Leberzirrhose (Schrumpfleber)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Februar 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Leberzirrhose (Schrumpfleber)

Bei der Leberzirrhose (Schrumpfleber, Leberschrumpfung) handelt es sich um eine stetige Zerstörung des Lebergewebes, in dessen Folge die Leber verhärtet, vernarbt und schließlich schrumpft. Aus diesem Grund wird die Erkrankung auch gerne als Schrumpfleber bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Leberzirrhose (Schrumpfleber)?

Bei der Leberzirrhose, im Volksmund auch als Schrumpfleber bezeichnet, handelt es sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, welche eine Zerstörung der Leber zufolge hat.

Ist diese bereits weit vorangeschritten, kann die Leberzirrhose sogar lebensgefährlich werden. Männer sind von dieser Erkrankung weitaus häufiger betroffen als Frauen.

Grund ist wahrscheinlich der allgemein höhere und übermäßige Alkoholkonsum von Männern im Vergleich zu den Frauen.

Die Krankheit ist deshalb so gefährlich, weil sie im Grunde nicht geheilt werden kann - ist die Leber einmal zerstört, kann das Gewebe nicht wiederhergestellt werden.

Ursachen

Als Hauptauslöser für eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) gilt im Allgemeinen ein übermäßiger Alkoholgenuss. Dieser nämlich kann zu einer Leberzirrhose führen - allerdings ist dies ein recht langwieriger Prozess, der nicht von heute auf morgen geschieht.

In mehr als der Hälfte aller Fälle von Leberzirrhose ist Alkohol der Hauptauslöser. Doch auch andere Ursachen kommen für die Erkrankung Leberzirrhose in Frage. So können auch Entzündungen der Leber wie Hepatitis B oder Hepatitis C zu einer Leberzirrhose führen - diese Erkrankungen werden meist durch Viren ausgelöst.

Ebenso kann die Leber aber auch durch bestimmte Medikamente oder Chemikalien geschädigt werden. In einigen seltenen Fällen können auch diverse Tropenerkrankungen wie etwa Cholera die Leberzirrhose auslösen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen von Leberzirrhose:

Die Symptome dieser Erkrankung sind recht unterschiedlich - manche Patienten verspüren überhaupt keine Beschwerden. Ist dies der Fall, spricht man von einer latenten Leberzirrhose. Recht typisch aber sind Konzentrationsschwäche und eine allgemeine Abgeschlagenheit. Auch ein Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch sind bei einer Leberzirrhose häufig auftretende Symptome.

Ebenfalls charakteristisch sind die sogenannten Leberhautzeichen - hierbei handelt es sich um rote Gefäßknötchen.

Darüber hinaus kann es zu glänzenden Lippen und einer glänzenden Zunge kommen, auch als Lacklippen beziehungsweise Lackzunge bezeichnet. Auch eine deutliche Gewichtsabnahme und damit verbunden eine dünner werdende Haut zeichnen die Erkrankung Leberzirrhose aus.

Bei Männern recht typisch ist zudem eine verminderte Potenz, während es bei Frauen häufig zu Störungen der Regelblutung kommt. Eine Gelbfärbung der Iris wiederum kann bei einer Leberzirrhose meist noch nicht erkannt werden - dieses Symptom tritt meist erst bei einer völligen Zerstörung der Leber auf.

Der Verlauf einer Leberzirrhose ist davon abhängig, wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Auch wenn nur 15 Prozent der Leber noch gut erhalten sind, kann die Leber ihre Funktionen weiter ausführen. Bleibt eine Leberzirrhose untherapiert nimmt die Funktion des Organs stetig ab.

Diagnose

Gesunde und zirrhotische Leber.

Da eine Leberzirhose zunächst kaum Beschwerden verursacht, wird die Krankheit oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Um eine Leberzirrhose eindeutig zu diagnostizieren, muss der Arzt die genauen Lebensgewohnheiten des Patienten kennen.

Auch das Abtasten der Leber und der Milz sowie eine Blutanalyse (Analyse der Leberwerte) und Ultraschalluntersuchung (Sonographie) geben Aufschluss über den Verlauf der Krankheit. Eine fortgeschrittene Leberzirrhose ist durch ein verkleinertes und verhärtetes Organ gekennzeichnet.

Gemäß der sogenannten Child-Pugh-Klassifikation wird die Leberzirrhose in verschiedene Stadien eingeteilt. Je nach Klassifizierung können Schwere und Fortschritt der Erkrankung ermittelt werden.

Zudem kann eine Bauchspiegelung zur speziellen Diagnostik eingesetzt werden.

Ist die Leberzirrhose nicht eindeutig feststellbar, ist eine Leberbiopsie (Gewebeprobe) notwendig. Bei dieser Diagnosemethode wird die Leber mit Nadeln punktiert (Leberpunktion) - so kann der behandelnde Arzt Proben des Gewebes entnehmen und eine Leberzirrhose eindeutig diagnostizieren.

Behandlung und Therapie

Durch eine geeignete Therapie kann dem Fortschreiten der Leberzirrhose entgegengewirkt werden. Dies gilt insbesondere für das Anfangstadium der Erkrankung - bereits entstandene Schädigungen des Lebergewebes bleiben größtenteils irreversibel (nichtumkehrbar) zerstört.

Sind Medikamente, Alkohol oder toxische Substanzen der Auslöser einer Leberzirrhose, ist der erste Schritt in der Behandlung natürlich der sofortige Verzicht auf die jeweiligen Stoffe.

Auch auf eine gesunde Ernährung ist zu achten, wobei Patienten mit einer Leberzirrhose auf Eiweiß verzichten sollten. Liegt eine virale Hepatitis-Erkrankung vor, muss zunächst die Entzündung mithilfe spezieller Medikamente eingedämmt werden.

Bei Störungen des Elektrolythaushaltes können harnfördernde Medikamente (Diuretika) verabreicht werden. In besonders schweren Fällen von Leberzirrhose (Leberstruktur unheilbar zerstört) ist eine Transplantation des Organs (Lebertransplantation) oft die letzte Chance.

Rezeptfreie Medikamente gegen Lebererkrankungen


Vorbeugung

Beste Vorbeugung gegen die Erkrankung Leberzirrhose ist es, möglichst auf Alkohol zu verzichten. Natürlich schadet ein Gläschen Bier oder Wein der Leber noch nicht, der Genuss von Alkohol sollte jedoch nicht zur Gewohnheit werden.

Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, die Leber sowie weitere Organe gesund zu erhalten. Eine Impfung gegen Hepatitis B sollte bestenfalls vorgenommen werden, um sich vor diesem Auslöser der Leberzirrhose zu schützen.

Bücher über Leberzirrhose und Lebererkrankungen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Leberzirrhose (Schrumpfleber)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?