt diese Verbindung zwischen Darm und Gemütszustand? Eine Vielzahl von Nervensträngen geht vom Darm aus und führt ins Gehirn. Umgekehrt verlaufen wesentlich weniger Nervenbahnen. Das bedeutet, der Darm sendet Informationen ans Gehirn, wenn eine Störung auftritt. Andererseits lässt er sich vom Gehirn nahezu nicht beeinflussen. Im Klartext bedeutet dies, ein Betroffener nimmt ein Völlegefühl wahr. Trotzdem ist er nicht in der Lage, seinem Gehirn den Befehl zu geben, dieses Gefühl zu beenden.

Infektionen und säurebedingte Magen-Darm-Beschwerden

Oftmals sind Magen-Darm-Beschwerden die Folge von Infektionen, welche Erreger im Darm auslösen. Handelt es sich um eine Salmonelleninfektion, ist die Aufnahme von verseuchten Lebensmitteln ursächlich. Weitere Magen-Darm-Erkrankungen wie Magengeschwüre entstehen durch eine Überproduktion von Magensäure und Magensaft.

Krankheiten mit Magen-Darm-Beschwerden

Grundsätzlich gibt es viele unterschiedliche Magen-Darm-Beschwerden, die oftmals mit verschiedenen Formen der Magen-Darm-Erkrankungen einhergehen. Dazu gehören säurebedingte und funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen. Diese bewirken unterschiedliche Beschwerden, angefangen von Durchfallerkrankungen, Verstopfung bis hin zu chronisch-entzündlichen Beschwerden der Dünndarmschleimhaut.

Weiterhin ist die Parkinsonkrankheit in der Lage, Magen-Darm-Beschwerden auszulösen. Verstopfung, Darmträgheit und Völlegefühl stehen hier an vorderster Stelle. Diese Beschwerden lassen sich sowohl durch die Krankheit selber als durch Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamenten erklären und sind in der Lage, den gesamten Verdauungstrakt zu betreffen.

Von der Parkinsonkrankheit Betroffene leiden in der Regel unter Bewegungsstörungen. Diese beeinträchtigen die Beweglichkeit der Muskeln, die den Speisebrei durch den Verdauungstrakt bewegen. Die Folge ist ein negativ beeinträchtigter Transport der Nahrung über die Speiseröhre, was oftmals zu Schluckstörungen und einer verzögerten Darmentleerung führt. An Parkinson erkrankte Menschen haben in nicht wenigen Fällen Schmerzen im Oberbauch, leiden an einem Völlegefühl und einem frühzeitigen Sättigungsgefühl.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Magen-Darm-Beschwerden:

Magen-Darm-Beschwerden entstehen am häufigsten durch Entzündungen und Infektionen. Nennen lässt sich hier die Magen-Darm-Grippe oder eine Lebensmittelvergiftung. Weiterhin sind organische Probleme oftmals der Grund für Magen-Darm-Beschwerden. In bestimmten Fällen, in denen sich keine organischen Ursachen feststellen lassen, handelt es sich um funktionelle Magen-Darm-Beschwerden.

Symptome einer Magen-Darm-Grippe sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Diese wirken sich oftmals unangenehm auf das Wohlbefinden des Betroffenen aus. Trotzdem lässt sich sagen, dass die Magen-Darm-Grippe ungefährlich ist und in der Regel nicht länger als wenige Tage anhält. Während dieser Zeit ist es wichtig, dass Betroffene sich schonen und auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.

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Diagnose

Magen-Darm-Beschwerden lassen sich vom Arzt durch gezielte Fragen an den Patienten eingrenzen. In bestimmten Fällen treten sie im Oberbauch auf. In anderen Fällen im unteren Bereich des Bauches.

Weiterhin gibt es krampfartig oder dauerhaft auftretende Schmerzen sowie Beschwerden vor oder nach den Mahlzeiten. Diese Unterscheidungen helfen, die richtige Diagnose zu stellen.

Außerdem tastet der Arzt in der Regel den Bauch des Patienten ab, um die Ursache für die Magen-Darm-Beschwerden festzustellen. Das Klopfen auf dem Bauch lässt den Arzt Flüssigkeit zwischen den Darmschlingen hören.

Wenn die Schmerzen anhalten, gilt es in der Regel, weitere Untersuchungen vorzunehmen. Hierzu gehören Blutuntersuchungen, Urinuntersuchungen oder andere Untersuchungen.

Durch eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob der Patient erhöhte Entzündungswerte oder ob der Gehalt des roten Blutfarbstoffes im Blut zu niedrig ist.

Andererseits ist ein Atemtest in der Lage, das Bakterium Helicobacter nachzuweisen. Dieses gilt als Auslöser für eine Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwüre.

Die Magenspiegelung ist ein weiteres Diagnosemittel bei Magen-Darm-Beschwerden. Hier führt der Arzt einen dünnen Schlauch durch Mund und Speiseröhre, bis in den Magen. Eine kleine Kamera ermöglicht Aufnahmen des Mageninneren. Auf diese Weise lassen sich die Schleimhaut der Speiseröhre und der Magen untersuchen und von verdächtig aussehenden Bereichen Proben entnehmen.

Eine Ultraschalluntersuchung erlaubt es, einzelne Darmschlingen sichtbar zu machen. Weiterhin Flüssigkeit, die sich außerhalb des Darms aufhält.

Bei einem durchgebrochenen Magengeschwür zeigt eine Röntgenaufnahme freie Luft unter dem Zwerchfell.

Computertomografie oder Magnetresonanztherapie (MRT) teilen den menschlichen Körper in viele dünne Scheiben. Auf diese Weise ist der Arzt in der Lage, kleinste Veränderungen oder Krebsgeschwüre zu sehen.

Behandlung und Therapie

Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Durchfall oder Magenkrämpfe müssen in der Regel nicht unbedingt mit Medikamenten behandelt werden. Häufig bewähren sich schon einfache Hausmittel, um die Beschwerden zu lindern:

Viel trinken

  • Durchfall und Erbrechen können zu einem starken Flüssigkeitsverlust führen. Deshalb sollten Sie möglichst viel stilles Wasser oder ungesüßten Tee trinken, um den Mangel auszugleichen.

Ballaststoffe helfen gegen Verstopfung

  • Ballaststoffe können die Darmtätigkeit (Verdauung) anregen


Äpfel und Joghurt für einen gesunden Darm

  • Bioaktive Stoffe und Milchsäurebakterien reduzieren Entzündungen und fördern die Verdauung

Leichte Kost

  • Nehmen Sie leicht verdauliche Schonkost zu sich. Dazu zählen: stilles Wasser, ungesüßte Tees (z.B. Kamillentee), Salzstangen, Zwieback, Brühe, Hafer- oder Grießbrei.

Bewegung

  • Ein Spaziergang oder maßvoller Sport kann die Darmtätigkeit anregen und somit die Verdauung in Schwung bringen.

Wärme gegen Verdauungsstörungen

  • Bei Bauchschmerzen kann eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen für Entspannung und Schmerzlinderung sorgen.

Medikamente gegen Durchfall, Übelkeit und Schmerzen

  • In bestimmten Fällen ist eine medikamentöse Therapie angeraten. So helfen Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion rasch und effizient. Bei unstillbarer Übelkeit und Erbrechen werden Antiemetika (Antibrechmittel) verabreicht. Krampflösende Medikamente (Butylscopolaminbromid) werden bei Magenkrämpfen bzw. Bauchschmerzen eingesetzt.
  • Ein erheblicher Flüssigkeitsverlust kann mit der oralen Verabreichung von speziellen Traubenzucker-Elektrolyt-Lösungen (Rehydratationslösungen) behandelt werden.

Infusionen

  • Der Grund für eine Lebensmittelvergiftung sind giftige oder bakteriell verseuchte Lebensmittel. Handelt es sich um eine leichte Vergiftung, heilt diese in der Regel innerhalb weniger Tage ab. In anderen Fällen ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nötig.
  • Zum Beispiel, wenn der Körper die durch Erbrechen und Durchfall verloren gegangene Flüssigkeit nicht rechtzeitig ersetzt bekommt. In diesem Fall verabreicht der Arzt eine Infusion, um die verlorene Flüssigkeit (Elektrolyte) zuzuführen.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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