Krallenhand

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Oktober 2015
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Oftmals tritt eine sogenannte Krallenhand im Rahmen der Ulnarislähmung auf. Es ist auch möglich, dass - je nach der Erkrankungsursache - auch weitere oder andere Symptome auftreten. Eine Behandlung ist möglich; diese ist in den meisten Fällen sogar erfolgversprechend.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Krallenhand?

Unter der Bezeichnung Krallenhand beschreibt der Mediziner ein Krankheitsbild, welches in erster Linie eine Störung der Hand umfasst. Der Betroffene leidet unter Funktionsausfällen, welche sich vorwiegend in den Knochen der Hand äußern. Somit ist es nicht möglich, dass dieser die Hand normal bewegt. Ebenfalls besitzen viele Betroffene einen abgespreizten und bewegungsunfähigen Daumen.

Auch das Fingergrundgelenk ist geschädigt und sorgt dafür, dass die klassische Fingerausrichtung entsteht, welche eben an eine Kralle erinnert. Ebenfalls tritt immer wieder ein Taubheitsgefühl (vorwiegend im Bereich des kleinen Fingers) auf. Der Betroffene klagt auch über weitere Beschwerden, da die unnatürliche Handhaltung massive Einschränkungen mit sich bringt.

Ursachen

Die Krallenhand entsteht auf Grund einer Ulnarislähmung. Diese Lähmung kann auf Grund unterschiedlicher Ursachen entstehen. Im häufigsten Fall erleidet der Betroffene, im Bereich des Oberarms, eine Gewalteinwirkung, welche von Außen herbeigeführt wurde. Selbst Verletzungen, Operationen oder auch Frakturen können eine dementsprechende Ulnarislähmung auslösen, sodass eine Krallenhand entsteht.

Weitere Ursachen, weshalb eine sogenannte Krallenhand auftreten kann, liegen in der Schädigung des Nervus ulnaris. Wird der Nervus ulnaris über einen längeren Zeitraum unter einem massiven Druck ausgesetzt, sind Lähmungen sowie die Bildung der Krallenhand möglich. Vorwiegend sind Personen gefährdet, welche dem regelmäßigen und intensiven Radsport nachgehen.

Durch den Radsport wird vorwiegend der Nervus ulnaris belastet. Auch bettlägerige Personen zählen zu den Risikogruppen. Die Hauptursache liegt somit in der Schädigung des Nervus ulnaris. Viele Mediziner bezeichnen das auch als Ulnarisrinnensyndrom. Weitere mögliche Ursachen sind Tumore sowie Zysten, die im Nervus Ulnaris-Bereich vorhanden sind.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Krallenhand:

Klassische Symptome sind Funktionsausfälle der Fingerknochen sowie auch eine Fehlstellung der Finger. Durch die Fehlstellung tritt eine Fingerausrichtung auf, die schlussendlich die Krallenhand bildet. Ebenfalls klagen Personen immer wieder über ein Taubheitsgefühl. Die Krallenhand wird von den Patienten oft zu spät bemerkt, da dich die Fehlstellung relativ langsam entwickelt.

Bei einer frühzeitigen Diagnose ist es jedoch möglich, dass sich die Lähmung - auf Grund der Behandlung - wieder zurückbildet. Ist das Krankheitsbild bereits fortgeschritten, kann der Mediziner nur noch die auftretenden Symptome mildern. Die Krallenhand ist keine lebensgefährliche Erkrankung, jedoch bedeutet sie eine immense Einschränkung im alltäglichen Leben.

Diagnose

Im Regelfall bemerkt der Betroffene selbst, dass sich eine Krallenhand bildet bzw. eine Verformung der Hand auftritt. Durch die Fehlstellung der Hand wird klar ersichtlich, dass eine ausgeprägte Schädigung derselben vorliegt. Ein weiteres Indiz ist das Taubheitsgefühl. Der Mediziner überprüft in erster Linie die Krankengeschichte des Patienten. Ebenfalls ist von großer Bedeutung, welchen Beruf der Betroffene ausübt.

Des Weiteren nimmt der behandelnde Arzt neurologische Untersuchungen vor. Es werden unterschiedliche Funktionstests durchgeführt, damit der behandelnde Mediziner etwaige Schädigungen des Nervs feststellen kann. Hier muss der Patient etwa die Hand beugen bzw. die Finger in verschiedene Richtungen bewegen. Danach erfolgt eine Elektromyographie. Diese Messung der Nervenleitgeschwindigkeit gibt einen Aufschluss darüber, ob eine Lähmung vorliegt.

Hat der Mediziner die Krallenhand diagnostiziert, ist es wichtig, dass dieser auch die Ursache herausfindet. Oftmals ist die Ulnarislähmung der Auslöser der Krallenhand; jedoch können mitunter auch andere Nervenerkrankungen eine dementsprechende Verformung der Hand auslösen.

Behandlung

Die Behandlung der Krallenhand erfolgt individuell. In erster Linie richtet sich die Therapie auf Grund der Tatsache, weshalb die Krallenhand bzw. die Ulnarislähmung entstanden ist. Ebenfalls ist die individuelle Symptomatik ein weiterer Aspekt, wie die Therapie und Behandlung auszusehen hat. Es gibt konservative sowie auch operative Möglichkeiten, damit die Hand behandelt werden kann.

Liegt die Ursache auf Grund einer Druckbelastung, kann eine Linderung der Beschwerden schon mit einer Schonung des Arms einsetzen. Auch die Verwendung einer Schiene kann mitunter einen positiven Effekt bewirken. Bemerkt der Mediziner, dass eine konservative Behandlung keinen Erfolg mit sich bringt, wird die operative Möglichkeit herangezogen. Je nach Art und Weise der Lähmung, muss der Arzt selbst entscheiden, ob ein Eingriff eine Verbesserung mit sich bringen kann und ob eine Operation zielführend ist.

Wichtig ist, dass die Frage geklärt ist, ob eine Verlagerung des Ulnarisnervs erfolgen kann. Ebenfalls muss das Narbengewebe entfernt werden, damit der Nerv über ausreichend Platz verfügt, um zu heilen. Nach der Operation ist es zwingend erforderlich, dass der Patient eine mehrwöchige Ruhepause einhält.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung der Krallenhand ist möglich. Es reicht im Endeffekt aus, dass der Patient den Arm bei seinen Tätigkeiten polstert. So kann er das Risiko deutlich minimieren, dass er den Nerv schädigt und eine Krallenhand entsteht. Bereits bei den ersten Anzeichen ist es wichtig, dass der Patient einen Arzt aufsucht und den Arm dementsprechend schont.

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