Kuru

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Kuru ist eine seltene, aber durchaus gefährliche Krankheit, bei welcher es keine Heilung gibt. Die Erkrankung tritt nur in Papua Neuguinea auf. Davon betroffen ist etwa der, aus diesem Inselstaat stammende, Eingeborenenstamm der Fore. Der Verlauf der Krankheit endet immer tödlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kuru?

Der Mediziner bezeichnet unter Kuru eine Erkrankung des Gehirns. Kuru zählt zu der Enzephalopathie, welche zu den übertragbaren Spongiformen (Schwammform) gehört. Die Erkrankung bricht jedoch nur bei einem Eingeborenenvolk aus Papua Neuguinea - dem Stamm der Fore - auf. Da der Eingeborenenstamm erst in den 1930er Jahren das erste Mal von der Zivilisation entdeckt und besucht wurde, ist es nicht bekannt, wie lange es Kuru tatsächlich gibt.

Die ersten Untersuchungen der Eingeborenen gab es erst zu Beginn der 1950er Jahre. Bis dahin trat die Krankheit epidemieartig auf und sorgte für unzählige Todesfälle. Die Infizierung verursacht keine Symptome; erst der Ausbruch der Krankheit bringt spezifische Beschwerden mit sich.

Die Übertragung erfolgt auf Grund von Ritualen, bei welchen Gehirne von anderen Foren verspeist werden, die jedoch bereits mit Kuru infiziert waren. Dieses Ritual wurde vor geraumer Zeit in Papua Neuguinea verboten, was mitunter dazu führte, dass die Zahl der an Kuru erkrankten Personen weitläufig zurückging. Es gibt weder eine Behandlung, noch die Möglichkeit, die Erkrankung zu Lebzeiten zu diagnostizieren.

Ursachen

Die Krankheit wird durch das atypische Eiweiß, dem Prion, verursacht. Das ist etwa derselbe Erreger, der in Deutschland für die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verantwortlich war. Aus diesem Grund vermuten Mediziner, dass sich die Eiweiße durch die Infektionen verändert haben und so - mit der Zeit - zu einer todbringenden Gefahr wurden. Verändert sich das Eiweiß atypisch, besitzt es etwa die Fähigkeit, dass es andere Eiweiße in gefährliche und fehlerhafte Formen umwandelt.

Da der Eingeborenenstamm, während ihrer Rituale, die Hirne von anderen Opfern verspeisten, welche bereits mit Kuru infiziert waren, wandelten sich die gesunden Eiweiße in die erkrankten Formen um. Die Krankheit ist vor allem durch ihre relativ lange Inkubationszeit bekannt. Zwischen dem Verzehr des Gehirns bis zum endgültigen Ausbruch von Kuru liegen durchschnittlich bis zu drei Jahre.

Mediziner sind sich bislang jedoch nicht sicher, nach wie vielen Jahren Kuru tatsächlich noch ausbrechen kann. Auch wenn der Inselstaat ein Gesetz erlassen hat, sodass das Ritual, die Gehirne von anderen Stammesbewohnern zu essen, verboten ist, treten immer wieder Neuerkrankungen auf. Somit muss davon ausgegangen werden, dass wohl auch in Zukunft die Krankheit Kuru ein fester Bestandteil auf Papua Neuguinea ist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Kuru:

Die häufigsten Symptome sind Koordinationsstörungen sowie ein Zittern am gesamten Körper Der Patient klagt über Gangstörungen, Muskelschwund und leidet unter Sprachstörungen. Ebenfalls treten Schluckbeschwerden und relativ starke Kopfschmerzen auf. Ebenfalls treten Amyloide - das sind Ablagerungen von Fasern - auf, die sich im Bereich der Hirnblutgefäße bilden.

Rund ein Jahr nach dem Ausbruch der Krankheit, stirbt der Infizierte. Ein weiteres Symptom ist das unnatürliche Lachen, das auf Grund der Sprachstörungen ausgelöst wird. Aus diesem Grund wird Kuru auch als sogenannte Lachkrankheit beschrieben. Kuru ist unheilbar und führt immer zum Tod, der rund 12 Monate nach dem Ausbruch der Krankheit eintritt. Die Inkubationszeit beträgt oftmals mehrere Jahre.

Diagnose

Eine eindeutige Diagnose gibt es nicht. Das liegt in erster Linie daran, weil die Symptome mitunter auch von anderen Krankheiten ausgelöst werden könnten. Derzeit gibt es kein Verfahren, welches Kuru zu 100 Prozent bestätigt. Jedoch kann der Mediziner eine sichere Diagnose stellen, wenn er dem Patienten ein Stück Gewebe aus dem Gehirn entnimmt. Somit kann der Arzt das entnommene Gewebe auf etwaige Veränderungen untersuchen, die auf Kuru schließen lassen.

Das Problem: Die Entnahme ist erst nach dem Tod möglich, sodass die Bestätigung, dass der Patient an Kuru litt, erst nach seinem Ableben erfolgen kann. Die Veränderungen des Gewebes erinnern an einen Schwamm, da eine optische Veränderung vorliegt, welche Löcher aufweist. Die Löcher entstehen auf Grund der Tatsache, dass das Gehirn Blasen bildet, diese sodann anschwellen und im Endeffekt absterben. Ebenfalls stellten Mediziner fest, dass auch Nervenverbindungen rückläufig waren bzw. viele Nervenzellen starben.

Behandlung

Nachdem der Fore mit der todbringen Krankheit infiziert ist, bedeutet das jedoch nicht, dass diese sofort ausbricht. Da die Diagnose der Krankheit erst nach dem Tod möglich ist, gibt es auch keine Therapie gegen Kuru. Es ist jedoch möglich, dass einige Symptome gelindert werden können. Die medikamentöse Behandlung sorgt aber oftmals nur für eine kurzweilige Linderung, sodass der Patient nur über Stunden hinweg schmerzfrei oder beschwerdefrei ist. Kuru führt immer zum Tod, der etwa nach rund 12 Monaten - nach dem Ausbruch der Krankheit - eintritt.

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Vorbeugung

Zu Beginn war nicht klar, weshalb Kuru auftritt und warum sich die Personen infizieren. Erst nachdem Mediziner festgestellt haben, dass die Krankheit durch den Verzehr von infiziertem Gehirn ausgelöst wird, trat das Verbot des Rituals auf Papua Neuguinea in Kraft.

Dieses Verbot sorgte zwar für eine drastische Reduzierung der gemeldeten Krankheitsfälle, jedoch treten immer wieder noch Neuerkrankungen auf.

Eine Vorbeugung ist nur möglich, wenn man kein infiziertes Gehirn isst und somit von dem Ritual Abstand nimmt. Die Chance, an Kuru zu erkranken, ist gering, da die Krankheit nur bei den Fore auf Papua Neuguinea auftritt.

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