Lupinen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Juni 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Lupinen

Lupinen sind nicht nur attraktive Pflanzen, deren intensiv leuchtende Blüten eine wahre Augenweide für jeden Naturfreund darstellen, sondern zugleich auch ein wichtiges Nahrungsmittel. In Deutschland wird die Feldfrucht sogar als Forschungsobjekt untersucht. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, inwieweit sie als Ersatz für tierische Produkte genutzt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Lupinen wissen

Die Lupine ist eine enge Verwandte von Bohnen und Sojabohnen. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika. Die anspruchslose Feldfrucht gedeiht sogar auf Sandboden, benötigt keinen Dünger, da sie sehr tief wurzelt und gilt wegen ihrer hohen Stickstoff-Bindefähigkeit als Boden-Verbesserer.

Die Lupine gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Als Nahrungsmittel verwendet werden die essbaren gelben Samen der weißen, blauen und gelben Süßlupine. Bei ihr wurden die bitteren und teilweise sogar toxischen Alkaloide herausgezüchtet. Die Samen schmecken delikat-nussig und können roh verzehrt, auf diverse Arten zubereitet und sogar als vegetarisch-veganer Fleischersatz verwendet werden.

Lupinen-Samen gelten als einer der wichtigsten pflanzlichen Eiweißlieferanten überhaupt. Sie werden nach der Ernte gereinigt, zu Schrot, Mehl oder zum Fleischersatz Lopino verarbeitet. Lupinenmehl kann bei veganer Ernährung sogar als Ei-Ersatz genutzt werden.

Bedeutung für die Gesundheit

Lupinen Samen und ihre Erzeugnisse sind leicht verdaulich und vitamin- und mineralstoffreich. Wegen ihres hohen Ballaststoff-Gehalts fördern sie die Verdauung und wirken stark sättigend - was vor allem von Menschen, die eine Reduktionsdiät machen, positiv bewertet wird. Da sie einen niedrigen glykämischen Index haben, kommt es nach der Mahlzeit zu keinem starken Anstieg der Blutzuckerwerte und zu Heißhunger-Attacken.

Die alten Lupinensorten sind giftig und sollten nicht verarbeitet werden! Die neueren Sorten hingegen bringen erdnussähnliche Früchte hervor, die gesund und schmackhaft sind.

In den wertvollen Samen sind alle 8 essentiellen Aminosäuren in hoher Konzentration vorhanden, sodass Zellaufbau und Zellerneuerung gefördert und das Immunsystem gestärkt werden. Die Aminosäure Arginin sorgt für eine Entspannung der glatten Muskulatur der Blutgefäße, sodass es zur Gefäßerweiterung und zur Senkung des Blutdrucks kommt.

Der hohe Ballaststoff-Anteil sorgt noch zusätzlich für eine Verringerung des LDL und des Gesamtcholesterin-Werts. Das für die gelbe Farbe der Samen verantwortliche Beta-Carotin (Vorläufer von Vitamin A) ist ein Antioxidans, das die Sehkraft verbessert und das Knochenwachstum unterstützt. Die pro-biotischen Eigenschaften der Lupinen Inhaltsstoffe sorgen für eine gesündere Darmflora und wirken so positiv auf das Immunsystem.

Die Isoflavonoide haben eine anti-oxidative und krebshemmende Wirkung. Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten kommt es durch den Konsum von Lupinen Erzeugnissen nicht zu störenden Blähungen. Der hohe Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Ölsäure, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren) sorgt für eine gesteigerte Aktivität des Energiestoffwechsels und eine optimale Aufnahme von Vitaminen aus der Nahrung.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

100 g Lupinen-Samen enthalten 42 g Eiweiß, 6 g Fett, 5 g Kohlenhydrate, 19 g Ballaststoffe, Folsäure, Kalium, Mangan, Zink, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Phosphor und Vitamin B12. Sie haben 253 kcal.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 253 kcal/ 1059 kj
Eiweiß 42 g
Kohlenhydrate 5 g
Fett 6 g
Ballaststoffe 19 g

Unverträglichkeiten

Für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit bzw. Zöliakie/Sprue ist Lupinen-Mehl ein guter Ersatz für die herkömmlichen klebereiweißhaltigen Mehlsorten. Außerdem eignen sich Lupinen Erzeugnisse auch für Menschen mit einer Soja- und einer Milcheiweiß-Allergie.

Da sie keine Purine enthalten, können sie außerdem von Menschen mit erhöhtem Harnsäure-Spiegel und Gicht-Patienten konsumiert werden. Personen mit einer Soja- oder Erdnuss-Allergie sollten jedoch im Umgang mit Lupinen Produkten vorsichtig sein, da bei ihnen ein 30 bis 60 prozentiges Risiko besteht, dass sie auch auf Lupinen allergisch reagieren.

Rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel


Einkaufs- und Küchentipps

Süßlupinen sind als getrocknetes Kraut, Samen, gemahlen (Schrot, Mehl) und in Tablettenform in Spezialshops im Internet, in Reformhäusern, Bioläden und gut sortierten Supermärkten erhältlich. Außerdem gibt es noch Lupinen-Milch, Brot, Nudeln, Kaffee und Fleischersatz-Produkte aus dem vielseitig nutzbaren Nahrungsmittel.

Um reine Qualität zu erhalten, empfiehlt es sich, auf das Biosiegel zu achten. Lupinen-Mehl sollte unbedingt luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Getrocknete und eingelegte Samen sind lange haltbar, Fleischersatz nur bis zum angegebenen Datum. Lupinen Samen müssen vor der Verarbeitung nicht erst eingeweicht werden, sondern können sofort zubereitet werden.

Zubereitungstipps

Wer sich vegan-vegetarisch ernähren möchte, findet Lupinen-Samen seit einiger Zeit auch in Brotaufstrichen. Sportler schätzen das eiweißhaltige Nahrungsmittel und nehmen es als Nahrungsergänzungsmittel zur Förderung des Muskelaufbaus ein: Der Protein-Shake wird einfach aus Lupinen-Mehl und Wasser zubereitet.

Statt Weizengrieß kann Lupinen-Grieß für Süßspeisen und zum Backen verwendet werden. Geschrotete Lupinen Samen sind auf Müslis ein schmackhaftes Topping. Menschen, die wegen ihres hohen Blutdrucks auf den Konsum von koffeinhaltigen Getränken verzichten müssen, finden im Lupinen-Kaffee eine gesunde Alternative zum herkömmlichen Kaffee.

Außerdem kann der Anwender Lupinen-Mehl zum Binden von Soßen und Suppen nutzen. Die Samen dienen als Ersatz von Linsen und Bohnen in Eintöpfen. Dazu werden sie einfach in Salzlake eingelegt und am Ende der Garzeit dem Gericht hinzugefügt.

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