Konisation

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2016
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Mit einer Konisation werden Frühformen sowie bestimmte Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert und auch behandelt. Bei dem Eingriff wird ein kegelförmiger Anteil vom Gebärmutterhals abgetragen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Konisation?

Die Konisation ist ein operativer Eingriff am Muttermund einer Frau, der in der Regel ambulant durchgeführt werden kann. Mit Hilfe eines Skalpells, einer elektrischen Schlinge oder auch einem speziellen Laser wird dabei aus der Zervix (Gebärmutterhals) ein Gewebekegel (so genannter Konus – namensgebend für den Eingriff) entnommen. Der Gewebekegel sollte dabei einen Teil der Oberfläche des Muttermunds (Portiooberfläche) sowie des Zervixkanals enthalten.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Konisation:

Eine Konisation wird meist vom Arzt angeraten, wenn beim so genannten PAP-Abstrich der Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen mehrfach auffällige Zellen gefunden wurden.

Die Konisation dient in diesem Zusammenhang vor allem dem Zweck der Diagnostik. Wurde beim PAP-Abstrich durch den Pathologen ein frühes Stadium von Krebs festgestellt, gilt die Konisation aufgrund der Entfernung des veränderten Gewebes bereits als Therapie.

Da sich Gebärmutterhalskrebs sehr langsam entwickelt, ist die Konisation in der Regel ausreichend, um eine vollständige Heilung zu erzielen. Das ist natürlich nur der Fall, wenn der Eingriff auch frühzeitig durchgeführt wird.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Als mögliche Operationsinstrumente kommen die elektrische Schlinge, Laser sowie Skalpell in Betracht. Am gebräuchlichsten ist dabei der Einsatz der Schlinge. Es ist ein kleiner Eingriff, der in der Regel ambulant in Vollnarkose, unter Spinalanästhesie (Rückenmarksnarkose wie bei Geburten) oder örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Bei Frauen während der Geschlechtsreife wird eine so genannte flache Konisation, bei Frauen in der Postmenopause eine spitze Konisation durchgeführt. Auch eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle und des Gebärmutterhalses wird im Rahmen des Eingriffs durchgeführt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Bevor die Konisation durchgeführt wird, erfolgt eine umfassende gynäkologische Untersuchung. Zudem prüft der Anästhesist die Narkosefähigkeit der Patientin. Am Tag des Eingriffs muss die Patientin nüchtern in der Praxis oder im Krankenhaus erscheinen, es darf also mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff nicht gegessen, getrunken oder geraucht werden. Auch Kaugummi kauen ist nicht erlaubt. Patientinnen, die regelmäßig Medikamente benötigen, können diese in Absprache mit dem Narkosearzt natürlich mit etwas Wasser einnehmen.

Grundsätzlich sollte die Konisation in der ersten Hälfte des Zyklus nach der letzten Regelblutung durchgeführt werden. Wird der Eingriff ambulant durchgeführt, muss die Patientin nach diesem noch für einige Zeit unter Beobachtung bleiben. In der Regel kann der Heimweg angetreten werden, sobald die Narkose nachgelassen hat und sich die Patientin fit fühlt. Am Tag des Eingriffs darf die Patientin jedoch weder selbst Auto noch allein mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weshalb es sich empfiehlt, einen Familienangehörigen oder Freund um Abholung zu bitten.

Zu Hause sollten sich Patientinnen zwar ausruhen, aber am Operationstag trotzdem einige Schritte gehen, um den Kreislauf anzukurbeln. Es kann in der ersten Woche nach der Konisation zu leichten Blutungen kommen, mit der Ablösung des Wundschorfs um den 8. oder 9. Tag nach dem Eingriff kann außerdem eine Wundblutung auftreten. Körperliche Schonung wird bis zu diesem Zeitpunkt generell empfohlen.

In den ersten 3 bis 4 Wochen sollte auf schwimmen und baden, Geschlechtsverkehr und die Verwendung von Tampons verzichtet werden, auch sportliche Aktivitäten sollten aufgrund der Nachblutungsgefahr frühestens ab diesem Zeitpunkt wieder aufgenommen werden. Für eine Dauer von etwa 4 bis 6 Monaten nach dem Eingriff ist zudem eine sichere Empfängnisverhütung notwendig.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Nach erfolgreich gesetzter Narkose wird mit Hilfe einer so genannten Jodprobe krankhaftes Gewebe identifiziert. Hierfür wird der Muttermund mit einem in Jod getränkten Tupfer aus Gaze betupft. Krankhaftes Gewebe färbt sich dabei hell, gesundes Gewebe dunkel. Unter kolposkopischer Sicht entfernt der Arzt dann ein kegelförmiges Stück aus dem Gebärmutterhals. Bei Frauen, deren Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, wird dabei möglichst wenig Gewebe entfernt.

Die Konisation wird entweder mit Schlinge, Skalpell oder Laser durchgeführt. Bei der Gewebsentfernung mit Skalpell werden an dem zu entfernenden Bereich zwei Haltefäden befestigt, etwa 5 Millimeter tief wird der Konus umschnitten und an seiner Spitze mit einer Schere abgetrennt. Bei der Methode der elektrischen Schlinge wird eine dünne Metallschlinge verwendet, die elektrisch erhitzbar ist. Die Hitzeeinwirkung kann so auf das krankhafte Gebiet beschränkt werden, gesundes Gewebe wird geschont. Der Konus wird mit Hilfe der Schlinge von oben nach unten ausgeschnitten.

Die Blutungsstillung erfolgt sowohl bei Skalpell als auch bei Schlinge mit Hilfe einer elektrischen Sonde und – wenn notwendig – durch u-förmige Nähte. Bei der Laserkonisation wird mit einem speziellen gynäkologischen Laser ein etwa 7 bis 8 Millimeter tiefer, kreisförmiger Schnitt in den Muttermund gesetzt und anschließend mit einem Skalpell der Konus ausgeschnitten. Mit Hilfe eines Lasers wird außerdem die Blutung gestillt.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherung tragen die Kosten für die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen . Welche Leistungen dabei genau gezahlt werden und was Patientinnen in Eigenleistung übernehmen müssen, sollte bei der zuständigen Krankenkasse erfragt werden. In der Regel wird die Konisation von der Krankenkasse aber gezahlt, sofern der PAP-Abstrich einen erhöhten Wert aufweist. Als Therapiemaßnahme werden die Kosten der Konisation von der Krankenkasse übernommen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Auch bei der Konisation kann es – wie bei jedem operativen Eingriff – zu Risiken, Nebenwirkungen und Komplikationen kommen. Zu den Risiken des Eingriffs gehören beispielsweise:

  • Schädigung von gesundem Gewebe
  • Ausritt von erhitztem Blut (ausschließlich bei Laserkonisation) und damit verbundener Gefahr von Verbrennungen
  • Verletzungen an Gebärmutter und Scheidenwand
  • Durchstoßung oder auch Verletzung von benachbarten Organen (z. B. Harnblase, Darm)
  • Fieber (erhöhte Temperatur in den ersten Tagen nach dem Eingriff bis 38°C ist noch normal, bei höheren Temperaturen muss der behandelnde Arzt aufgesucht werden)
  • schlimmstenfalls Kinderlosigkeit

Auch wenn die Konisation ein recht risikoarmer Eingriff ist, spielt das Können sowie die Sorgfalt und Behutsamkeit des behandelnden Arztes eine entscheidende Rolle, wenn es um die Vermeidung von Risiken und Komplikationen geht.

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