Lymphdrüsen (Lymphknoten)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Lymphdrüsen (Lymphknoten)

Die Lymphdrüsen gehören dem lymphatischen System an. Sie sind auch als Lymphknoten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Bei den Lymphdrüsen (Nodus lymphoideus) handelt es sich um einen bedeutenden Bestandteil des menschlichen Immunsystems. Da sie keine Drüsen im eigentlichen Sinne darstellen, tragen sie auch die Bezeichnung Lymphknoten. Die Lymphknoten sind überaus wichtig für das Lymphsystem und an unterschiedlichen Abschnitten der Lymphgefäße zu finden.

Insgesamt verfügt der Mensch über etwa 600 Lymphdrüsen. Sie sind in erster Linie in den Achseln sowie im Nacken, Hals, Brustkorb und Bauch angesiedelt. Jeder Lymphknoten ist für einen bestimmten Bereich des Organismus zuständig. Zahlreiche Lymphdrüsen können von außen in Form von kleineren Verdickungen des Gewebes ertastet werden. Im Falle einer Infektion ist das Anschwellen des betroffenen Lymphknotens möglich.

Anatomie

Die Form einer Lymphdrüse ähnelt der einer Bohne oder einer Erbse. Ihre Größe erreicht in der Regel nur wenige Millimeter. Umgeben wird sie von einer stabilen Bindegewebskapsel. Von dieser gehen Septen bis ins Lymphknoteninnere über. Dieses setzt sich aus lymphretikulärem Gewebe zusammen. Es wird aus freien Lymphozyten und Retikulumzelle gebildet. Das Gewebe lässt sich in drei Schichten unterteilen. Dabei handelt es sich um das innere Mark, die parakortikale Zone sowie die Rinde.

Ein weiteres Merkmal der Lymphknoten stellen die Hohlräume dar, die sie durchziehen. Sie werden Lymphsinus genannt. Von ihnen bewegt sich die Lymphflüssigkeit von einem Knotenpunkt zum anderen. In den Lymphgefäßen kommt es zur Ansammlung von Primärlymphe, die aus dem benachbarten Gewebe stammt.

Die Gefäße erstrecken sich als Vas afferentia bis in die Lymphknoten. Im Lymphdrüseninneren erfolgt die Aufbereitung der Lymphflüssigkeit. Über die Vas efferens, die im Zentrum liegt, sowie den Hilus fließt die Lymphe aus den Drüsen hinaus. Anschließend kehrt sie zurück in den Blutkreislauf oder gelangt zu einem Sammellymphknoten.

Die einzelnen Schichten der Lymphknoten beherbergen mehrere Lymphozyten. Dazu gehören die B-Lymphozyten sowie die T-Lymphozyten. Im Mark der Lymphdrüsen haben dagegen die sogenannten Makrophagen ihren Sitz. Falls bei einer Bedrohung erforderlich, ist ein rasches Aktivieren der Lymphdrüsen möglich. Dann greifen sie als Teilbereich des Abwehrsystems ein.

Funktion

Aufbau eines Lymphknoten.

Wichtigste Aufgabe der Lymphknoten ist die Aufnahme von Flüssigkeit aus dem Gewebe, die als Lymphe bezeichnet wird. Diese Lymphflüssigkeit wird innerhalb der Drüsen auf schädliche Viren oder Bakterien überprüft. Auch auf eigene entartete Körperzellen oder weitere schädliche Substanzen achten die Lymphknoten.

Die Primärlymphe aus dem benachbarten Gewebe wird von den regional agierenden Knoten aufgenommen und aufbereitet. Nach Abschluss dieses Vorgangs erfolgt der Weitertransport der Lymphflüssigkeit zu umfangreicheren Sammellymphknoten. Diese verarbeiten die Lymphe und leiten sie zurück in den Blutkreislauf.

Erkennen die Lymphozyten, die sich innerhalb der Lymphdrüsen befinden, schädliche Keime, gehen sie gegen diese vor, indem sie sie in den Phagozyten einschließen. Falls möglich, kommt es im Anschluss zu einem enzymatischen Zerlegen der Keime in Bestandteile, die unschädlich sind. Diese Stücke werden dann wieder ausgeschieden. Alternativ ist auch eine direkte Attacke durch Antigene möglich. Die T-Zellen verfügen außerdem über die Fähigkeit, Hilfe aus anderen Bereichen des Körpers zu holen.

Zytotoxische T-Zellen sind imstande, entartete Krebszellen sowie körpereigene Zellen, die sich infiziert haben, zu erkennen. Außerdem stellen sie spezielle Botenstoffe (Zytokine) her. Diese verfügen über die Eigenschaft, einen vorprogrammierten Zelltod bei den entarteten oder infizierten Zellen auszulösen. Mitunter wird der Organismus auch zum Ausbruch von Fieber stimuliert. So reagieren zahlreiche Viren überaus temperaturempfindlich.



Erkrankungen der Lymphdrüsen

Im Falle von Erkrankungen können fremde Zellen oder Partikel in die regionären Lymphknoten vordringen, was wiederum zu einer Immunreaktion führt. Bemerkbar macht sich diese Reaktion zumeist durch das Entstehen von Schwellungen, die sich ertasten lassen. Mitunter lösen sie auch Schmerzen aus. Treten Schwellungen an sämtlichen Lymphdrüsen auf, gilt dies als systemisches Problem, vom dem der gesamte Organismus betroffen ist.

Eine systemische Lymphdrüsenreaktion ist sowohl durch bakterielle als auch durch virale Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber oder Röteln möglich. Auch bei einer HIV-Infektion kommt es nach einer gewissen Zeit zu ähnlichen Reaktionen.

Handelt es sich dagegen um eine örtlich begrenzte Infektion, werden nur bestimmte Lymphknoten in Mitleidenschaft gezogen, die für den infizierten Abschnitt verantwortlich sind. So kommt es zum Beispiel bei einer Atemwegsinfektion zu Beschwerden an den Hals-Lymphknoten.

Eine Erkrankung der Lymphdrüsen selbst tritt jedoch nur in seltenen Fällen auf. Dazu gehört in erster Linie Lymphdrüsenkrebs. Bei dieser Krankheit bilden sich Lymphome, deren Aggressivität unterschiedlich ausfällt. Zu den häufigsten Formen von Lymphdrüsenkrebs zählen das Non-Hodgkin-Lymphom sowie das Hodgkin-Lymphom, bei denen ein schmerzfreies Anschwellen der Lymphknoten zu verzeichnen ist.

Bücher über Lymphknoten

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Lymphdrüsen (Lymphknoten)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?