Kryptitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Kryptitis

Unter dem Begriff Kryptitis versteht man eine Entzündung, welche sich im menschlichen Enddarm befindet. Oftmals tritt die Kryptitis durch Stuhlgangprobleme auf. Auf Grund von Problemen beim Stuhlgang, bilden sich sogenannte Entzündungen an den Analpapillen. In der Folge sind Analdrüseninfektionen möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kryptitis??

Der Mediziner spricht dann von einer Kryptitis, wenn er eine Entzündung feststellt, welche im Enddarmbereich lokalisiert wird. Der Übergang zwischen dem Mastdarm und dem Analkanal besteht aus den sogenannten Analpapillen und den Krypten. Die Krypten sind Taschen, welche in die Analdrüsen münden. Wird eine der Mündungen verstopft, entsteht die Entzündung der Krypten - die sogenannte Kryptitis. Im späteren Verlauf ist sogar eine Infektion der Analdrüsen möglich. Für die Entzündung sind vorwiegend Probleme beim Stuhlgang verantwortlich. Somit füllen sich die Taschen der Analpapillen mit Kot, welche eine Entzündung bzw. Infektion verursachen.

Die Entzündung bleibt lange Zeit unbemerkt. Während dem Krankheitsverlauf klagt der Patient oftmals über einen starken Juckreiz, verspürt Schmerzen oder berichtet über das Gefühl eines Fremdkörpers im Analbereich. Im Regelfall verläuft die Kryptitis jedoch ohne weitere Komplikationen oder Spätfolgen Jedoch gibt es Einzelfälle, bei denen eine Operation die einzige Möglichkeit ist, die Abszesse zu öffnen und die Entzündung zu beseitigen.

Ursachen

In erster Linie sind Probleme beim Stuhlgang dafür verantwortlich, dass eine Kryptitis entsteht. Bei einem normalen Stuhlgang entleert sich der Darm, ohne dass es Koteinlagerungen in den Krypten gibt. Leidet der Patient jedoch unter Verstopfung und konnte über einen gewissen Zeitraum keine Darmentleerung vornehmen, wird der angestaute Kot zurückgepresst. Somit ist es möglich, dass der angestaute Kot, durch das Zurückpressen, in die Krypten gelangt.

Auf Grund der Tatsache, dass der Kot, wegen der Verstopfung, relativ hart ist, verletzt das Eindringen des Kots - in die Krypten - die Schleimhaut. Tritt ein direkter Kontakt zwischen der Schleimhaut und dem Kot auf, ist eine Entzündung die Folge. Wenn dieser Vorgang eintritt, spricht der Mediziner von einer Kryptitis. Eine weitere Ursache ist breiiger oder sehr weicher Stuhlgang. Leidet der Patient vorwiegend unter weichem Stuhl, ist es möglich, dass sich dieser ebenfalls in den Krypten festsetzt. Auch hier entsteht die Kryptitis bzw. kann eine Infektion auftreten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

In erster Linie klagt der Patient über Schmerzen, welche er während dem Stuhlgang verspürt. Ebenfalls berichten Betroffene über einen relativ starken Juckreiz und beschreiben das Gefühl eines Fremdkörpers, welches im Anus lokalisiert wird. Lässt der Betroffene die Kryptitis nicht behandeln, können weitere Probleme oder eine Verstärkung der Symptome auftreten.

Der Patient klagt über stärkere Schmerzen beim Stuhlgang; ebenfalls können sich Fisteln oder Abszesse bilden. Bilden sich Fremdkörper, ist ein operativer Eingriff notwendig, damit diese entfernt werden können. Ebenfalls können Abszesse dafür verantwortlich sein, dass sich der Patient einer Operation unterziehen muss.

Diagnose

Nicht jeder Mediziner erkennt sofort die Kryptitis. Das liegt in erster Linie daran, weil die Symptome einer Hämorrhoiden-Erkrankung gleichen. Somit kommt es vor, dass der Patient zwar an einer Kryptitis leidet, der behandelnde Arzt jedoch Hämorrhoiden diagnostiziert.

Berichtet der Patient über ein Brennen oder Schmerzen beim oder nach dem Stuhlgang sowie über einen Juckreiz im Analbereich, erfolgt die Untersuchung mittels des Fingers. Nur so kann der Mediziner feststellen, ob etwaige Probleme vorliegen. Er tastet den Bereich des Anus - Stück für Stück - ab und kann, mit Hilfe eines Analspekulums und einer Sonde, ebenfalls die betroffene Region untersuchen. Weitere Möglichkeiten sind unter anderem die Darmspiegelung. Die Darmspiegelung sorgt für eine relativ aussagekräftige Diagnose und unter anderem für die Bestätigung, ob es sich um eine Kryptitis handelt oder nicht.

Behandlung

Eine Kryptitis kann im Endeffekt relativ gut behandelt werden. Zuerst verordnet der behandelnde Arzt Medikamente, welche die Entzündung beseitigen. Der Patient muss die Medikamente an der betroffenen Stelle bzw. Region auftragen bzw. einführen. Mediziner verordnen hierfür entweder Zäpfchen, Salben oder auch Cremes. Somit kann der Patient die betroffene Stelle leichter und besser erreichen.

Handelt es sich um eine fortgeschrittene Kryptitis bzw. liegt eine Bildung von Fisteln oder Abszessen vor, reicht eine medikamentöse Behandlung nicht mehr aus. Hier findet ein operativer Eingriff statt, bei welchem die Abszesse und Fisteln entfernt werden. Des Weiteren ist es möglich, dass der Patient selbst seine Symptome und Beschwerden lindert. Eine Ernährungsumstellung hilft in der Regel dabei, dass der Patient wieder über einen "normalen" Stuhlgang verfügt, der weder zu weich bzw. zu hart ist.

Ebenfalls kann der Betroffene Schließmuskelübungen durchführen, damit die Durchblutung verbessert und die Heilung beschleunigt wird. Auch sanfte Massagen am Anus helfen, dass die Durchblutung gefördert wird. Durch die sanfte Druckausübung werden auch etwaige Symptome und Beschwerden (wie etwa Schmerzen nach dem Stuhlgang oder der Juckreiz) gemindert.



Vorbeugung

Der Patient hat die Möglichkeit, dass er eine etwaige Kryptitis - durch eine ausgewogene Ernährung - verhindert. Vorwiegend ist es wichtig, dass man über einen festen, aber nicht zu harten Stuhl verfügt. Jedoch ist auch ein zu weicher Stuhl eine Gefahr, dass eine Kryptitis entsteht. Sollten bereits erste Anzeichen vorliegen und der Patient über einen Juckreiz klagen oder Schmerzen haben, ist ein sofortiger Arztbesuch notwendig.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Rosali kommentierte am 31.01.2016 um 22:28 Uhr

Ich habe nun seit gut einem Jahr diese Enddarmprobleme. Ich hatte zuerst Verstopfungen und habe dann angefangen Flohsamen zu nehmen. Das führte zu weichem Stuhlgang, die Toilettengänge waren aber schlimm. Ein Proktologe untersuchte und stellte Hämorrhoiden fest, die er mittels Spritze veröden wollte. Meine Schmerzen steigerten sich immer mehr. Immer ca. eine halbe bis ganze Stunde nach dem Stuhlgang konnte ich kaum noch sitzen, Auto fahren war fast unerträglich. Ich musste tatsächlich Schmerzmedikamente nehmen. Der Proktologe spritze beharrlich die Hämorrhoiden. Ich habe dann bei einem anderen Arzt eine Enddarmspiegelung machen lassen, dabei wurden die Hämorrhoiden als unerheblich, max. 1. Grades, eingestuft. Der Versuch, die Enddarmregion zu untersuchen, scheiterte, da ich es nicht ertragen konnte vor Schmerzen. Ich wurde verabschiedet mit dem Rat, Vaseline zu nutzen, ansonsten wäre alles in Ordnung. Auf meine Frage hin, warum ich dann so Schmerzen hätte, kam der Rat mit Vaseline. Nach einiger ratloser Zeit und den immer wieder auftretenden Schmerzen, bin ich wieder zu dem ersten Arzt, dem Proktologe, gegangen und sagte, dass ich immer noch Schmerzen hätte. Immer eine halbe bis ganze Stunde nach dem Stuhlgang, kaum sitzen könne und ich fragte den Arzt vorsichtig-diplomatisch nach der evtl. Möglichkeit einer Kryptitis. Da ging der total aus den Strümpfen und schimpfte mich an, dann könne ich überhaupt nicht mehr sitzen und ich könne ja zu Doktor Google gehen. Mein zaghafter Besänftigungsversuch, dass ich ja daher zu ihm, dem Spezialisten, käme, nahm er nicht groß an und ließ mir von der Arzthelferin eine Salbe (den Namen haben ich vergessen) verschreiben. Nun stehe ich da, weiß nicht mehr was ich tun soll, wo ich hingehen soll. Die Schmerzen sind nicht mehr so extrem wie vor einem Jahr, aber immer da nach dem Stuhlgang und immer ist ein ganz kleines bisschen Wundflüssigkeit/Blutstippen am Toilettenpapier, auch wenn ich nur ganz vorsichtig tupfe. Beim Stuhlgang selbst ist oft etwas - wirklich nur ganz wenig - Blut zu sehen. Haben Sie einen Hinweis für mich, wo ich hingehen kann? Gibt es ein Darmzentrum in meiner Nähe (Kreis Unna)? Ich wäre überaus dankbar für Hinweise, die nachhaltig helfen.