Lumbalpunktion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2016
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Bei der Lumbalpunktion oder Liquorpunktion wird Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Der Eingriff wird zur Diagnose unterschiedlicher Erkrankungen durchgeführt und dient weiterhin der Therapie oder der Injektion von Anästhetika.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lumbalpunktion?

Wird ein Patient lumbal punktiert, so wird ihm mithilfe einer Hohlnadel im Lendenwirbelbereich Nervenwasser aus dem Wirbelkanal entnommen. Die Entnahme erfolgt hinsichtlich einer Liquordiagnostik. Gesunde Menschen weisen klares Nervenwasser auf. Rötliche Verfärbungen deuten auf frisches Blut hin, gelbes Nervenwasser gibt Hinweise auf bereits länger zurückliegende Einblutungen. Entzündungen bewirken eine Trübung des Liquors. Um die Inhaltsstoffe des Nervenwassers zu analysieren, wird das Labor eingesetzt. In manchen Fällen dient die Lumbalpunktion auch therapeutischen Zwecken. Im Hinblick darauf ist es möglich, Medikamente direkt in das Rückenmark zu injizieren. Diese Methode findet häufig in der Behandlung von Krebserkrankungen Anwendung.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Lumbalpunktion:

Die Lumbalpunktion wird meist zur Diagnostik von neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Begleitend zu dieser Untersuchung erfolgt meist auch eine gleichzeitige Blutentnahme, um verschiedene Werte vergleichend darstellen zu können. Normalerweise führt der Körper keinen Austausch zwischen Blut und Nervenwasser durch. Es handelt sich dabei um eine Sperre, die im medizinischen Sinne als Blut-Liquor-Schranke bezeichnet wird.

Diverse Erkrankungen stören diese Schranke, so dass es zum Eintritt von Blut in die Hirnflüssigkeit kommen kann. Bei der Untersuchung des Liquors wird somit die Menge der roten und weißen Blutkörperchen analysiert. Von Bedeutung ist auch der Zucker- und Eiweißanteil im Serum. Bei Verdacht auf Hirn- und Rückenmarkserkrankungen wird daher grundsätzlich eine Lumbalpunktion durchgeführt und Liquorflüssigkeit entnommen. Das Labor bestimmt dann die genaue Zusammensetzung und ermöglicht so eine sichere Diagnose.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Die Lumbalpunktion bezeichnet eine häufig eingesetzte Methode zur Entnahme von Nervenwasser. Der Punktionsbereich liegt in Höhe des dritten und vierten oder des vierten und fünften Lendenwirbelkörpers inmitten der sogenannten Dornfortsätze. Zur Durchführung wird die Verbindung zwischen den Becken gekennzeichnet. Die subokzipitale Punktion wird medial am unteren Okziput durchgeführt. Die Anatomie ist hier allerdings sehr komplex, daher gibt es ein vergleichsweise hohes Risiko für schwere Komplikationen. Aus diesem Grund findet die Methode nur sehr selten und in besonderen Situationen Anwendung.

Die sogenannte laterale Cervikalpunktion wird an der Seite zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel durchgeführt. Auch hier sind die anatomischen Voraussetzungen sehr kompliziert. Daher findet diese Methode ebenfalls nur Anwendung, wenn die Durchführung einer herkömmlichen Lumbalpunktion unmöglich ist. Die Ventrikelpunktion bezeichnet eine Reservoir-Punktion, bei der ein fixer Ventrikelkatheter in den Hirnkammern verbleibt, um einen Zugang mithilfe eines kleinen Hohlraums zu schaffen. Aus dem Reservoir wird dann mit einer Nadel Nervenwasser entnommen. Auch Medikamente können hier injiziert werden.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Vor der Lumbalpunktion sollten keine Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung eingenommen werden. Nach der Untersuchung sollte eine hohe Flüssigkeitszufuhr erfolgen. Alle Patienten, die unter erhöhtem Hirndruck leiden, dürfen keinesfalls lumbal punktiert werden. Dies gilt ebenso für Patienten, die eine Blutgerinnungsstörung aufweisen. Die Lumbalpunktion an sich ist nicht mit Schmerzen verbunden. Aus diesem Grund werden standardmäßig auch keine Anästhetika verabreicht.

Als Nebenwirkung tritt in einigen Fällen ein postpunktioneller Kopfschmerz auf. Er verschwindet jedoch nach wenigen Tagen. Manchmal kann es auch zu schmerzhaften Beschwerden im Bereich der Punktionsstelle sowie der Hüften kommen. Schwere Nebenwirkungen sind eher selten. Direkt nach dem Eingriff können auch Schwindelgefühle und Übelkeit entstehen. Diese Begleiterscheinungen halten aber nur kurz an. Nachdem die Lumbalpunktion durchgeführt wurde, sollten die Patienten unbedingt eine Stunde Bettruhe einhalten, damit es nicht zu Kreislaufschwierigkeiten kommt. Wichtig ist auch eine hohe Flüssigkeitszufuhr.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Für die Entnahme von Nervenwasser wird eine Hohlnadel in den Rücken des Patienten eingeführt. Der behandelnde Arzt führt die Nadel dabei im Lendenwirbelsäulenbereich zwischen zwei Wirbeln ein. Da diese Wirbel als Lumbalwirbel bezeichnet werden, trägt der Eingriff die Bezeichnung Lumbalpunktion. Auf diese Weise wird Liquorflüssigkeit entnommen, ähnlich einer Entnahme von Blut. Die Methode ist sehr risikoarm, da sich im unteren Bereich der Lendenwirbel kein Rückenmark befindet, das mit der Nadel verletzt werden könnte. Während des Eingriffs nehmen die Patienten meist eine liegende Position in Emryonalstellung ein. Die einzelnen Wirbel fächern sich auf, und es bildet sich ein größerer Abstand in den Zwischenräumen.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Lumbalpunktion werden im Allgemeinen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern eine medizinische Indikation vorliegt. In einigen Fällen kann es möglich sein, dass die Kosten nur teilweise getragen werden, dies kommt allerdings nur sehr selten vor. Wird eine Lumbalpunktion ohne die entsprechende ärztliche Anordnung lediglich auf Wunsch des Patienten durchgeführt, so hat dieser die Kosten der Untersuchung, der Anästhesie und eines möglichen Klinikaufenthaltes selbst zu tragen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Durchführung einer Lumbalpunktion, also der Entnahme von Nervenflüssigkeit, ist im Allgemeinen sehr risikoarm und bezeichnet eine Routineuntersuchung. Gänzlich ohne Risiken kann allerdings kein invasiver Eingriff durchgeführt werden. Auch wenn der Arzt sehr sorgfältig vorgeht, kann es in einigen Fällen zu Komplikationen kommen. Gelegentlich treten Gefäßverletzungen auf, die allerdings nicht weiter behandelt werden müssen. Zu großen Blutungen kommt es fast nie. Weiterhin können die Nervenwurzeln gereizt werden, so dass es infolge des Eingriffs zu ischiasähnlichen Schmerzen kommt. Aber auch diese Beschwerden lassen meist schnell nach.

Hin und wieder treten Übelkeit, Erbrechen, Kopf- und Rückenschmerzen auf. Diese halten oft einige Tage an und verschwinden dann von selbst. Sollte der Einsatz von Betäubungsmitteln notwendig werden, so können diese unmittelbar nach der Untersuchung gegeben werden. In den meisten Fällen gehen die Beschwerden allerdings zurück, wenn sich die Patienten hinlegen. Nur selten kommt es vor, dass auch nach länger zurückliegender Lumbalpunktion Beschwerden anhalten, die weiter behandelt werden müssen. Weiterhin ist es möglich, dass nach der Entnahme der Liquorflüssigkeit Kreislaufstörungen auftreten. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass nach dem Eingriff Bettruhe eingehalten wird. In vereinzelten Fällen kann auch das Hörvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein.

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