Lippenherpes

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Februar 2015
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Lippenherpes bezeichnet eine durch Herpes-Viren hervorgerufene Infektionskrankheit. Häufig ist ein geschwächtes Immunsystem, aber auch Ekel der Auslöser von Lippenherpes. Betroffene spüren etwa 1-2 Tage vor Ausbruch ein leichtes Kribbeln der Lippen. Anschließend schwellen die betroffenen Stellen an und es bilden sich entzündete, schmerzhaften Eiterbläschen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lippenherpes?

Lippenherpes ist die häufigste Herpes-Form. Das griechische Wort "Herpes" bedeutet sinngemäß soviel wie "schleichender Schaden".

Der Wissenschaft sind über vierzig verschiedene Herpes-Viren bekannt, wobei nur fünf als Krankheitserreger beim Menschen relevant sind, wovon wiederum zwei besonders häufig auftreten.

Hierzu zählen das Herpes-simplex-Virus, verantwortlich für Infektionen im Gesichtsbereich, vor allem an den Lippen - Lippenherpes (Herpes labialis) - oder an den Geschlechtsorganen (Herpes genitalis) sowie das Varicella-Zoster-Virus, welches Windpocken oder Gürtelrose (Herpes zoster) hervorruft.

Nach erfolgter Infektion mit Herpes-Viren bilden sich während der Erkrankung mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, welche insbesondere dem Lippenherpes Namen wie "Bläschenausschlag", "Bläschenkrankheit" oder auch "Fieberbläschen" einbrachten.

Das Typische an Lippenherpes (und anderen Herpes-Infektionen) ist, dass die Erkrankung in Abständen immer wieder durchbrechen kann, wobei Betroffene zwischenzeitlich nichts davon bemerken. Mit anderen Worten, wer einmal Lippenherpes hatte, kann es jederzeit wieder bekommen. Eine Ausnahme bildet das Varicella-Zoster-Virus, welches normalerweise im Leben nur ein- bis zweimal in Erscheinung tritt.

Schätzungen zufolge tragen etwa 90 % der Bevölkerung Herpes-Viren in sich. Fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann ist davon betroffen. Somit ist Lippenherpes fast schon eine Volkskrankheit.

Ursachen

Bei einer Lippenherpes-Infektion dringen Erreger (Viren) in die Haut oder Schleimhaut ein und vermehren sich sofort sehr stark. In der Folge bilden sich die typischen eitrig-verkrusteten Bläschen an den Lippen.

Die enthaltene Flüssigkeit in den Bläschen enthält Tausende neuer Viren. Zerplatzen die Bläschen, kann die Infektion "verschmiert" werden und auf andere Hautpartien gelangen (Selbstinfektion) bzw. auf andere Menschen übertragen werden.

Einige der Viren dringen in die Nervenfasern ein. An diesen wandern sie entlang bis zur ursprünglichen Nervenzelle, nisten sich ein und leben dort unbemerkt im Verborgenen weiter. Kommt es beispielsweise zu einer Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems, fangen diese Viren an, sich erneut zu vermehren.

Schließlich wandern sie entlang der Nervenfasern wieder zurück zu dem Hautbereich, der von den Nervenfasern versorgt wird. Es kommt zur Bläschenbildung, womit die Erkrankung wieder äußerlich sichtbar wird, beispielsweise in Form von Lippenherpes.

Eine Erstinfektion mit Herpes-Viren erfolgt oftmals bereits im Kindesalter, zum Beispiel durch engen Hautkontakt mit anderen Menschen. Bei einem Lippenherpes manifestieren sich - wie der Name schon sagt - die Bläschen an den Lippen.

Durch einen Kuss zwischen infiziertem Elternteil und Kind kann Lippenherpes übertragen werden. Es gibt jedoch auch Menschen, welche sich erst im Erwachsenenalter mit dem Herpes-Virus infizieren, auch beispielsweise durch einen Kuss oder das gemeinsame Benutzen von Gläsern oder Besteck mit anderen Menschen, welche ebenfalls das Herpes-Virus tragen. Die Viren dringen meist entweder über die Mundschleimhaut oder (oftmals kaum sichtbare) Verletzungen der Lippen in den Körper ein.

Symptome und Verlauf

Typische Anzeichen von Lippenherpes:

  • Kribbeln, Spannen und Jucken der betroffenen Hautpartie
  • Schwellung, Überempfindlichkeit und Rötung der Haut
  • Bildung von entzündeten und verkrusteten Eiterbläschen
  • Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit der entzündeten Lippenschleimhaut

Als Erstinfektion kann Lippenherpes mit milden Symptomen oder symptomlos verlaufen. Insbesondere bei Kindern kann sie jedoch auch mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Fieber und Kopfschmerzen einhergehen. Die Bläschen können mit zusätzlichen Bakterien superinfiziert sein. Auf Grund zum Teil auftretender Geschwüre im Mund wird die Ersterkrankung auch als "Mundfäule" bezeichnet.

Die Inkubationszeit, also vom Eindringen des Erregers in den Körper bis zum Ausbruch von Lippenherpes beträgt etwa 3 bis 9 Tage. Lippenherpes verursacht besonders zu Anfang starke Beschwerden und kündigt sich mit Rötungen, Jucken und Brennen der empfindlichen Lippenhaut an. Innerhalb weniger Stunden oder auch ein bis zwei Tagen bilden sich die typischen Bläschen oder ganze Bläschengruppen.

Lippenherpes kann im Stadium des Bestehens der Bläschen äußerst schmerzhaft sein, vor allem, wenn die Lippen durch Bewegen oder Unvorsichtigkeit beim Berühren einreißen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung trocknen die Bläschen ein und verkrusten. Nach ca. 8 bis 12 Tagen fallen die Krusten schließlich ab und hinterlassen bei regelrechter Wundheilung normalerweise keine Narben.

Behandlung und Therapie

Beim Auftreten von Lippenherpes ist auf sorgfältige Hygiene zu achten, insbesondere beim Aufplatzen der Bläschen ist äußerste Vorsicht hinsichtlich der Selbstinfektion geboten. Hier sind vor allem die Augen gefährdet. Eine vom Arzt nicht rechtzeitig behandelte Herpes-Erkrankung des Auges kann zur Beeinträchtigung der Sehkraft führen.

Im Allgemeinen verläuft die Abheilung von Lippenherpes jedoch unkompliziert und ohne Folgeerscheinungen. Unterstützend kann eine medikamentöse Therapie helfen, insbesondere um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu vermeiden und vor allem die Beschwerden des Lippenherpes erträglicher zu gestalten.

Die Behandlung erfolgt mit einem sogenannten Virostatikum, z.B. Aciclovir oder Penciclovir, welches in Form einer Salbe auf die entzündeten Hautpartien aufgebracht wird. Wichtig bei Lippenherpes ist die rechtzeitige Einleitung der Behandlung bereits bei den ersten Anzeichen, um den Bläschenbefall so gering wie möglich zu halten.

Speziell zur Linderung von Schmerzen bei Lippenherpes sowie zur Eindämmung der Infektion sind auch spezielle Pflaster (Herpesbläschen-Patches) entwickelt worden, welche unsichtbar auf die betroffenen Hautareale aufgebracht werden können.

Eine Schwächung des Körpers infolge anderer ernsthafter Erkrankungen kann zu einer Verschlimmerung von Lippenherpes führen. Entwickelt sich zusätzlich zum Lippenherpes noch eine Infektion mit Bakterien (bakterielle Superinfektion), sind eine Verordnung von Antibiotika sowie spezielle örtliche Desinfektion erforderlich.

Meist verläuft Lippenherpes harmlos, doch für Betroffene sind die Symptome oftmals nicht nur mit kosmetischen Problemen sondern auch damit einhergehenden psychischen Beeinträchtigungen und in Einzelfällen sogar Schmerzen verbunden.

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Vorbeugung

Eine eigentliche ursächliche Behandlung oder auch Vorbeugung gegen das Auftreten von Lippenherpes gibt es nicht. Nach erfolgter Infektion verbleiben die Herpes-Viren ein Leben lang im Körper und können jederzeit zum erneuten Ausbrechen von Lippenherpes führen, wobei bei vielen Betroffenen die Bläschenbildung regelmäßig in oftmals kurzen Zeitabständen immer wieder an gleicher Stelle auftritt.

Als auslösende Faktoren für den erneuten "Ausbruch" von Lippenherpes kommen unter anderem fieberhafte Erkrankungen, Entzündungen, Verletzungen, Erkältungen und Grippe, aber auch Zahnbehandlungen, Ekel, starke Sonnenbestrahlung, Stress und bei Frauen eine Schwangerschaft oder die monatliche Regelblutung in Betracht.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

henry45 kommentierte am 19.11.2016 um 12:36 Uhr

Seit Jahrzehnten bei jeder Erkältung aufgetreten; heuer erstmals erfolgreich behandelt: vorbeugend Oberlippe stets spiegelglatt rasiert, Schneuzen möglichst unter eiskaltem Wasser oder nach dem Taschentuchgebrauch gut kalt abwaschen. Bei ersten Symptomen wie spannen, kleinste Bläschen, sofort mit ENZBORN ZINKSALBE gutabdecken, auf jeden Fall über Nacht.