Knochenmarkbiopsie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. August 2016
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Bei der Knochenmarkbiopsie handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, bei der ein Mediziner mithilfe einer Hohlnadel eine Probe des Knochenmarks entnimmt, zum Beispiel an der Hüfte. Anschließend kann ein Labor die Gewebeprobe genau untersuchen und auf verschiedene Krankheitszeichen hin untersuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knochenmarkbiopsie?

Die Knochenmarkbiopsie ist der Knochenmarkpunktion sehr ähnlich. Bei beiden Verfahren führt der Untersucher eine Nadel in das Knochenmark ein, wobei es sich in der Regel um einen flachen Knochen wie den Beckenkamm oder das Brustbein handelt. Der Untersucher entnimmt über die Hohlnadel ein Stück des Gewebes, indem er einen zusammenhängenden Teil aus ihm herauslöst: Auf diese Art und Weise ist eine Untersuchung der Struktur des Gewebes möglich, die eventuell mehr Informationen über Krankheitsursachen in sich trägt als einzelne Zellen, wie sie der Untersucher bei der Knochenmarkpunktion entnimmt.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Knochenmarkbiopsie:

Ein häufiges Anwendungsgebiet der Knochenmarkbiopsie ist der Verdacht auf eine Blutkrankheit, die die Bildung des Bluts betrifft. Zu den wohl bekanntesten dieser Erkrankungen gehört die Leukämie, die durch eine Störung in der Bildung weißer Blutkörperchen (Leukozyten) gekennzeichnet ist. Die nicht voll oder falsch entwickelten Blutzellen nehmen mit fortschreitendem Verlauf an Häufigkeit zu und verursachen dadurch verschiedene Beschwerden.

Leukämie kann sich aus diesem Grund in verschiedenen Formen manifestieren, geht jedoch typischerweise mit Symptomen wie Blutarmut (Anämie) und einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen einher, da das Immunsystem beeinträchtigt ist. Reizungen, Blutungen sowie strukturelle und funktionelle Auffälligkeiten betroffener Organe gehören ebenfalls zu den häufigen Symptomen der Leukämie. Auch der Verdacht auf ein Lymphom kann die Knochenmarkbiopsie rechtfertigen. Bei dieser bösartigen Neubildung handelt es sich um eine Krebserkrankung des Lymphsystems, die oft durch Lymphknotenvergrößerungen auffällt.

Leidet der Patient unter einer anderen Krebserkrankung, kann eine Knochenmarkbiopsie darüber hinaus Hinweise auf streuende Metastasen im Knochenmark liefern, die von Tumoren in anderen Körperbereichen ausgehen. Darüber hinaus kommen multiple Myelome und andere Ursachen als Grund für Störungen im blutbildenden System in Frage; ein multiples Myelom betrifft Plasmazellen des Blutes. Ärzte können die Knochenmarkbiopsie darüber hinaus zur Verlaufskontrolle anwenden.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Bei der Knochenmarkbiopsie führt der Untersucher eine Hohlnadel in den Knochen ein und entnimmt einen Knochenmarkszylinder. Mediziner bezeichnen die spezielle Nadel, die dabei zum Einsatz kommt, als Jamshidi-Nadel. Die Knochenmarkpunktion greift hingegen auf eine dünnere Nadel zurück, durch welche der Arzt die Zellen des Knochenmarks ansaugt, um sie zu entnehmen. Der Vorteil der Knochenmarkbiopsie besteht darin, dass sie nicht nur Aufschlüsse über den Zustand einzelner Zelle liefert, sondern der Untersucher auch Informationen über das Gewebe als zusammenhängende Struktur erhält. Ob im Einzelfall eine Knochenmarkpunktion oder -biopsie sinnvoller ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Sollten Allergien oder eine Überempfindlichkeit gegen bestimmte Medikamente vorliegen, sollte der Patient diese dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen. Die gilt auch, aber nicht ausschließlich, für das lokale Betäubungsmittel, das bei der Knochenmarkbiopsie zum Einsatz kommt. Patienten müssen die Nachwirkungen des Betäubungsmittels sowie eventueller Beruhigungsmittel auch nach der Untersuchung noch berücksichtigen; in vielen Fällen führt die Einnahme von beruhigenden Medikamenten zu eingeschränkter Fahrtüchtigkeit, sodass die Betreffenden zum Beispiel nicht selbst Autofahren sollten. Auch von der Führung von Maschinen ist abzusehen, da das Medikament unter anderem die Reaktionszeit und die Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigen kann – selbst wenn der Patient diese Einschränkungen nicht bewusst wahrnimmt.

Im Anschluss an die Knochenmarkbiopsie muss der Patient in der Regel noch etwa eine Stunde zur Überwachung bleiben. Dadurch wollen Ärzte sicherstellen, dass keine unmittelbaren Nebenwirkungen auftreten oder sie diese im Zweifelsfall fachlich versorgen können, um das Risiko für schwerwiegendere Komplikationen zu senken. Zu dieser Überwachung gehört unter anderem die Messung von Blutdruck und Puls. Anschließend kann der Patient in der Regel nach Hause gehen.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor der Untersuchung klärt der Untersucher den Patienten in der Regel über das Verfahren auf. Dies kann auch an einem vorhergehenden Termin geschehen. Unmittelbar vor der Untersuchung betäubt der Arzt die Stelle, an der er das Knochenmark entnehmen will. Möglicherweise ist zusätzlich die Einnahme eines Beruhigungsmittels notwendig, wenn Behandler und Patient dies für sinnvoll erachten. Wenn die Betäubung wirkt, erfolgt der Einschnitt in die Haut, das Einführen der Hohlnadel und die Gewebeentnahme.

Ärzte führen die Knochenmarkbiopsie in der Regel ambulant durch. Die eigentliche Entnahme kann von unterschiedlicher Dauer sein, wobei die anschließende Nachsorge und Überwachung des Patienten in vielen Fällen deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als die eigentliche Biopsie. Im Anschluss an die Entnahme des Gewebes untersucht für gewöhnlich ein Labor die Probe und meldet die Ergebnisse an den behandelnden Arzt, der diese mit dem Patienten bespricht und Konsequenzen für eine mögliche weitere Behandlung ableitet.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Bei begründetem Verdacht auf eine Erkrankung des blutbildenden Systems kann die Krankenkasse die Kosten für die Knochenmarkbiopsie unter Umständen übernehmen. Die Entscheidung hängt jedoch vom Einzelfall ab; Patienten können deshalb im Voraus mit ihrem Arzt und ggf. ihrer Krankenkasse über die Option der Kostenübernahme sprechen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Die Risiken der Knochenmarkbiopsie unterscheiden sich nicht nur zwischen einzelnen Patienten, sondern hängen auch davon ab, an welcher Stelle des Körpers der Arzt sie durchführt. Mögliche Komplikationen schließen Verletzungen und Infektionen ein, die sich eventuell weiter im Körper ausbreiten können. Darüber hinaus können Blutungen und Entzündungen als ungewollte Folge der Untersuchung auftreten, insbesondere an der Stelle, von der ein Arzt die Gewebeprobe entnommen hat.

Eine weitere potenzielle Gefahr besteht in der Verschleppung von Tumorzellen in anderes Gewebe. Da der Patient in der Regel Schmerzmittel erhält und möglicherweise ein Beruhigungsmittel für die Knochenmarkbiopsie einnimmt, ergeben sich daraus weitere potenzielle Nebenwirkungen der Untersuchung. Das Einführen der Nadel löst in der Regel einen akuten Schmerzreiz aus, der stechend ist und nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder abklingt.

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