Knochendichtemessung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. August 2016
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Die Knochendichtemessung ist ein medizinisches Verfahren, das die Dichte der Knochen eines Patienten ermittelt und vor allem bei der Diagnostik von Osteoporose (Knochenschwund) zum Einsatz kommt. Als Methoden kommen die Dual Energy X-Ray Absorptiometrie, die quantitative Ultraschallmessung und die quantitative Computertomographie in Frage.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knochendichtemessung?

Bei der Knochendichtemessung handelt es sich um ein Messverfahren, dass die Dichte der Knochen ermittelt. Die Medizin bezeichnet das Vorgehen auch als Densitometrie oder Osteodensitometrie und kann bei der Feststellung der Knochendichte auf drei verschiedene Verfahren zurückgreifen, wobei die Dual Energy X-Ray Absorptiometrie am häufigsten zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu einer normalen Röntgenuntersuchung können die Methoden der Knochendichtemessung einen Rückgang der Knochendichte bereits früher erkennen. Die Densitometrie gehört zu den bildgebenden Verfahren und erstellt auf der Grundlage der physikalisch übermittelten Informationen aus dem Messgerät ein grafisches Bild, das die Struktur des Knochens darstellt.

Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse (Dichte) ab. Die Knochensubstanz wird porös und instabil.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Knochendichtemessung:

Die Knochendichtemessung findet vor allem bei der Diagnostik von Osteoporose (Knochenschwund) Anwendung. Bei Osteoporose handelt es sich um ein Krankheitsbild, das vor allem bei älteren Menschen in Erscheinung tritt; die Krankheit beginnt dabei oft ab einem Alter von 45 Jahren bei Frauen bzw. 55 Jahren bei Männern. Doch auch jüngere Personen können von Osteoporose betroffen sein.

Eine Risikogruppe für die Entwicklung von Knochenschwund in jungen Jahren sind beispielsweise Personen, die unter einer Essstörung leiden; vor allem Magersucht (Anorexia nervosa) und Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa) können durch die Kombination von Unterernährung und kompensierenden Maßnahmen zum Ausscheiden von Calcium aus dem Knochen führen. Unabhängig von den Ursachen des Knochenschwunds führt Osteoporose zu einer erhöhten Anfälligkeit für Knochenbrüche, die schon durch geringe Belastung entstehen können, wie sie im Alltag vorkommen.

Gegenüber röntgenbasierten Untersuchungen bietet die Knochendichtemessung den Vorteil, dass sie empfindlich gegenüber Veränderungen in der Knochendichte ist und bereits geringere Abweichungen detektieren kann. Im Gegensatz dazu können Röntgenaufnahmen erst einen reliablen Hinweis auf Osteoporose liefern, wenn das Skelett bereits deutlich beeinträchtigt ist und der untersuchte Knochen etwa 30 % seiner Dichte verloren hat. Darüber hinaus ist der Patient bei der häufigsten Methode der Knochendichtemessung, der Dual Energy X-Ray Absorptiometrie, einer geringeren Strahlung ausgesetzt.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Derzeit existieren drei wichtige Methoden der Knochendichtemessung: die Dual Energy Absorptiometrie, die quantitative Ultraschallmessung und die quantitative Computertomographie. Bei der Dual Energy X-Ray Absorptiometrie, auch kurz DEXA genannt, handelt es sich um die häufigste Methode zur Densitometrie, da sie verschiedene Vorteile bietet: Zum einen liefert sie ausreichend genaue Messergebnisse, zum anderen setzt sie den Patienten einer verhältnismäßig geringen Strahlenbelastung aus. Die quantitative Ultraschallmessung sind etwas ungenauer, kommen jedoch ohne potenziell schädliche Röntgenstrahlung aus, während die quantitative Computertomographie ebenfalls mit Röntgenstrahlung arbeitet und einen CT-Scanner nutzt, wie er vor allem aus Ganzkörper- und Gehirnuntersuchungen bekannt ist.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

In der Regel müssen Patienten keine speziellen Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Knochendichtemessung ergreifen. Vor allem vor einem DEXA- oder CT-Scan klärt der Untersuchungsleiter den Patienten in der Regel noch einmal ausführlich über den Ablauf der Untersuchung auf und erfragt Kontraindikationen wie eine bestehende Schwangerschaft bei Frauen. Die Untersuchung mittels Dual Energy X-Ray Absorptiometrie oder quantitativer Computertomographie findet in der Regel in einem Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung mit entsprechendem radiologischem Gerät statt. Ein stationärer Aufenthalt ist dabei bei keinem der Verfahren notwendig: Die Knochendichtemessung erfolgt ambulant.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei der Dual Energy X-Ray Absorptiometrie ist der Patient einer relativ geringen Röntgenstrahlung ausgesetzt. Da bei Personen, die unter Osteoporose leiden, unter Umständen wiederholte Knochendichtemessungen notwendig sind – zum Beispiel, um den Verlauf der Erkrankung zu bestimmen – ist dieser Aspekt von besonderer Wichtigkeit. Grundsätzlich kann DEXA Knochendichte an einer beliebigen Stelle des Körpers oder auch am ganzen Körper messen. Als Standard gilt dabei die Messung an Hüfte und Lendenwirbelsäule.

Während der Untersuchung, deren Dauer zwischen fünfzehn Minuten und einer halben Stunde liegen kann, sollte der Patient möglichst unbewegt bleiben. Bei der quantitativen Ultraschallmessung kommt, wie der Name bereits nahelegt, ein Ultraschallgerät zum Einsatz und kein spezieller Scanner wie bei DEXA oder CT. Grundsätzlich sind verschiedene Messpunkte denkbar; in der Praxis wählen Ärzte jedoch vor allem eine Stelle an Oberschenkel, Hüfte und/oder Wirbelsäule aus, da diese Bereiche besonders häufig betroffen sind und typische Schwachstellen für Frakturen mit Komplikationen darstellen.

Je nach ausgewählter Körperregion kann sich der Ablauf der Knochendichtemessung deshalb leicht unterscheiden. Darüber hinaus lassen sich die Ergebnisse besonders gut vergleichen, da es sich bei diesen Punkten um Standards in der Medizin handelt. Die quantitative Computertomographie verläuft wie ein normaler CT-Scan, bei dem der Patient auf einer Liege Platz nimmt und anschließend in den Scanner geschoben wird. Dort muss er ruhig liegen, während die Strahlung das Innere des Körpers sichtbar macht.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Knochendichtemessung übernimmt in der Regel die Krankenkasse, wenn der begründete Verdacht auf Osteoporose besteht. Dies ist vor allem bei postmenopausalen Frauen und Männern ab einem Alter von 55. Jahren der Fall, wenn konkrete Anzeichen für Osteoporose vorliegen. Auch bei jüngeren Personen, die zu einer Risikogruppe (wie zum Beispiel Menschen mit Essstörungen oder bestimmten chronischen Erkrankungen) gehören, ist die Densitometrie unter bestimmten Umständen indiziert und kann vom behandelnden Arzt angeordnet werden. Kosten und Nutzen des gewählten Verfahrens müssen dabei jedoch in einem angemessenen Verhältnis stehen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Sowohl die Dual Energy X-Ray Absorptiometrie als auch die quantitative Computertomographie basieren auf der Verwendung von Röntgenstrahlung, die vor allem bei letzterer Methode stärker auf den Patienten einwirken kann. Da Röntgenstrahlung insbesondere bei häufiger und längerer Exposition potenziell schädlich wirken kann, ist die Wiederholung der Knochendichtemessung bei diesen Vorgehensweisen begrenzt. Bei Frauen, die schwanger sind, ist die Densitometrie kontraindiziert, da die Zellen des ungeborenen Kinds durch die Strahlung geschädigt werden können, was möglicherweise Entwicklungsstörungen und andere Komplikationen zur Folge hat.

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