Krebstherapie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. August 2016
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Dank moderner Therapien haben sich die Heilungschancen für Krebs in den vergangenen 30 Jahren stark verbessert. Eine effektivere Krebstherapie in Verbindung mit verbesserten diagnostischen Möglichkeiten und Vorbeugung lassen heute eine positivere Betrachtung von Krebs zu. Inwieweit die Krankheit heilbar ist, hängt sowohl von einer frühzeitigen Diagnose, als auch von der passenden Therapie und der Krebsart ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Krebstherapie?

Bestimmte Krebsarten wie beispielsweise Prostatakrebs, Hautkrebs oder Hodenkrebs sind bei rechtzeitiger Erkennung heute gut heilbar. Häufig liegen die Heilungschancen bei etwa 90 %. Andere Fälle, in denen zum Beispiel Lunge oder Speiseröhre betroffen sind, bringen eine schlechtere Prognose mit sich. Alle Formen haben jedoch gemein, dass sich die Behandlung grundsätzlich auf drei Säulen stützt: Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie. Welche dieser Therapien angewendet wird, hängt von der Art und dem Ausmaß der Krebserkrankung ab. Zusätzliche Methoden wie Hormon- oder Immuntherapie werden bei bestimmten Tumoren in Betracht gezogen. Psychisch unterstützende Maßnahmen, wie eine gezielte Schmerztherapie, ergänzen die Behandlung und machen diese für den Patienten erträglicher.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Krebstherapie:

Es gibt viele Ursachen für Krebs und dementsprechend auch vielgestaltige Krankheitsbilder. Mittlerweile sind mehr als 300 verschiedene Krebsarten bekannt, die in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden: Zum einen gibt es solide Tumore, die Geschwülste bilden. Zum anderen existieren auch systemische Erkrankungen des Blut- und Lymphsystems. Hierzu gehören Lymphome und Leukämie. Krebs tritt in verschiedenen Organen auf und geht von unterschiedlichen Zellarten aus.

Die meisten Erkrankungen haben als Ausgangspunkt die äußeren und inneren Körperoberflächen. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern ist die der Prostata. Hierauf entfallen etwa 25 % der Diagnosen. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen dicht beieinander Lunge und Darm. Bei den Frauen entfallen ungefähr 30 % aller Krebserkrankungen auf die Brustdrüse. Der Darm liegt mit großem Abstand auf Rang 2, dahinter folgt die Lunge. Die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken nimmt mit dem Alter zu. Aufgrund der verlangsamten Zellteilung, und der dadurch verminderten Ausbreitung der Krebszellen, sind die Heilungschancen bei älteren Patienten jedoch häufig höher als beispielsweise bei Kindern.

Eine Krebstherapie findet zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Erkrankung statt. Bei Vorstufen, beispielsweise von Brustkrebs, reicht es oft aus, auffälliges Gewebe zu entfernen, ohne anschließend eine Chemo- oder Strahlentherapie anwenden zu müssen. Im Fall von Gebärmutterhalskrebs können sich erste Zellveränderungen noch von alleine zurückbilden. Erst bei einem positiven Krebsbefund sind weitere Schritte erforderlich.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Wurde eine Krebserkrankung zweifelsfrei diagnostiziert, hängt die Behandlung von der Art des Tumors ab. Lokal begrenzte Formen, wie beim Lippenkrebs oder Hautkrebs, werden operativ entfernt. Geschieht dies in einem frühen Stadium, in dem der Krebs noch nicht gestreut hat, können weiterführende Therapiemaßnahmen oft vermieden werden. Kann das entartete Gewebe nicht (vollständig) entfernt werden oder ist die Entartung nicht lokal begrenzt, wird eine Chemotherapie angewendet.

Die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) bremsen jegliche Zellen in ihrem Wachstum oder töten diese ab. Bei den schnell wachsenden Krebszellen erledigen sie dies besonders effektiv. Diese Methode wird häufig bei systemischen Erkrankungen angewendet. Auch eine Strahlentherapie schädigt Zellen und lässt diese absterben. Moderne Technologie macht es jedoch möglich, sie zielgerichtet auf das Tumorgewebe zu lenken. Besonders geeignet ist diese Methode für Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Um eine frühzeitige Krebsdiagnose zu ermöglichen, sind regelmäßige Arztbesuche, besonders in fortgeschrittenem Alter, notwendig. Frauenärzte tasten routinemäßig das Brustgewebe ab und können dadurch Tumore frühzeitig erkennen. Um das Ausbrechen von Gebärmutterhalskrebs zu verhindern, ist eine Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr möglich. Die Prostatauntersuchung sollte für jeden Mann ab 40 Jahren zur Routine gehören und geschieht unkompliziert und schnell.

Bei geschwollenen Lymphdrüsen, anhaltenden Kopfschmerzen oder unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit oder Schweißausbrüche sollte nicht vor einem Arztbesuch gezögert werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist auch nach erfolgter Krebsbehandlung nötig. Nachsorgeprogramme bieten Betroffenen eine fortlaufende Betreuung. Dazu gehören neben Nachuntersuchungen bei Bedarf auch weitere Therapien. Für die Dauer des Nachsorgeprogramms gilt eine Faustregel von 5 Jahren, die jedoch von der Krebsart und dem Therapieverlauf abhängig ist. Hierbei wird der Erfolg der Behandlung kontrolliert, bei einem Krankheitsrückfall können rechtzeitig entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Durchführung - wie läuft die Untersuchung ab?

Das Diagnoseverfahren unterscheidet sich je nach Krebsart. Tumore beispielsweise in der Brust werden vom Arzt ertastet und durch eine Mammografie bestätigt. Auch Lymphdrüsenkrebs lässt sich ertasten, ebenso wie Prostatakrebs. Tumore, die nicht äußerlich sichtbar sind, machen sich nach gewisser Zeit durch Schmerzen und begleitende Beschwerden bemerkbar. Hierzu gehören zum Beispiel Tumore der Hirnregion, des Verdauungstrakts oder der Lunge. Krebsformen wie Leukämie werden oft eher zufällig entdeckt, wenn der Patient wegen unspezifischer Leiden einen Arzt konsultiert.

Dem behandelnden Arzt steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, den Krebs zu untersuchen. Bildgebende Verfahren ermöglichen einen Blick ins Innere des Körpers. Dazu gehören unter anderem Röntgen, Ultraschall, Computertomographie, MRT und PET. Für Frauen kommen die Mammographie und der Pap-Abstrich infrage. Weitere Methoden sind die Darmspiegelung, die Suche nach Tumormarkern oder das Entnehmen von Gewebeproben (Biopsie).

Diese Untersuchungen geben genaueren Aufschluss über das Ausmaß der Erkrankung. Durch verschiedene Bluttests wird außerdem der generelle Gesundheitszustand des Patienten ermittelt. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Therapie optimal an dessen Bedürfnisse angepasst wird. Die Krebsbehandlung erfolgt in den meisten Fällen ambulant. Je nach Form und Schweregrad reicht die Dauer des Krankenaufenthalts von kurzen Behandlungsterminen bis zu längeren Aufenthalten auf einer Krebsstation.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Gesetzlich versicherte Krebspatienten müssen bei allen Leistungen der Krankenkasse 10 % der Kosten selbst tragen. Dies betrifft sämtliche Arzneimittel, Heilmittel, Hilfsmittel, Fahrtkosten, Krankenhaus-Tagegeld und Kosten für Haushaltshilfen. Es wurde jedoch pro Jahr eine Höchstgrenze des Eigenanteils festgelegt, die sogenannte Belastungsgrenze. Sie liegt bei maximal 2 % des Bruttoeinkommens der Familie, für chronisch Kranke sogar nur bei 1 %. Für Krebskranke gibt es die Möglichkeit, über die Dauer von 5 Jahren einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen.

Dieser bringt einige Vergünstigungen mit sich, wie einen erhöhten Kündigungsschutz, mehr Urlaubstage, Ermäßigungen und Steuererleichterungen. Bei Arbeitsunfähigkeit erhalten gesetzlich Versicherte nach Ablauf der Lohnfortzahlung Krankengeld. Tritt eine teilweise oder vollständige Arbeitsunfähigkeit ein, kann der Patient eine Erwerbsminderungsrente beantragen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Krebstherapien sind zwar effektiv, können jedoch auch Nebenwirkungen mit sich bringen. Nach einer besonders intensiven Bestrahlung oder Chemotherapie ist es im schlimmsten Fall möglich, dass sich Jahre nach der Behandlung sekundäre Krebszellen entwickeln, die aus dem beschädigten Gewebe hervorgehen. Manche Frauen und Männer leiden nach überstandener Krebserkrankung unter Unfruchtbarkeit oder einem geschwächten Immunsystem. Nebenwirkungen wie Schmerzen, Erschöpfung, Probleme mit Haut und Haaren, Übelkeit oder Anfälligkeit für Infektionen lassen sich durch supportive und medikamentöse Therapien behandeln. Viele weitere Nebenwirkungen und Komplikationen können durch optimale Vorbereitung und Unterstützung im besten Fall ganz vermieden werden.

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