Kuckucks-Lichtnelke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Juni 2016
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Die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Englische Bezeichnungen sind: Ragged Robin, Thunder Flower, Cuckoo Flower

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die auffällig rosa zerzaust wirkende Blüte besteht aus 5 Kronblättern, die sich wiederum aus vier verschmälerten Abschnitten zusammensetzen. Sie ist durchschnittlich 4 cm groß. Der oft leicht rötliche Stängel ist gerade und hat eine kurze Behaarung. Die Blätter stehen sich paarweise gegenüber.

Die bodennahen Blätter sind rosettenartig als Büschel angeordnet. Die Blätter aller Lichtnelken-Arten sind ganzrandig und gegenständig. Die Pflanze ist mehrjährig und wird ca. 30 - 80 cm hoch.

Vorkommen und Anbau

Die Kuckucks-Lichtnelke wirkt schleimlösend, antibakteriell und enthält einige Vitamine.

Es gibt viele verschiedene Lichtnelken-Arten bzw. Leimkräuter (ca. 600 - 700), wie sie auch oft genannt werden. Das "Taubenkröpfchen" (Silene vulgaris) ist vielleicht davon noch das bekannteste. Alle Lichtnelken-Arten sind essbar und befinden sich vor allem auf der Nordhalbkugel. Der Kuckuck gab dieser besonders schönen Lichtnelke seinen Namen, weil das oftmals unter den Blüten befindliche schaumartige Gebilde mit „Kuckucksspucke“ verwechselt wurde.

Wie wir heute wissen, ist besagter Schaum von einer Zikadenart, die damit ihre Larven schützt und außerdem kommen diese Schaumbällchen auch bei anderen Pflanzen (z.B. Wiesenschaumkraut) vor. Außerdem blüht sie gerne zur selben Zeit, wenn der Kuckuck aus Afrika – seinem Winterquartier – zurückkommt. Möglich ist aber auch diese Variante: vielleicht galt die Kuckuck-Lichtnelke als eine Hexen-Pflanze, da sie wohl als Orakel für einen möglichen zukünftigen Partner genutzt wurde. Und wenn nicht von der „Hexe“ gesprochen werden sollte wurde gerne der weniger heikle Deckname „Kuckuck“ verwendet.

Die Kuckucks-Lichtnelke braucht zum Wachsen viel Feuchtigkeit. Deshalb kommt sie in Mooswiesen, Uferbereichen, Sümpfen und Gräben vor. Leider werden diese Feuchtgebiete immer seltener, so dass sich diese vielleicht schönste Lichtnelke immer mehr aus der Natur zurückzieht. Damit sie uns auch weiterhin erhalten bleibt und nicht auf die Listen der besonders gefährdeten Pflanzen endet sollte bei der Ernte nur ein kleiner Teil geerntet werden. Es ist auch einen Versuch wert, wenn sich im Garten ein Teich oder eine feuchte Stelle befindet, die Samen zu säen.

Die Kuckuck-Lichtnelke bevorzugt dabei nährstoffarmen Boden. Die Samenträger sind Kapseln (ähnlich Mohn). Den Samen im Herbst sammeln, aus den Kapsel schütteln und nachtrocknen lassen, damit er nicht schimmelt. Sollte die Pflanze im Topf gekauft worden sein, ist es empfehlenswert, die Pflanze länger in Wasser zu tauchen, damit ihre Wurzeln sich gut vollsaugen können. Die Kuckucks-Lichtnelke lockt besonders Schmetterlinge und Falter an, da ein langer Rüssel nötig ist, um an den Nektar zu kommen, der sich am Boden eines langen Kelches befindet.

Anwendung und Wirkung

Die ersten zarten Triebe sind schon ab April zu finden. Sowohl Stängel als auch die ersten Blättchen sind für Salate; im Kräuterquark, als Kräuterbutterbrot gut zu nutzen. Außerdem sind sie als Frühjahrsgemüse in der Pfanne leicht angebraten eine milde Delikatesse. Später wird der Stängel zäh und ist nicht mehr wirklich gut. Dann werden die Blüten interessant. Mit den Fingernägeln lassen sie sich leicht abknipsen und sind am Besten haltbar, wenn sie in einem Glas mit Deckel transportiert werden. So dienen sie z.B. als gesunde Salatdekoration oder auch als Toping für Suppen. Auch für die Teemischungen lassen sich die hübschen getrockneten Blütenblätter verwenden. Der Geschmack der Blüten erinnert leicht an Tee. Je nach Nektargehalt schmecken sie auch süßlich. Die Blütezeit ist von Mai bis Juli. Inhaltsstoffe der Kuckuck-Lichtnelke sind Schleimstoffe, Vitamine (v.a. Vit. C) und Saponine (v.a. in den Wurzeln).

Wogegen hilft die Kuckucks-Lichtnelke?

Bedeutung für die Gesundheit

In der Heilkunde haben alle Lichtnelken-Arten bislang keine große Bedeutung. Sie gelten allgemein als stoffwechselanregend und stellen eine Vitaminquelle dar. Die Wurzeln können aufgrund ihres Saponingehaltes eine leicht antibakterielle und antifungizide Wirkung aufweisen. In älteren Beschreibungen ist zu lesen, dass speziell die Kuckucks-Lichtnelke gegen „Grützbeutel“ helfen soll. Dies wird medizinisch als „Atherom“ bezeichnet und sind sackartige, langsam wachsende, prall-elastische, knotenartige Hauterscheinungen. Sie sind vollkommen harmlos und somit eher ein ästhetisches Problem. Wenn, dann treten sie im Gesicht, am Hals, und/oder hinter den Ohren auf. Seltener an anderen Körperstellen.

Als Planetenkraft soll besonders Mars wirken. Dies ist auf die rosa-rötliche Blütenfarbe und die lanzettförmigen Blätter zurückzuführen. Das leichte und zerzauste könnte wiederum auf Merkur hinweisen. Die Blüten-Essenz soll innere Blockaden lösen können und die Lebensenergie zum Fließen bringen. Eine nichtmedizinische Anwendung dieser schönen Pflanze ist die Herstellung einer milden Seifenlauge aus ihren Wurzeln. Da diese einen besonders hohen Saponingehalt aufweisen. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Gottes-Gnadenkraut vor der Blüte. Diese ganze Pflanze gilt als stark giftig. Es hat Digitalis-ähnliche Herzwirkung und kann überdosiert zum Herztod führen. Deshalb die Kuckucks-Lichtnelke nur ernten, wenn eine Verwechslung ausgeschlossen werden kann.

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