Lepra

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. April 2015
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Lepra ist eine der bekanntesten Infektionskrankheiten der Welt. Vorwiegend greift die Erkrankung - neben der Haut - auch die Schleimhäute an; oftmals werden auch Nervenzellen beschädigt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lepra?

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Mycobacterium leprae nennt sich das Bakterium, welches die Infektionskrankheit Lepra auslöst. Lepra befällt nicht nur die Haut sowie die Schleimhäute, sondern kann mitunter auch die Nervenzellen dauerhaft schädigen. Aus diesem Grund können dauerhafte Schäden (beispielsweise ein Verlust von Gliedmaßen) entstehen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung ist jedoch eine vollständige Heilung (ohne Folgeschäden) möglich.

Die Infektionskrankheit tritt in unterschiedlichen Formen auf, wobei im Regelfall zwei Extremformen bestehen: die ansteckende lepromatöse Lepra sowie die milde tuberkuloide Lepra. Es gibt jedoch auch drei Zwischenformen, die zwischen den Extremformen eingeordnet werden.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb Lepra ausbricht, sind nicht geklärt. Eine bakterielle Infektion ist im Endeffekt der Auslöser der Erkrankung, die aber nur rund 5 Prozent aller Menschen bekommen können. Es gibt sehr wohl Menschen, die in diesem Zusammenhang das Bakterium zwar in sich tragen, jenes aber nicht ausbricht.

Eine Antwort auf dieses Mysterium gibt es aber nicht. Verursacht wird die Krankheit durch den Mycobacterium leprae Erreger. Dieses säurefeste und stäbchenförmige Bakterium kann sich nur innerhalb von Zellen vermehren.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Lepra:

Personen, welche an Lepra erkrankt sind, berichten immer wieder von unterschiedlichen Symptomen. In erster Linie ist das Gesicht betroffen. Hier stellen die Erkrankten Veränderungen an den Augen sowie der Haut fest; auch die Gliedmaßen können bereits im Anfangsstadium betroffen sein. Der Patient klagt über ein Taubheitsgefühl an den Füßen sowie in den Fingern. Ebenfalls entstehen Hautflecken, die sich ebenfalls taub anfühlen. Je nach Form und Behandlung der Krankheit, entwickelt sich im Endeffekt auch der Verlauf von Lepra.

Die tuberkuloide Lepra gilt als milde Form der Erkrankung und weist auch den sanftesten Krankheitsverlauf auf. Bei dieser Krankheitsform ist es möglich, dass sich der Körper selbst heilt. Erkrankt der Patient jedoch an der lepromatösen Lepra, der schwersten Form der Infektionskrankheit, kann der Verlauf - bei einer nicht erfolgten Behandlung - tödlich enden. Die Prognose ist vor allem günstig, wenn die Krankheit schon im frühen Stadium erkannt wird. Auch wenn viele Menschen glauben, dass die Krankheit nicht heilbar ist, gibt es sehr wohl Behandlungsmöglichkeiten, welche sehr wohl eine vollständige Heilung garantieren.

Jedoch dauert die Behandlung relativ lange und wird mit Antibiotika begleitet. Hier klagen viele Patienten immer wieder über Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, welche während dem Behandlungsverlauf - auf Grund der Medikamente - auftreten. Bleibt Lepra unbehandelt, nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf. Durch die langsame Zerstörung der Haut sowie Nervenzellen, sind oftmals schwere Verstümmelungen sowie Behinderungen möglich.

Diagnose

Der Mediziner kann Lepra auf Grund des Erregers feststellen. Der Arzt entnimmt Gewebeproben von der Haut und untersucht diese auf etwaige Veränderungen. Ebenfalls kann der behandelnde Arzt - auf Grund der geschilderten Symptome - relativ schnell eine Verdachtsdiagnose stellen. Vorwiegend ist das geschilderte Taubheitsgefühl ein Indiz, dass es sich um Lepra handeln könne.

Um jedoch sicher zu sein, dass es sich um die Infektionskrankheit handelt, wendet der Mediziner einen Nukleinsäurenachweis an. Hier wird das Gewebe des Patienten auf die DNA des Erregers überprüft. Gelingt es dem Arzt die DNA des Erregers nachzuweisen, besteht kein Zweifel mehr, dass es sich um die seltene Erkrankung handelt. Der Erreger ist nur unter dem Mikroskop bzw. durch diverse Färbemethoden sichtbar.

Behandlung

In erster Linie besteht die Behandlung darin, dass man versucht das Bakterium Mycobacterium leprae zu zerstören. Hier wendet der Mediziner die sogenannte Kombinationstherapie an, die aus unterschiedlichen Antibiotika zusammengesetzt ist. Vorwiegend erhält der Patient Clofamizin, Dapson sowie Rifampicin. Je nach Form und Stärke der Krankheit, wird eine Kombination gewählt, welche das Bakterium zerstören soll.

Bei einer tuberkuloiden Lepra dauert die Behandlung in etwa sechs bis neun Monate. Hier entscheidet sich der Mediziner oft für eine Kombinationstherapie, welche aus Rifampicin und Dapson besteht. Bei einer lepromatösen Lepra hingegen dauert die Behandlung bis zu 18 Monate; des Weiteren wird - neben Dapson und Rifampicin auch Clofamizin verabreicht. Die Ansteckungsgefahr verschwindet bereits nach der ersten Behandlung durch Antibiotika.

Wichtig ist, dass der Patient sogenannte "Lepra-Zentren" aufsucht, welche auf die Krankheit und den Erreger spezialisiert ist. Neben der Therapie versucht man auch die Symptome von Lepra zu behandeln; vorwiegend wird eine Bewegungstherapie verordnet, damit etwaige Lähmungen und Folgeschäden verhindert werden können.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung ist - mittels einer Schutzimpfung - nicht möglich. Bislang war es nicht möglich, dass ein wirksamer Impfstoff gegen das Bakterium gefunden wird. In einigen Ländern hat sich jedoch gezeigt, dass vor allem der Impfstoff gegen Tuberkulose gleichzeitig einen erhöhten Schutz gegen Lepra darstellt. Bei einer rechtzeitigen Therapie und Behandlung ist die Infektionskrankheit jedoch heilbar. Das bedeutet, dass der Patient nicht mit bleibenden Schäden rechnen muss.

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