Kornelkirsche (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Juni 2016
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Wie archäologische Funde beweisen, wurde die Kornelkirsche (Kornelle) schon von den Menschen der Jungsteinzeit verzehrt. Die Heilkundige Hildegard von Bingen wandte sie bei Gicht und Magenbeschwerden an. Da das Holz des Strauches das härteste Holz Europas ist und seit Jahrhunderten als Bauholz genutzt wird, kommt er heute vergleichsweise selten vor.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Kornelkirsche wissen

Kornelkirschen sind die Früchte des Gelben Hartriegels (Cornus mas). Der zur Familie der Hartriegel-Gewächse (Cornaceae) gehörende mehrstämmige Strauch wächst so buschig, dass er einem kleinen Baum ähnelt. Die Stämme des 6 bis 8 m hohen Strauches sind mit einer graugelben schuppigen Borke bedeckt.

Die Kornelkirsche stammt ursprünglich aus dem Kaukasus-Gebiet, der Türkei und West-Asien. Heutzutage kommt sie nur noch in Südost-Europa und dem südlichen Mitteleuropa vor. Der Gelbe Hartriegel hat eiförmige, leicht behaarte Blätter und bildet schon im Herbst Knospen, die sich dann von Februar bis April als gelbe, nach Honig duftende Blüten präsentieren.

Danach entstehen zuerst grüne, dann gelblich-orange und zuletzt satt rote glänzende längliche Früchte. Sie hängen meist paarweise an dünnen Stielen und werden im September geerntet. Das rote Fruchtfleisch hat einen länglichen Steinkern und einen süßsauren Geschmack.

Am besten schmecken die Kornelkirschen, wenn sie dunkelrot und sehr weich sind. Der Gelbe Hartriegel bevorzugt sonnige warme Standorte auf kalkhaltigem Boden und ist recht anspruchslos. Er wächst an Hängen, auf Waldrändern und in Hecken. Wegen seiner attraktiven Blüten wird er auch gern in Parks und Gärten angepflanzt.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Früchte der Kornelkirsche werden getrocknet oder gepresst. Sie enthalten viel Vitamin C und helfen bei Verdauungsbeschwerden.

Über die medizinische Wirkung der Kornelkirsche existieren zwar keine klinischen Studien, dafür aber diverse schriftliche Quellen und das jahrhundertealte Erfahrungswissen der Naturheilkundigen. Sie verwendeten zum Behandeln von Erkrankungen und zu ihrer Vorbeugung Hartriegel Rinde, Blätter, Früchte und das aus dem Holz destillierte Öl des Strauches.

Die antibakteriellen Eigenschaften des Hartriegels helfen bei Magen-Darm-Beschwerden und sogar gravierenden Erkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Langzeittherapien mit dem Gelee und der Marmelade führen zum Rückgang der mit diesen chronischen Krankheiten verbundenen schweren Durchfälle. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe (vor allem der hohe Vitamin C-Anteil und das Anthocyan) lindern Magengeschwüre und stärken das Immunsystem.

Die heilkundige Nonne Hildegard von Bingen riet Gichtkranken zu einem Bad, das mit einem Absud aus Hartriegel Blättern und Rinden-Stücken aufgegossen wurde. Die als Begleitsymptom der Zöliakie auftretenden Durchfälle können ebenfalls mit der Kornelle effizient behandelt werden. Die harntreibende Wirkung des Kirschsafts entgiftet bei Fastenkuren. Das aus Hartriegel-Holz gewonnene Pflanzenöl soll tumorvorbeugende Effekte haben.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

100 g Kornelkirschen haben 60 kcal und enthalten Pektin, 14 g Zucker, Anthocyan, Gerbstoffe, Bitterstoffe, die Vitamine A, B, C, Kalium, Eisen, Kalzium und Magnesium.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 44 kcal/ 184 kj
Eiweiß 0,9 g
Kohlenhydrate 10,5 g
Wasser 85 g
Ballaststoffe 1,6 g

Unverträglichkeiten

Menschen mit einer Fructoseintoleranz sollten keine Kornellen verzehren, da die Früchte einen hohen Fruchtzucker-Anteil haben. Er ist bei reifen Früchten - erkennbar an der tiefroten Farbe der Schale - natürlich noch größer. Wer auf Anthocyan oder die anderen in der Frucht enthaltenen Inhaltsstoffe allergisch reagiert, sollte ebenfalls vom Konsum der Frucht absehen.

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Einkaufs- und Küchentipps

Kornelkirschen werden am besten sofort nach der Ernte, die traditionell durch Abschlagen erfolgt, konsumiert oder verarbeitet. Im Gemüsefach des Kühlschranks sind die roten Früchte nur etwa 3 Tage haltbar. Sie können jedoch eingefroren werden, wenn der Verbraucher sie erst später verwenden möchte.

In getrocknetem Zustand sind die Kornelkirschen lange haltbar. Um sie derart aufbewahren zu können, müssen sie jedoch erst entsteint werden. Vor der Verarbeitung werden die unreifen oder reifen Kornellen einfach gründlich gewaschen, abgetropft und entsteint.

Zubereitungstipps

Wer an Durchfall oder/und Entzündungen leidet und von der Heilwirkung des Gelben Hartriegels profitieren möchte, kann sich einen Heilkräuter-Tee zubereiten. Dazu nimmt er 1 TL zerkleinerte Rinde und gießt sie mit 1 Tasse kochendem Wasser auf. Nach 10 Minuten trinkt er den Tee in kleinen Schlucken.

Die reifen Früchte können roh verzehrt oder in rohem und getrocknetem Zustand in Desserts und Kaltschalen zubereitet werden. Als Beilage zu Reis und Fleischgerichten sind sie ebenfalls sehr schmackhaft und gesund. Beliebt ist auch das Einkochen der reifen oder unreifen Früchte zu Marmelade und Fruchtgelee.

Da die noch nicht reifen Früchte sehr viel Säure enthalten, kocht der Anwender sie am besten mit süßen Obstsorten zusammen ein. Gut geeignet sind dafür Birnen und Pflaumen. Zu Fruchtmus püriert enthalten Kornelkirschen noch mehr Vitamin C.

Die noch gelben oder grünen Kornelkirschen können wie Oliven in Salzlake eingelegt und auch wie Oliven zubereitet werden. In Alkohol eingelegt, sind sie ebenfalls sehr schmackhaft. In Österreich wird aus Kornelkirschen ein beliebter Obstbrand hergestellt ("Dirndlbrand").

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