Legionellen-Infektion (Legionellose)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2016
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Die Legionellen-Infektion (Synonyme: Legionellose, Veteranenkrankheit, Legionärskrankheit) ist eine infektiöse und meldepflichtige Lungenerkrankung, die durch in warmem Süßwasser lebende Bakterien (Legionella pneumophila) ausgelöst wird. Nach ihrer Einatmung in zu Aerosol gelöstem Wasser vermehren sich die Erreger in der Lunge, um dort eine mitunter schwer verlaufende Lungenentzündung zu verursachen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Legionellen-Infektion (Legionellose)?

Die Legionellen-Infektion bzw. Legionellose ist eine bakteriell verursachte und meldepflichtige Erkrankung der Lunge.

In Abhängigkeit von der Ausprägung der Krankheit werden zwei Verlaufsformen unterschieden – die ungefährlichere Variante ohne Lungenentzündung (Pontiac-Fieber) oder die klassische Legionellose, die durch teils schwere Lungenentzündungen vor allem bei älteren, chronisch kranken oder immungeschwächten Patienten auch tödlich verlaufen kann.

Um Komplikationen zu vermeiden, muss die überwiegend in den Sommer- und Herbstmonaten auftretende Krankheit der Legionellen-Infektion frühzeitig diagnostiziert und antibiotisch therapiert werden.

Ursachen

Die Legionellose wird durch die Infektion mit bakteriellen Erregern (Legionella pneumophila) verursacht. Die Legionellen leben in zwischen 20 und 55 Grad Celsius temperiertem Süßwasser, wobei sie sich bei Bedingungen zwischen 25 und 45 Grad am besten vermehren können.

Während der im Wasser befindliche Erreger dem Menschen in der Regel nicht gefährlich werden kann, führt dessen Einatmung – wenn Wasser zerstäubt und in Form von Aerosol gebunden ist – zur infektiösen Lungenerkrankung der Legionellose.

Typische Ansteckungsmöglichkeiten sind beispielsweise Duschen in Hotels oder Schwimmbädern, aber auch Whirlpools, Klimaanlagen, Systeme der Trinkwasseraufbereitung, Luftbefeuchter und Inhalatoren.

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist unwahrscheinlich und wurde bislang noch nicht berichtet. Ältere und abwehrgeschwächte Menschen, Patienten mit schweren Grunderkrankungen von Herz und Lunge sowie Raucher haben ein erhöhtes Risiko – sowohl in Bezug auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit als auch im Hinblick auf einen schwereren Verlauf der Legionellen-Infektion.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Legionellen-Infektion:

Die Legionellose macht sich nach einer Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen (beim Pontiac-Fieber bereits nach ein bis drei Tagen) durch den klassischen Symptomkomplex einer Grippe mit Fieber und Schüttelfrost, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich auch mit Übelkeit und Bauchschmerzen bemerkbar. Während es bei der milden Variante des Pontiac-Fieber bei diesen Beschwerden bleibt, entwickelt sich bei der Legionellose durch die Erregervermehrung in der Lunge eine Pneumonie (Lungenentzündung), die mit hohem Fieber sowie Husten mit Auswurf einhergeht und die Gefahr eines Übergreifens der Infektion auf das Gehirn birgt. In etwa acht Prozent aller Fälle – zumeist bei den klassischen Risikogruppen beziehungsweise bei zu später Diagnose – verläuft die Legionellen-Infektion tödlich.

Diagnose

Der Verdacht auf eine Legionellen-Infektion entsteht durch die klassischen Symptome in Verbindung mit der Information des Erkrankten über kürzlich erfolgte Hotelaufenthalte oder Schwimmbadbesuche. Die endgültige Diagnose – vor allem in Abgrenzung zur Grippe – kann nur über den Erregernachweis im Labor gesichert werden. Legionellen können durch eine Gewebeprobe der Lunge, einen Rachenabstrich sowie in Blut oder Urin nachgewiesen werden. Da die Antikörperbestimmung im Blut und das Züchten einer Bakterienkultur im Labor nicht für eine rasche Diagnostik geeignet sind, wird zur Sicherung der Legionellose in den meisten Fällen eine Urinprobe herangezogen. Weil sich der Erreger bereits nach 24 Stunden im Urin nachweisen lässt, ist somit eine schnelle Therapieeinleitung gegen die Legionellen-Infektion möglich.

Behandlung und Therapie

Die Legionellose muss früh diagnostiziert und behandelt werden, um eventuelle Spätkomplikationen – im schlimmsten Fall einen tödlichen Verlauf – zu vermeiden. Aus diesem Grund entscheiden sich behandelnde Ärzte in vielen Fällen bereits beim bloßen Verdacht auf eine Legionellen-Infektion für den vorsorglichen Beginn der Behandlung.

Die adäquate Therapie bei der Legionellose ist die Bekämpfung des Erregerbefalls mit Antibiotika. Dabei ist eine Antibiotikagabe über einen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen, bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Abwehrschwäche oder anderen chronischen Erkrankungen für bis zu drei Wochen angezeigt.

Unterstützt wird die Antibiose durch die Gabe von Medikamenten, die – wie bei einer Erkältung oder Grippe – zur Linderung der Symptome gegeben werden. Dies können Fiebersenker, vom Arzt verordnete Wirkstoffe gegen den Husten sowie Mittel zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems sein.

Diese unterstützenden Präparate zur Linderung der unterschiedlichen Beschwerden können auch bei der leichteren Variante der Legionellen-Infektion, dem Pontiac-Fieber, eingenommen werden. Auf Antibiotika kann bei dieser Variante jedoch in der Regel verzichtet werden, da sich diese Verlaufsform im Gegensatz zur klassischen Legionellose in der Regel in einem überschaubaren Zeitraum von alleine ausheilt.



Vorbeugung

Zur Prophylaxe der Legionellen-Infektion gibt es keinen Impfstoff. Durch gewissenhaftes Einhalten von Vorsichtsmaßnahmen kann ein Erkrankungsrisiko jedoch vermieden werden. So sollte man ein Einatmen des ersten Sprühnebels aus Hotelduschen vermeiden, zur Aerosolbildung neigende Duschköpfe austauschen sowie Klimaanlage, Raumbefeuchter und Inhaliergeräte regelmäßig reinigen, um die Gefahr einer Kontamination mit dem Erreger und einer möglichen Legionellose zu vermeiden.

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