Lungenspiegelung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2016
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Eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) wird eingesetzt, wenn andere Verfahren wie Röntgen und Computertomographie keine ausreichenden Informationen liefern. In diesem Fall erfolgt der Eingriff, um eine Erkrankung zu bestätigen oder auszuschließen. Bei der Behandlung verschiedener Erkrankungen spielt sie ebenso eine Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lungenspiegelung?

Bei der Lungenspiegelung wird zu Diagnose- oder Behandlungszwecken ein Endoskop (ein dünner Schlauch) über die Nase oder den Mund in die Bronchien eingeschoben. Der Durchmesser beträgt zwei bis sechs Millimeter, sodass die Bronchoskopie auch bei Kindern eingesetzt werden kann. Dieser Eingriff ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt, auch wenn das Verfahren in dieser Zeit meist noch dafür genutzt wurde, um Fremdkörper zu entfernen. Zusätzlich wird noch eine Kamera samt Lichtquelle mit eingeführt, damit sich der Arzt ein genaues Bild über die Bronchien bzw. deren Zustand machen kann.

Die Kamera schickt die Bilder in Echtzeit an den Monitor, auf welchem der Arzt die Luftwege begutachtet. Auch die Entnahme von Gewebsproben (Biopsien) ist auf diese Weise möglich. Diese Gewebsproben betrachtet der Arzt später unter dem Mikroskop. Die Lungenspiegelung kann zur Diagnosefindung, aber auch zur Behandlung notwendig sein, zum Beispiel, um bei Asthma bronchiale zähen Schleim abzusaugen oder um Blutungen zu stillen. Radioaktive Substanzen zur Bestrahlung von Tumoren können auf diesem Weg ebenso in die Lunge eingebracht werden, um die Heilungschancen zu erhöhen.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Lungenspiegelung:

Die Lungenspiegelung wird aus verschiedenen Gründen eingesetzt und zwar bei Verdacht auf Lungenerkrankungen, Diagnose von Erkrankungen der Bronchien und Lunge und Behandlung der Atmungsorgane. Wenn eine Lungenspiegelung vorgesehen ist, zeigt der Betroffene meist atemwegstypische Beschwerden, beispielsweise einen chronischen Husten, der länger als drei Wochen dauert, klinisch nicht zu erklären und zu therapieren ist, einen blutigen Auswurf, Atemprobleme etc.

Auch zur Kontrolle nach operativen Eingriffen wird die Bronchoskopie häufig eingesetzt. Mit der Hilfe der Spiegelung können die Gründe für die Symptome ermittelt werden. Zu den möglichen Ursachen zählen beispielsweise: Lungenentzündung, Lungenabszess (Eiter im Lungengewebe), in die Atemwege eingedrungene Bakterien und Pilze, Lungentumor (gutartig oder bösartig), Tuberkulose, Entfernung von Fremdkörpern oder Wucherungen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Während in der Vergangenheit vorwiegend starre Endoskope verwendet wurden, sind es heutzutage flexible Geräte. Diese sind nicht nur vielseitiger einsetzbar, sondern für den Patienten auch angenehmer in der Anwendung. Ob ein flexibles oder starres Endoskop verwendet wird, ist vom individuellen Einsatzzweck abhängig. Das starre Rohr kann beispielsweise Fremdkörper aus der Lunge besser entnehmen. Diese Bronchoskopie bietet zudem Vorteile, wenn ein Tumor beispielsweise die Atemwege stark einengt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Bevor eine Lungenspiegelung durchgeführt wird, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Der Patient muss vor der Untersuchung mindestens vier Stunden lang nüchtern sein, wobei das Rauchen ebenso nicht erlaubt ist. Das Gleiche gilt circa zwei Stunden nach der Bronchoskopie, da aufgrund der Betäubung des Rachens ein „Verschlucken“ möglich ist. Zudem sind im Vorfeld der Untersuchung in der Regel ein EKG, eine Lungenfunktionsprüfung, ein Röntgenbild der Lunge und eventuell eine Computertomographie des Brustkorbs notwendig.

Zudem gehört die Bestimmung des Blutbildes sowie der Blutgerinnung zu den Vorsorgemaßnahmen. Dies dient dem Ziel, beim Entnehmen einer Gewebeprobe das Risiko einer Blutung richtig einschätzen zu können. Werden blutverdünnende Medikamente eingenommen, müssen diese rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Wenn ein Mittel zur Beruhigung oder eine Kurznarkose verabreicht wurden, darf der Betroffene am gleichen Tag kein Auto fahren. Liegen schwerwiegende Begleiterkrankungen oder ein erhöhtes Blutungsrisiko vor, wird die Lungenspiegelung stationär durchgeführt.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei der Lungenspiegelung wird ein Endoskop (Schlauch oder Rohr) in die Bronchien eingeführt. Dies ermöglicht dem behandelnden Arzt eine genaue Diagnose oder bestimmte Eingriffe in der Region. Das Endoskop wird durch die Luftröhre vorgeschoben. Diese sind wie eine Art "Bronchialbaum" mit Verästelungen vorzustellen. Um den Husten- oder Würgereiz zu unterdrücken, erhält der Patient vorher mittels Spray eine lokale Betäubung.

Auch die Verabreichung eines Beruhigungsmittels oder einer Kurznarkose ist möglich, um die Untersuchung kaum oder gar nicht wahrzunehmen. Eine Vollnarkose ist nur selten nötig, außer wenn ein starres Metall-Bronchoskop verwendet wird. Dieses wird mittlerweile jedoch nur noch selten benutzt. Es dient hauptsächlich dem Entfernen von Fremdkörpern oder zur Behandlung mittels Laser, beispielsweise bei Blutschwämmen, die aus der Luftröhre entfernt werden. Die Untersuchung dauert normalerweise rund 15 Minuten.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Bei einem Verdacht, dass Erkrankungen der Lunge oder Bronchien vorliegen, werden die Kosten für die Lungenspiegelung von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wichtig ist hierbei stets, dass sie vom Arzt veranlasst wurde.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Lungenspiegelung ist eine risikoarme, aber nicht völlig risikofreie Diagnosemethode. Sie kann aufgrund der mechanischen Einwirkung oder der eventuellen Entnahme einer Gewebeprobe zu leichten Blutungen, Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden, einer Heiserkeit oder einem Husten führen. Sind die Blutungen stark, werden sie per Endoskop gestillt. Vereinzelt wird der Kehlkopf verletzt oder es tritt ein kurzfristiges Fieber auf. Schwere Zwischenfälle sind bei der Lungenspiegelung sehr selten.

In Einzelfällen bildet sich aufgrund einer Verletzung der Lungenbläschen ein Pneumothorax. In diesem Fall strömt in den Raum zwischen Lunge und Lungenhöhle Luft, wodurch ein Gefühl der Luftnot verursacht wird. Durch das Anlegen einer Thoraxdrainage (Plastikschlauch) durch die Brustwand kann die eingedrungene Luft wieder nach draußen befördert werden. Insgesamt ist die Bronchoskopie eine sichere Routineuntersuchung.

Problematisch kann eine Lungenspiegelung jedoch bei einer sehr schlechten gesundheitlichen Verfassung oder bei schwerwiegenden Begleiterkrankungen sein, beispielsweise bei einer Herzmuskelschwäche, einem akuten Herzinfarkt, einer stark verringerten Funktion der Lunge oder einer gestörten Blutgerinnung. In diesen Fällen sollte die Notwendigkeit der Lungenspiegelung genau bedacht werden. Es gilt, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Im Allgemeinen ist die Verletzungsgefahr bei der starren Bronchoskopie im Vergleich zur flexiblen Spiegelung höher.

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