Kraftlosigkeit, Schwäche des Arms

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Kraftlosigkeit, Schwäche des Arms

Die Kraftlosigkeit, Schwäche des Arms hat in den meisten Fällen keine Muskelschwäche zur Ursache, sondern die Verspannung von Muskulatur und Bindegewebe. Bewusstsein für den eigenen Körper und schlechte Gewohnheiten kann helfen, zukünftige Verspannungen zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kraftlosigkeit, Schwäche des Arms?

Die Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms ist durch ein plötzlich Auftretendes Schwächegefühl des Arms gekennzeichnet. Die Armschwäche kann aber auch dauerhaft sein. Beide Arten sind davon gekennzeichnet, dass sich mit dem schwachen Arm keine normale Alltagsbewegung mehr durchführen lässt. Schweres Heben ist gänzlich ausgeschlossen. Allein beim Versuch rutscht der Arm weg. Eine Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms kann auch ganz plötzlich auftreten. Hier macht die sich besonders als Wegsacken des Arms im vom Ellenbogengelenk bemerkbar. Oft äußert sich eine generelle Schwäche auch durch ein Zittern bei Bewegungen des Arms.

Ursachen

Bei einer pathologischen, sprich: krankhaften Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms sind, entgegen aller Annahmen, schwache Muskeln nicht die Ursache. Ein Muskeltraining würde überhaupt nicht helfen, denn sehr oft liegt der Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms eine Dauerkontraktion in den Muskeln und vor allem im Bindegewebe zugrunde. Dies bedeutet, dass entweder die Armmuskeln verspannt sind, oder aber die Schulter- und Körpermuskeln.

Noch häufiger jedoch sind nicht die Muskeln selbst, sondern das Bindegewebe auf den Muskeln verspannt. Dies hat zur Folge, dass die Muskeln nicht mehr eingesetzt werden können. Das Bindegewebe nämlich besteht aus einem Geflecht kleinster Fasern, den sogenannten Fibroblasten, die sich flächig zusammenziehen können. Auf die darunter liegenden Muskeln hat dies einen Effekt, als würde man sie vakuumverpacken: Sie werden fest und bewegungsunfähig.

Verspannte Muskeln lassen sich von außen ertasten. Während sich ein gesunder Muskel nur bei Anspannung hart anfühlt, weist ein verspannter Muskel auch im Ruhezustand einen hohen Härtegrad auf. Auch die Haut über dem Muskel ist fest und lässt sich kaum anheben.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms ist selten auf eine Muskelschwäche zurückzuführen. Dennoch muss diese diagnostisch ausgeschlossen werden, da einer echten Muskelschwäche ernsthafte Erkrankungen zugrunde liegen können. So etwa kann die von Ärzten als „Myasthenie“ bezeichnete Muskelschwäche plötzlich nach einem Schlaganfall auftreten und sich schleichend verschlimmern, bis es zu [Lähmung|Lähmungserscheinungen]] kommt.

Auch Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen, Muskelschwund, Multiple Sklerose oder Krebsleiden können die Ursache behandlungsbedürftiger Muskelschwäche sein. Um diese Erkrankungen auszuschließen, wird vom Arzt eine gründliche Befunderhebung (Anamnese) aufgrund der Untersuchung von Muskeln und Reflexen vorgenommen. Im Zweifelsfall lässt er ein Blutbild anfertigen. Sollten immer noch Unklarheiten bestehen, können bildgebende Verfahren wie EEG oder Computertomographie zum Einsatz kommen, oder aber Rückenmarkflüssigkeit entnommen werden. In den allermeisten Fällen wird der Arzt jedoch durch bloße Tastuntersuchung eine verspannte Muskulatur feststellen.

Behandlung und Therapie

Sollte eine einfache Muskelschwäche Ursache der Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms sein, kann bereits die Einnahme von Vitamin- und Eisenpräparaten Abhilfe schaffen. Liegt eine Muskelschwäche mit neurologischer Ursache (zum Beispiel Multipler Sklerose) vor, ist eine Therapie im Sinne von Heilung nicht möglich. Hier zielt die Therapie auf eine Linderung der Beschwerden ab. Diese kann beispielsweise durch Krankengymnastik oder medizinische Bäder erreicht werden.

Stellt der Arzt jedoch keine Schwäche der Muskeln fest, sondern eine Dauerkontraktion, also eine Verspannung der Muskeln, nimmt er im Regelfall die Überweisung zum Physiotherapeuten vor. Dieser wird die Verspannungen lösen, etwa mittels manueller Therapie. Therapieformen wie die sensomotorische Körpertherapie kommen zum Einsatz, um die in Dauerkontraktion gehaltenen Muskeln der Schultern zu entspannen. Hierbei wird auch das Bindegewebe von Haut und Unterhaut mit einbezogen. Oftmals werden allein durch die Lockerung des Bindegewebes die darunter liegenden Muskeln wieder beweglich. Ist das Bindegewebe gelöst, kann der Therapeut feststellen, ob noch etwas an den Muskeln selbst zu tun ist und wie viel.

Nach Entspannung von Bindegewebe und Muskeln kann noch ein Körperbewusstseinstraining durchgeführt werden, welches dem Patienten hilft, künftig Fehlhaltungen und Fehlbelastungen zu vermeiden. Die eigenen alltäglichen Gewohnheiten werden überprüft und korrigiert. Da viele Gewohnheiten über Jahre eingeschliffen sind, ist dies ein langer Lernprozess, der eine intensive Beobachtung des eigenen Verhaltens fordert. In dieser Zeit kommt es darauf an, die alten, schädlichen Gewohnheiten durch neue, günstige zu ersetzen.



Vorbeugung

Um eine erneute Verspannung der Muskeln und des Bindegewebes zu vermeiden, gilt es, Fehlhaltungen und „dumme“ Angewohnheiten aufzugeben. Auch ein falscher Krafteinsatz kann zu Verspannungen führen, die sich in der Kraftlosigkeit bzw. Schwäche des Arms äußern. Beispielsweise das Heben mit gebeugtem Handgelenk.

Ein effektiver Krafteinsatz besagt, dass die Kraft der Arme immer aus dem ganzen Körper kommt. Anstatt nur die Armmuskeln einzusetzen, die dann verspannen, ist es ratsam, zum Heben, Ziehen und Schieben auch die großen Körpermuskeln hinzuzuziehen. Ein Physiotherapeut kann zeigen, wie es geht, aber auch in der klassischen Rückenschule lassen sich nützliche Tipps für den Alltag lernen.

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