Leistenbruch beim Baby (Säugling)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Ein Leistenbruch beim Baby (Säugling) tritt nicht selten auf. So ist die kindliche Leistenhernie oftmals bereits angeboren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Leistenbruch beim Baby (Säugling)?

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Im Unterschied zu erworbenen Leistenbrüchen bei erwachsenen Menschen handelt es sich bei einem kindlichen Leistenbruch um eine meist angeborene Hernie. Unter einem Leistenbruch (Hernia inguinalis) wird eine weiche Stelle in der Bauchdecke verstanden, die sich wie ein kleines Säckchen nach außen in Richtung Bauchfell drückt. Nicht selten zeigt sich ein Leistenbruch bereits bei Babys. So tritt dieses anatomische Problem bei ca. 0,8 bis 4,4 Prozent aller neugeborenen Säuglinge auf. Bei Frühgeborenen beträgt die Anzahl sogar zwischen 16 und 25 Prozent.

Besonders betroffen von einer Leistenhernie sind Jungen. Bei ihnen kommt es vier- bis fünfmal häufiger als bei Mädchen zu diesem Gesundheitsproblem. In etwa 60 Prozent aller Fälle zeigt sich der Leistenbruch auf der rechten Körperseite. Bei rund 15 Prozent aller betroffenen Kinder tritt er auch beidseitig auf.

Ursachen

Hervorgerufen wird ein Leistenbruch beim Baby in der Regel durch eine Öffnung in der Bauchwand, die bereits angeboren ist. Normalerweise wird der Scheidenhautfortsatz, bei dem es sich um eine Ausstülpung der Bauchwand handelt, im Laufe der kindlichen Entwicklung wieder verschlossen. Bleibt dieser Verschluss jedoch aus, kann sich dies in einer Leistenhernie äußern.

Ein Leistenbruch des Kindes wird auch durch bestimmte Faktoren begünstigt. Dazu gehören eine Frühgeburt, ein erhöhter Druck im Bauchraum, der durch einen Nabelschnurbruch hervorgerufen wird, oder Fehlbildungen an den Geschlechts- und Harnorganen wie ein Hodenhochstand. Weitere Risikofaktoren sind Bindegewebsdefekte sowie chronische Atemprobleme.

Bei Mädchen entsteht ein Leistenbruch häufig durch einen Bruch von Teilbereichen des Eierstocks oder des Eileiters. Hin und wieder zeigt sich die Leistenhernie auch in der Genitalregion.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Leistenbruchs beim Baby (Säugling):

Bemerkbar macht sich ein angeborener Leistenbruch beim Baby erst mehrere Wochen oder Monate nach der Geburt. Durch starkes Presshusten oder Entzündungen wird das Auftreten eines Leistenbruches begünstigt, weil sich der Druck in der Bauchhöhle deswegen verstärkt. Sichtbar wird die Leistenhernie durch eine Schwellung im Leistenbereich. Oftmals zeigt sich die Schwellung nur vorübergehend und verläuft ohne Schmerzen.

Ebenso sind jedoch anhaltende Schmerzen möglich. Hervorgerufen werden die Beschwerden durch das Einklemmen der Baucheingeweide. Diese sind dann nicht mehr in der Lage, durch die Bruchpforte wieder in ihre ursprüngliche Position zurückzukehren. Bei Jungen kann eine Schwellung durch einen Leistenbruch sowohl nur erbsengroß sein als sich auch über den gesamten Leistenbereich erstrecken und bis zu den Hoden verlaufen.

Bei Mädchen ist die Hernie zumeist durch eine Ausstülpung in Größe einer Erbse zu erkennen. Liegen Einklemmungen des Darms vor, sind starke Schmerzen beim Baby die Folge. Als typische Anzeichen gelten Übelkeit, Erbrechen und ständiges Schreien des Kindes. In der Regel lässt sich ein Leistenbruch erfolgreich durch einen operativen Eingriff behandeln. So nimmt die Hernie nach entsprechender Therapie meist einen positiven Verlauf. Eine Abheilung ohne eine Operation ist jedoch nicht möglich.

Diagnose

Für die Diagnose eines kindlichen Leistenbruches befasst sich der behandelnde Arzt zunächst mit der Krankengeschichte des Babys. Zu diesem Zweck holt er sich Auskünfte von den Eltern sowie bei Bedarf auch von anderen Ärzten oder der Hebamme ein. Darüber hinaus wird die Leistenregion des Babys abgetastet, um eine Hernie festzustellen. Lässt sich der Leistenbruch nicht durch eine körperliche Untersuchung einwandfrei belegen, findet eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) statt.

Behandlung und Therapie

Bei einem Leistenbruch erfolgt in der Regel eine Operation. In früheren Zeiten wurde bei Babys auch eine konservative Behandlung durchgeführt. Dabei legte der Arzt ein spezielles Bruchband an. Dieses sollte Druck auf den Leistenkanal ausüben und auf diese Weise dem Austreten der Bauchgeschwulst entgegenwirken. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass eine spontane Ausheilung des Leistenbruches in den ersten Lebensmonaten ausbleibt.

Darüber hinaus entstanden durch ein Bruchband häufig Entzündungen im Bauchraum. Aus diesen Gründen findet heutzutage eine Operation statt, um den Leistenbruch zu beheben. Dieser Eingriff sollte möglichst rasch erfolgen. Die Operation kann normalerweise ab einem Alter von sechs Monaten vorgenommen werden und gilt als risikoarm. Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs wird der Inhalt des Bruchsacks in die Bauchhöhle zurückversetzt.

Nach dem Vernähen des Bauchfells verschließt der Operateur die weiteren Schichten der Bauchdecke über der früheren Bruchpforte. Hautteile, die infolge des Leistenbruchs stark überdehnt wurden, lassen sich entfernen. Zum Abschluss setzt der Chirurg eine Bauchnaht. Zeigen sich keine Komplikationen nach der Operation, wird das Baby schon wenige Tage später wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Wichtig ist jedoch, übermäßige Anstrengungen des Kindes sowie Blähungen zu vermeiden.

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Vorbeugung

Ein Leistenbruch bei einem Baby ist meist angeboren. Aus diesem Grund lässt sich der Hernie nicht wirkungsvoll vorbeugen.

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