Lavendel (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2016
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Der Echte Lavendel wird schon seit Jahrtausenden in vielfältiger Weise verwendet. Die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler wird heute hauptsächlich zur Gewinnung von Duftstoffen genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Lavendel wissen

Der Echte Lavendel wächst in Form eines Strauches. Der Strauch wird in der Regel bis zu einem Meter hoch. Pflanzen mit mehr als zwei Metern Höhe sind selten. Die einzelnen Zweige wachsen aufrecht und sind stark verästelt. Sie tragen kurze Triebe und gegenständig angeordnete Laubblätter. Diese werden 50 Millimeter lang und sind lanzettenförmig.

Lavendel ist dank seiner ätherischen Öle nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Naturheilkunde, er ist zudem äußerst aromatisch und verfeinert Salate, Suppen und Süßspeisen.

Die stumpfen Blätter sind am Rand eingerollt und im jungen Zustand graufilzig. Erst später werden sie grün. Zur Blütezeit von Juni bis August trägt der Lavendel ährige Blütenstände. Diese werden ungefähr acht Millimeter lang und sind braun oder violett gefärbt. Die einzelnen Blütenstiele sind eher kurz.

Die Heimat des Lavendels liegt im Mittelmeerraum. Auch heute ist die Pflanze in Griechenland, in der Toskana und in Kroatien weit verbreitet. Der Lavendel wächst bevorzugt an felsigen und trockenen Hängen. Vereinzelt ist er auch an Waldgrenzen anzutreffen. Lavendel wird in der Provence, in Marokko, Spanien, Argentinien, Kroatien, Tasmanien und England kultiviert.

Schon seit Jahrtausenden wird die Pflanze zu verschiedenen Zwecken genutzt. Schon die Griechen, Perser und Römer verbrannten Lavendel beim Ausbruch von Epidemien. Zusammen mit anderen Kräutern wie Angelika oder Rosmarin wurden Lavendelzweige im Mittelalter zum Ausräuchern von Pesthäusern genutzt.

Heute werden die getrockneten Blüten und das aus ihnen gewonnene ätherische Öl in der Küche, in der Industrie und in der Heilkunde genutzt. Aus 120 Kilogramm geschnittenen, blühenden Lavendelrispen kann ein Kilogramm ätherisches Öl gewonnen werden.

Bedeutung für die Gesundheit

In der Medizin werden die gesammelten und getrockneten Lavendelblüten (Lavandulae flos) oder das ätherische Öl der Blüten genutzt. Lavendelblüten wirken beruhigend und blähungswidrig. Sie werden zur Behandlung von innerer Unruhe und von nervösen Erschöpfungen genutzt. Auch Einschlafstörungen, Migräne und nervöse Beschwerden des Magen-Darm-Trakts sind Indikationen für den Lavendel.

Das ätherische Lavendelöl wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend. Des Weiteren konnten wundheilende, immunstimulierende und zellregenerierende Wirkungen nachgewiesen werden. Bewährte Anwendungsbereiche für das ätherische Lavendelöl sind Erkältungskrankheiten, Verletzungen, Verbrennungen, Wunden und Muskelverspannungen.

Auf der psychischen Ebene wirkt das Öl vitalisierend, ausgleichend und beruhigend. In einer Doppelblindstudie konnte der Nutzen von Lavendelöl bei der Behandlung von Angststörungen nachgewiesen werden. Diese beruhigende und angstlösende Wirkung nutzt auch die Aromatherapie. Wegen seiner umfangreichen Wirkweise und seiner guten Verträglichkeit ist das ätherische Lavendelöl das wichtigste und beliebteste Öl der Aromatherapie.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Hauptwirkstoff des Lavendels ist das ätherische Öl. Es hat einen starken süß-balsamischen Duft mit Blüten- und Holznoten. Hauptinhaltsstoffe des ätherischen Lavendelöls sind Ester und Monoterpenole. Diese werden vor allem von Linalylacetat und Linalool gebildet. Auch Monoterpene, Sesquiterpene, Oxide, Cumarine, Eugenol, aromatische Ester, aromatische Aldehyde und Sesquiterpenketone sind enthalten.

Unverträglichkeiten

In Einzelfällen kann Lavendel allergische Reaktionen hervorrufen. In höheren Dosen wirkt der Lavendel zudem narkotisierend. Er sollte deshalb nicht vor längeren Autofahrten eingenommen werden. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten Lavendelprodukte nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingesetzt werden.

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Einkaufs- und Küchentipps

Lavendelblüten und Lavendelkraut sind in der Apotheke oder in gut sortierten Supermärkten erhältlich. Natürlich kann auch der Lavendel aus dem Garten verwendet werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es sich bei dem Gewächs in jedem Fall um den Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) handelt. Andere Lavendelsorten schmecken nicht so aromatisch.

Lavendelblüten können gut getrocknet werden. Dafür sollten die Sträuße samt Stängel abgeschnitten werden, sobald sich die untersten Blüten geöffnet haben. Danach wird der Strauß mit einem Bindfaden festgebunden und mit den Blüten nach unten zum Trocknen aufgehängt.

Beim Kauf des ätherischen Lavendelöls sollte darauf geachtet werden, dass es sich um 100 Prozent reines ätherisches Öl handelt. Auf dem Etikett eines guten ätherischen Öls sind zudem die genaue lateinische botanische Bezeichnung, der Chemotyp, der deutsche Pflanzenname, die Anbauweise und das Ursprungsland zu finden. Gutes ätherisches Lavendelöl kann auch in der Küche verwendet werden.

Zubereitungstipps

Mit den jungen Blättern und den weichen Trieben des Lavendels können Eintöpfe, Geflügel- und Fischgerichte, Soßen und Suppen verfeinert werden. In kleineren Mengen schmeckt Lavendel auch im Salat. Die Blätter und Triebe ähneln geschmacklich dem Rosmarin. Ähnlich wie Rosmarin wird auch der Lavendel vor allem in der italienischen, in der französischen und in der spanischen Küche verwendet.

Zwar ist der Lavendel nicht traditionell Bestandteil der Herbes de Provence, viele der französischen Kräutermischungen, die in Deutschland erhältlich sind, enthalten neben Rosmarin oder Thymian aber auch Lavendel. Das zarte süße Aroma der getrockneten oder der frischen Blüten passt gut zu Desserts wie Schokoladenmousse oder Sorbet.

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