Leukopenie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juli 2015
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Als Leukopenie bezeichnet man in der Fachsprache einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Leukopenie kann in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Therapeutische Interventionen orientieren sich etwa an Erkrankungsform und -ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Leukopenie?

In der Medizin beschreibt die Leukopenie eine reduzierte Anzahl weißer Blutkörperchen (auch als Leukozyten bezeichnet) im Blut eines Betroffenen. Da der menschliche Organismus über verschiedene Arten weißer Blutkörperchen verfügt, kann auch die Leukopenie beim Einzelnen unterschiedliche Formen annehmen:

Während von einer Granulopenie die Granulozyten betroffen sind, liegt bei einer verminderten Anzahl von Lymphozyten eine sogenannte Lymphozytopenie vor. Die Leukopenie steht im Kontrast zur Leukozytose, welche ein erhöhtes Auftreten von weißen Blutkörperchen beschreibt.

Ursachen

Mögliche Ursachen einer Leukopenie sind unter anderem von der auftretenden Erkrankungsform abhängig. Zunächst tritt die Leukopenie häufig bei vorliegender infektiöser Erkrankung auf - hier ist die Leukopenie in der Regel die Folge eines gesteigerten Bedarfs an weißen Blutkörperchen.

Auch verschiedene Blutkrankheiten wie beispielsweise Sepsis (Blutvergiftung), Formen der Anämie (Blutarmut) oder Leukämie (Blutkrebs) können eine Leukopenie verursachen. Tritt eine Leukopenie infolge von Knochenmarkserkrankungen auf, liegt die Ursache häufig in einer eingeschränkten Neubildung weißer Blutkörperchen.

Zudem können bestimmte Medikamentengaben eine Leukopenie hervorrufen - so geht eine Reduzierung weißer Blutkörperchen beispielsweise nicht selten mit Chemotherapien (einer medikamentösen Behandlungsform verschiedener Krebserkrankungen) einher.

Außerdem können sogenannte Neuroleptika (Arzneimittel, die unter anderem beruhigende Wirkung zeigen) oder Arzneien zur Behandlung chronisch-entzündlicher Erkrankungen (wie etwa die Darmerkrankung Morbus Crohn) eine Leukopenie nach sich ziehen. Nicht in allen Fällen medikamentös bedingter Leukopenie lässt ein eingesetzter Wirkstoff im Vorhinein die Abnahme weißer Blutkörperchen vermuten.

Symptome und Verlauf

Meist führt eine Leukopenie nicht zu spürbaren Symptomen. Je nach individueller Ausprägung eines Mangels an weißen Blutkörperchen zeigen unter Leukopenie leidende Patienten allerdings eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Infekten - ein solch erhöhtes Infektionsrisiko besteht vor allem in Bezug auf Erkrankungen, die von Bakterien hervorgerufen werden.

Der individuelle Verlauf von Leukopenie und der damit einhergehenden Problematik ist unter anderem von der Ursache der reduzierten Anzahl weißer Blutkörperchen abhängig - ist einer entsprechenden Ursache erfolgreich zu begegnen, so wirkt sich dies meist auch positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Je nach Ursache einer Leukopenie und der damit einhergehenden Behandlungsmöglichkeiten kann der Leukozytenmangel einen akuten (vorübergehenden) oder chronischen (länger- bis langfristigen) Verlauf nehmen.

Diagnose

Da Leukopenie in der Regel kaum mit spezifischen Symptomen einhergeht, erfolgt eine Diagnose der Erkrankung oft erst mit zeitlicher Verzögerung und/oder zufällig. Ein Verdacht auf vorliegende Leukopenie (beispielsweise aufgrund des Auftretens häufiger Infekte oder der Einnahme bestimmter Medikamente) kann über eine Bestimmung der Anzahl weißer Blutkörperchen geprüft werden. Dies geschieht mithilfe einer labortechnischen Untersuchung der Blutprobe eines Betroffenen. Eine Leukopenie wird in der Medizin dann diagnostiziert, wenn die Leukozytenanzahl pro Mikroliter Blut auf unter ca. 4.000 gesunken ist. Je nach noch vorhandener Leukozytenmenge wird zwischen leichter, mittelschwerer und schwerer Leukopenie differenziert.

Behandlung und Therapie

Eine individuell geeignete Therapie der Leukopenie richtet sich unter anderem nach Krankheitsausprägung und Erkrankungsursache. Eine leichte Leukopenie ist häufig durch eine ambulante Versorgung mit Antibiotika zu therapieren. Ob diese Behandlungsmethode auch bei einer mittelschweren Form der Leukopenie ausreicht, ist im speziellen Fall durch zuständige Fachärzte abzuwägen. Stark ausgeprägte Leukopenien (wie etwa bei einem parallelen Vorliegen von Lymphozytopenie und Granulopenie) bedürfen schließlich meist einer stationären medizinischen Behandlung.

Sind die Leukozyten beispielsweise aufgrund einer HIV-Infektion reduziert, so können unter anderem spezielle medikamentös verabreichte Wachstumsfaktoren zu einer Zunahme der weißen Blutkörperchen führen. Bei anderweitig bedingter Leukopenie trägt eine solche medikamentöse Behandlung allerdings häufig nicht zum gewünschten Therapieerfolg bei.

Die Sinnhaftigkeit einer selten durchgeführten Transfusion von Granulozyten bei Leukopenie in Form einer Granulopenie ist aufgrund der kurzen Lebensdauer dieser weißen Blutkörperchen in der Medizin umstritten. Stationäre Behandlungskonzepte bei schwerer Leukopenie umfassen beispielsweise die sogenannte Umkehrisolierung - hierzu befindet sich der betroffene Patient auf einer Isolierstation.

Mithilfe der Umkehrisolierung soll vermieden werden, dass ein an Leukopenie Erkrankter mit Keimen in Berührung kommt, die bei ihm zu Infektionserkrankungen führen können. Im Rahmen einer Therapie auf der Isolierstation sind durch Personal und Besucher strenge Vorschriften zu beachten - so erfolgt ein Kontakt mit dem Patienten beispielsweise nur auf dem Weg durch eine spezielle Schleuse.

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Vorbeugung

Aufgrund der vielfältigen Ursachen, die sich hinter einer Leukopenie verbergen können, ist der Erkrankung nur eingeschränkt vorzubeugen. Liegt bei einer Person eine bekannte Anfälligkeit gegenüber Infektionserkrankungen vor, so können beispielsweise frühzeitige Arztbesuche dazu beitragen, Infektionen zu bekämpfen und das Risiko einer Leukopenie zu senken. Tritt eine erhöhte Infektanfälligkeit infolge bestimmter Medikamente auf, kann der Leukopenie (sofern medizinisch sinnvoll) ein Medikamentenwechsel entgegenwirken.

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