Knieendoprothese

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. August 2016
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Die Knieendoprothese ersetzt oberflächliche Anteile des Kniegelenks. Defekte durch Arthrose, Gicht, Traumata oder Krebs sind die häufigsten Indikationen. Nach der Prothesenversorgung erfolgt eine ausgiebige Rehabilitation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knieendoprothese?

Endoprothesen sind Implantate zum Ersatz natürlicher Körperstrukturen, die hohe Biokompatibilität aufweisen und dauerhaft im Körper bleiben können. Knieendoprothesen dienen dem Kniegelenkersatz. Die Knieendoprothetik wird daher auch als eine Form des künstlichen Kniegelenks bezeichnet. Die Knieendoprothese ist der Physiologie des menschlichen Knies in der Form nachempfunden und besteht daher aus drei unterschiedlichen Prothesenkomponenten.

Neben einem Oberschenkelimplantat ist ein Unterschenkelimplantat und eine Gleitfläche in der Endoprothese enthalten. Als Gleitfläche dient meist der Kunststoff Polyethylen. Die weiteren Kompartimente der Prothese bestehen in der Regel aus biokompatiblem Metall. Die Prothesenteile orientieren sich in ihrer Größe an den zerstörten Knieanteilen des einzelnen Patienten. Obwohl sich die Endoprothetik fortlaufend entwickelt, überdauern auch moderne Knieendoprothesen meist höchstens ein Jahrzehnt und eignen sich daher vor allem für ältere Patienten.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Knieendoprothese:

Eine Knieendoprothese ist immer dann erforderlich, wenn die Gelenkflächen des Kniegelenks durch ein Trauma oder im Rahmen einer Erkrankung irreversiblen Schaden genommen haben. Die mitunter bekannteste Indikation für eine Knieendoprothese stellt sich mit Arthrose. Bei der Arthrose nutzen die Gelenke über das altersphysiologische Maß ab. Gerade im Kniegelenk sind Arthrosen typisch.

Das Knie trägt beim Stehen und Fortbewegen das gesamte Körpergewicht. Übergewicht kann daher Arthrosen im Kniegelenk begünstigen. Dasselbe gilt für Fehlhaltungen und damit einhergehende Überlasten der Knie. Arthrose ist vielleicht die häufigste, aber bei Weitem nicht die einzige Indikation für eine Knieendoprothese. Auch Krebs oder Gicht kann das Kniegelenk irreversibel schädigen.

Zum Einsatz einer Knieendoprothese müssen vor allem die Seitenbänder sowie das hintere Kreuzband des Knies physiologisch erhalten sein. Ist das nicht der Fall, so kann kein stabiler Bewegungsablauf erfolgen. Grundsätzlich haben Endoprothesen im Knie zahlreiche Vorteile. Zum einen werden ausschließlich die Gelenkflächen ersetzt, während unversehrte Strukturen erhalten bleiben. Zum anderen weisen die Prothesen eine verminderte Oberflächenspannung und damit Materialermüdung auf. Sie verbessern die Drehbewegung im Stand, orientieren sich an der natürlichen Beweglichkeit und sind daher mit einer relativ kurzen Rehabilitationszeit assoziiert.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Mittlerweile haben sich Oberflächenersatzprothesen in der Knieendoprothetik durchgesetzt. Sie ersetzen bei Arthrose zum Beispiel lediglich die abgenutzte Knorpeloberfläche und erhalten idealerweise die patienteneigene Kniebandstruktur. Die Knieendoprothese zum kompletten Oberflächenersatz kennt klassischerweise zwei unterschiedliche Designs. Neben mobilen Systemen existieren fixe Kniesysteme.

Diese beiden Systeme unterscheiden sich in der Beweglichkeit und dementsprechend in der Gleitfläche zwischen Oberschenkelteil und Unterschenkelkomponente. Mobile Gleitlager rotieren auf dem Metall der Unterschenkelkomponente. Fixierte Gleitlager tragen eine fest in der Metallkomponente eingehängte Kunststoffkomponente und sind damit dauerhaft fixiert. Unterschiede gibt es in der Knieendoprothetik nicht nur in Bezug auf die Prothesentechnik, sondern auch bezüglich der Fixation. Zementfixation existiert zementfreie Fixation.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Knieendoprothesen müssen im Vorfeld umfangreich geplant werden. Die OP-Planung und erfolgt durch den behandelnden Arzt und umfasst vor allem Bildgebungen, die eine passgenaue Prothesenanfertigung ermöglichen. Der Einsatz einer Knieendoprothese erfordert eine stationäre Aufnahme ins Krankenhaus. Am Tag der Operation muss der Patient nüchtern bleiben. Genauso wesentlich wie die Vorbereitung ist die Nachsorge.

Unmittelbar nach der Operation wird die Knieendoprothese mit Hilfe von motorbetriebenen Schienen in Bewegung versetzt. Am zweiten Tag nach der OP startet der Patient mit intensiver Physiotherapie. Die Fortbewegung mit einer Endoprthese im Kniegelenk will gelernt sein. Obwohl sich die heutzutage verwendeten Endoprothesen stark am natürlichen Knieaufbau und der physiologisch vorgesehenen Bewegungsart des Kniegelenks orientieren, ist etwas Gewöhnung erforderlich.

In der Physiotherapie lernt der Patient den Umgang mit der Endoprothese und gewöhnt sich Stück für Stück an das künstliche Kniegelenk. Zunächst wird das Gehen mit Unterarmgehstöcken trainiert. Runs fünf Tage nach der Operation wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er meist dazu fähig, mit der Endoprothese Treppen zu steigen. An den Krankenhausaufenthalt schließt in der Regel eine drei- oder vierwöchige Rehabilitation statt, die ambulant oder stationär erfolgt.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor der Operation erhält der Patient ein umfangreiches Aufklärungsgespräch und wird über die Risiken und Vorteile der Endoprothetik aufgeklärt. Im Vorgespräch wird außerdem der Ablauf der Operation besprochen. Der Patient erhält für die Operation entweder eine Vollnarkose oder eine Lokalanästhesie. Lokalanästhesie ist für den Organismus des Patienten weniger anstrengend und ist demzufolge mit geringeren Risiken assoziiert. Angst vor der Operation kann mithilfe von Beruhigungsmitteln kontrolliert werden.

Am Tag der Operation wird das Kniegelenk des Patienten durch einen Hautschnitt zentral eröffnet. Die defekten Anteile des Gelenkknorpels werden vom Chirurgen abgetragen. Reste des defekten Knochens müssen entfernt werden. Dabei gilt es, so wenig Knochen wie möglich fortzunehmen. Hierzu wird die Metalloberfläche der Prothesen im Vorfeld geschlechts- und größengerecht an die Knochen des Patienten angepasst.

Bänder des Kniegelenkes bleiben erhalten, damit das Knie nach der Operation stabil ist hat und natürliche Beweglichkeit besitzt. Die Knieendoprothese wird in das Knie eingesetzt und darin fixiert. Die Fixation erfolgt in der Regel mit Knochenzement, um Knochen und Prothese fest zu verbinden. In der klinischen Praxis sind Hybridversorgungen üblich, also Mischungen aus zementfreier und zementhaltiger Fixation. Ist die Endoprothese fixiert, wird das Knie mit einer Naht oder nahtlosen Technik verschlossen.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Knieendroprothese werden insoweit von der Krankenkasse übernommen, als dass der behandelnde Arzt die medizinische Notwendigkeit der Endoprothese bestätigt. Krankenkassen übernehmen Kosten nur dann nicht, wenn keine nachvollziehbare Indikation besteht. Der Einsatz einer Endoprothese erfordert einen stationären Krankenhausaufenthalt. Gesetzliche Krankenkassen verlangen bei Krankenhausaufenthalten pro Tag oft einen gewissen Selbstbeteiligungssatz. Meist handelt es sich hierbei um zehn Euro am Tag. Patienten mit Zusatzversicherungen müssen in den meisten Fällen keine Selbstbeteiligung aufbringen. Auch Privatvesicherten bleibt die Selbstbeteiligung oft erspart.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Wie jede andere Operation ist der Einsatz einer Knieendoprothese mit gewissen Risiken assoziiert. Neben allgemeinen Risiken wie Infektionen, Thrombosen, Nachblutungen und Vernarbungen sind Bewegungseinschränkungen denkbar. In Extremfällen der Komplikation muss die Prothese zur Heilung des Gelenks entfernt und später wieder eingesetzt werden. Nach der Operation sind Schmerzen und Hämatome des operierten Bereichs die häufigsten Nebenwirkungen. Anästhesierisiken wie Kreislaufversagen kommen nur selten vor. Bei der Planung der Operation ist die Ermittlung und Beachtung von Materialallergien entscheidend, um das Risiko einer allergischen Reaktion zu minimieren. In seltenen Fällen wird das Implantat vom Organismus des Patienten nicht angenommen und ruft starke Immunreaktionen hervor.

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