Luftröhrenschnitt

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Juli 2016
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Der sogenannte Luftröhrenschnitt wird in der Fachsprache als Tracheotomie bezeichnet und stellt einen operativ hergestellten Luftröhrenzugang dar. Mit dieser Methode werden die Atemwege in Notsituationen gesichert. Die Tracheotomie wird insbesondere bei Patienten durchgeführt, die über einen längeren Zeitraum beatmet werden müssen. Der Luftröhrenschnitt wird aber auch in Akutsituationen zur kurzfristigen Sauerstoffversorgung eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Luftröhrenschnitt?

Als Luftröhrenschnitt wird die chirurgische Öffnung der Luftröhre (Trachea) bezeichnet. Diese Öffnung wird durch einen Arzt vorgenommen, der dabei eine Kunststoff- oder Metallkanüle in die Luftröhre einführt. Die Öffnung wird als Tracheostoma bezeichnet. Um einen Luftröhrenschnitt durchzuführen, stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Es wird im Allgemeinen zwischen der Standardtracheotomie und dem dilatativen Luftröhrenschnitt unterschieden.

Das Sprechvermögen der Patienten wird durch spezielle Sprechkanülen ermöglicht, die allerdings zuvor eingesetzt werden müssen. Andernfalls ist das Sprechen nicht möglich. Diese Kanülen werden am hinteren Bereich der Luftröhre befestigt, so dass die ausgeatmete Luft in den oberen Kehlkopfbereich strömen kann. Häufig kommt es zu Verwechslungen zwischen dem echten Luftröhrenschnitt und der Koniotomie.

Bei letzterer wird das Verbundgewebe zwischen dem Schild- und Ringknorpel des Kehlkopfes durchstochen. Dieses Verfahren wird meist nur in Notsituationen bei hohem Erstickungsrisiko angewendet, falls andere Beatmungsmöglichkeiten nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Luftröhre durch allergische Reaktionen anschwillt oder durch eingedrungene Fremdkörper verschlossen wurde.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete des Luftröhrenschnitts :

Oftmals wird bei Patienten, bei denen eine länger andauernde künstliche Beatmung notwendig ist, ein Luftröhrenschnitt durchgeführt. Das kann beispielsweise bei einem Koma oder bei einer chronischen Atemschwäche der Fall sein. Der Eingriff wird ebenfalls bei luftröhrenverengenden Tumoren, Gesichtsverletzungen, Fehlbildungen der Atemwege oder des Kehlkopfes sowie bei einem Schädelbasisbruch vorgenommen.

Aber auch bei verschiedenen Verletzungen der Nervenstränge, die Schluckstörungen hervorrufen, kann ein Luftröhrenschnitt notwendig werden. Diese Methode hat gegenüber einer Intubation den Vorteil, dass das Risiko für Verletzungen von Stimmbändern und Kehlkopf wesentlich geringer ist. Aber auch die Nahrungszufuhr ist erheblich einfacher. Der Nachteil besteht darin, dass dieser Eingriff meist nicht stationär erfolgt, sondern unter sterilen Voraussetzungen direkt an Ort und Stelle vorgenommen werden muss.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Bevor ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden kann, verabreicht der behandelnde Arzt eine Vollnarkose, so dass der Eingriff schmerzfrei bleibt. Manchmal ist allerdings eine lokale Betäubung ausreichend. Der Arzt desinfiziert die Haut und bedeckt den Patienten mit sterilen Tüchern. Dabei lässt er die Schnittregion am Hals aus. Bei der Standardmethode führt er dann im oberen Bereich der Luftröhre einen Schnitt durch.

Danach wird ein Knorpelstück entfernt und eine Kanüle aus Kunststoff oder Metall eingesetzt, die anschließend fixiert wird. Bei der dilatativen Tracheotomie wird die Haut geöffnet und mit einer Schere auseinandergezogen, bis die Luftröhre sichtbar wird. Diese wird dann mit einer Nadel durchstochen und ein Draht eingeführt. Der Draht dient als Schiene für den Dilatator, welcher für die Dehnung der so geschaffenen Öffnung zuständig ist. Anschließend wird die Kanüle eingeführt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Nach einem Luftröhrenschnitt gelangt die Atemluft nicht mehr über Nase und Mund in die Lungen, sondern strömt über eine Kanüle unmittelbar in die Luftröhre. Das behindert den Geruchs- und Geschmackssinn erheblich. Weiterhin erschwert die Kanüle den Schluckvorgang, da der Kehlkopf belastet wird. Aus diesem Grund kann sich Speichelflüssigkeit ansammeln und so die Kanüle verstopfen. Daher sollte der Speichel konstant abgesaugt werden.

Wenn die Beatmung über das Tracheostoma nicht mehr erforderlich ist, kann die Kanüle entfernt werden. Atmet der Patient aus, wird die Kanüle herausgezogen. Wurde auf diese Weise eine Standardtracheotomie vorgenommen, vernäht der Arzt im Anschluss die entstandene Wunde; in einigen Fällen verheilt sie auch nach geraumer Zeit ohne chirurgisch verschlossen zu werden. Bei der dilatativen Tracheotomie wird die Wunde nicht vernäht, denn sie heilt sehr rasch von selbst. Es lässt sich jedoch nicht vermeiden, dass es nach einem Luftröhrenschnitt zu einer bleibenden Narbenbildung im Halsbereich kommt.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Die konventionelle Methode der Tracheotomie erfordert einen Schnitt zwischen den Knorpelspangen der Luftröhre. Die Kanülen, die im Tracheostoma eingesetzt werden, müssen permanent ausgetauscht werden. Auch das sogenannte Stoma sollte einer gründlichen Pflege unterzogen werden. Für die unterschiedlichen Einsatzgebiete stehen verschiedene Kanülen zur Verfügung, die jeweils andere Formen, Größen und Materialien aufweisen. Werden Kanülen lediglich zur Beatmung des Patienten eingesetzt, so bestehen sie hauptsächlich aus Kunststoff.

Ist es vorgesehen, dass das Tracheostoma permanent vorhanden bleibt, werden Kanülen aus Silber verwendet. Bei Patienten, die einer intensivmedizinischen Beatmung ausgesetzt sind, wird eine Kanüle mit einem sogenannten Cuff eingesetzt. Dieses Verfahren wird auch bei Personen angewendet, die Gefahr laufen, Speichel oder Nahrungsreste einzuatmen. Der Cuff bezeichnet einen dünnen Ballon aus Kunststoff, der den Bereich zur Lunge verschließt. Eine Kanüle ohne Cuff kann lediglich dann verwendet werden, wenn der Patient selbstständig atmen und problemlos schlucken kann.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Der Luftröhrenschnitt bezeichnet einen wichtigen operativen Eingriff, welcher die permanente Sauerstoffversorgung bei atmungsunfähigen Patienten garantiert. Da der Schnitt nur einige Zentimeter aufweist und so schonend wie möglich vorgenommen wird, zählt die Tracheotomie mittlerweile zu den sogenannten minimalinvasiven Eingriffen. Allerdings kann es nach der Öffnung der Luftröhre trotzdem zu einer dauerhaften Narbenbildung im Halsbereich kommen.

Weitere Komplikationen treten bei einem Luftröhrenschnitt meist nicht auf. Allgemein kommen sie nur sehr selten vor. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass der Schnitt sorgsam und in absolut steriler Weise durchgeführt wird. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei Vorliegen der medizinischen Notwendigkeit und im Hinblick auf die damit verbundene Lebensrettungsmaßnahme die vollen Kosten.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Auch der Luftröhrenschnitt kann letztendlich nicht ganz ohne Risiken durchgeführt werden. Mögliche Komplikationen können sich in Form eines Herzstillstands und des Verschlusses der Kanüle oder deren Fehlplatzierung auftreten. Auch kann es zu Blutungen und Luftansammlungen im Pleuralspalt oder der Brusthöhle kommen. Es können Wundinfektionen auftreten, und die Luftröhre kann sich verengen. Abhängig davon, wie lange ein Patient über ein Tracheostoma verfügt, steigt das Risiko für Komplikationen.

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