Knöchelschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. April 2017
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Knöchelschmerzen sind aufgrund der vielfältigen Belastungen, denen das Sprunggelenk bei sportlichen Aktivitäten, aber auch im Alltag ausgesetzt ist, ein weit verbreitetes Beschwerdebild. Die Ursachen für Knöchelschmerzen sind vielfältig. Sehr häufig sind Überlastungen der Grund dafür, dass die Muskulatur im Bereich des Knöchels stark beansprucht wird, sodass über Knöchelschmerzen geklagt wird.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Knöchelschmerzen?

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Medikamente gegen: Sportverletzungen

Knöchelschmerzen beschränken sich aus medizinischer Sicht auf den Bereich des Sprunggelenks. Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnen die Knöchelschmerzen allerdings alle Beschwerden zwischen dem Unterschenkel und dem Fuß. Diese können im oberen oder unteren Sprunggelenk auftreten. Der Knöchel, der obere Teil des Sprunggelenks, also der Übergang zwischen dem Bein und Fuß, ist unterteilt in den Außen- und Innenknöchel. Neben den Schmerzen des Gelenks werden ebenfalls Schmerzen der umliegenden Muskeln und Bänder als Knöchelschmerzen wahrgenommen.

Ursachen

Knöchelschmerzen resultieren häufig aus Verletzungen bei verschiedenen Sportarten, beispielsweise bei Läufern, Fuß- und Handballern, Skifahrer usw. Doch auch ein plötzliches Umknicken während des Gehens kann Knöchelschmerzen verursachen. Die Bänder halten dem Spannungswechsel nicht stand, was zu den Beschwerden führt. Die ausgelösten Schmerzen sind häufig stechend. Falls der Bereich anschwillt, wird zudem ein Hämatom sichtbar. Bei Knöchelschmerzen ist die Funktionalität des Fußes oftmals deutlich eingeschränkt. Das Laufen und Abrollen sind häufig kaum oder nur unter starken Schmerzen möglich. Das obere Sprunggelenk ist im Vergleich zum unteren Sprunggelenk aufgrund der Lage, des Aufbaus und dem wesentlich größeren Einfluss auf die Bewegungsabläufe des Fußes viel häufiger von Verletzungen betroffen.

Dieses wird eher durch einen Unfall mit dem Auto oder Motorrad geschädigt. In dem Fall treten meist Scher- und Quetschverletzungen auf. Des Weiteren können Knöchelschmerzen durch eine Verletzung der so genannten Syndesmose entstehen. Im Normalfall ist die Verbindung sehr stabil, bei Frakturen des Wadenbeins jedoch gibt sie nach und reißt. Dauern die Knöchelschmerzen und die Unbeweglichkeit weniger als 10 bis 15 Minuten an, könnte es sich um eine beginnende Arthrose handeln (verschleißbedingte Erkrankung der Gelenke). Diese ist jedoch nicht auf das Sprunggelenk beschränkt, sondern findet sich in der Regel an mehreren Gelenken gleichzeitig. Fieber in der Verbindung mit einer Schwellung und Gelenkschmerzen kann durch eine Infektion hervorgerufen werden. Sind mehrere Gelenke betroffen, handelt es sich vielleicht um rheumatisches Fieber. Auch dies kann die Ursache für Knöchelschmerzen sein.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Knöchelschmerzen sind in vielen Fällen ein Zeichen für eine Überlastungsreaktion des Körpers. Sobald das Sprunggelenk durch viel Bewegung überansprucht wurde, stellen sich die Schmerzen ein. Ein Arzt ist zu konsultieren, wenn die Knöchelschmerzen über mehrere Tage anhalten. Bei den meisten Betroffenen genügt es, wenn die Füße für einige Tage geschont werden. Beim Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen können die Schmerzen auftreten. Ein Wechsel der Schuhe genügt aus, damit die Knöchelschmerzen verschwinden. Auskünfte zu gesundheitlich passendem Schuhwerk geben Orthopäden oder ein Arzt.

Bei anhaltenden Beschwerden über mehrere Wochen oder Monate sollte ein Arztbesuch erfolgen. Es besteht die Gefahr, dass eine chronische Erkrankung wie Gicht oder Arthrose vorliegt. Treten die Knöchelschmerzen spontan oder nach einem Sturz auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Die Knochen können durch eine falsche Bewegung ausgerenkt oder beschädigt worden sein. Ist der Knöchel geschwollen sollte ebenfalls ins Arzt aufgesucht werden.

Eine Dehnung der Bänder oder Beschädigungen der Muskeln im Fuß, können die Ursache für die Knöchelschmerzen sein. Daher ist ein Arzt zu konsultieren, wenn die Schmerzen an Intensität zunehmen oder sich die betroffene Region ausweitet. Vor der Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten sollte ein Arzt aufgesucht werden. Aufgrund verschiedener Nebenwirkungen ist es nicht ratsam, vor der Abklärung der Ursache Arzneimittel einzunehmen.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose der Knöchelschmerzen erfolgt zunächst einmal klinisch aufgrund der Anamese durch den Arzt. Auch wird während des Gehens sowie durch verschiedene Bewegungsmuster die Stabilität überprüft. Bei einem Verdacht, dass ein chronisches Geschehen vorliegt, wird zur weiteren Abklärung das Blut untersucht, um die Entzündungsparameter zu prüfen. Eine mögliche Ursache kann Gicht sein. Hier liegt durch einen erhöhten Harnsäurespiegel eine Entzündung vor.

Bei Schmerzen, die aus Sportverletzungen resultieren, sind Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen wichtige Methoden. Ein Bänderriss beispielsweise lässt sich mit beiden Geräten einfach und schnell darstellen. Die Röntgenaufnahme dient zudem dem Ausschluss einer Fraktur. In diesem Fall kann das Bein aufgrund der starken Schmerzen und der Schwellung nicht belastet werden. Das Gleiche gilt für eine schwere Verstauchung. Ist keine Ursache zu finden, sind die Knöchelschmerzen wahrscheinlich auf eine Fehlbelastung beim Gehen zurückzuführen, zum Beispiel durch unpassendes Schuhwerk.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich bei Knöchelschmerzen grundsätzlich nach den entsprechenden Ursachen der Beschwerden. Bei einem Bänderrisse beispielsweise kommt eine Schiene und bei einem Knöchelbruch meistens ein Gips zum Einsatz. Verstauchungen können mit einem Verband fixiert werden. Ergänzend zur Ruhigstellung des Fußes hilft ein Kühlen und gegen die Schwellung ein Hochlegen. Manchmal wachsen gerissene Bänder trotz der Schiene nicht zusammen. In diesem Fall kann eine Operation notwendig werden. Hierbei werden die Bänder wieder verbunden oder wenn dies nicht möglich ist ersetzt.

Resultieren die Knöchelschmerzen aus sportlichen Aktivitäten, sollten diese grundsätzlich so lange zurückgefahren werden, bis die Beschwerden nachgelassen haben. Ein operativer Eingriff ist zum Teil auch bei einer Sprunggelenk-Arthrose erforderlich. Mit der Arthroskopie (Spiegelung des Sprunggelenks) ist es möglich, Knochensplitter, die nach einem Bruch des Knöchels losgelöst sind und das Gelenk blockieren, zu entfernen. Bei der Behandlung von Knöchelschmerzen ist zudem die Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil. Krankengymnastik dient dem Ziel, Fehlbelastungen zu vermeiden, die Gelenke zu stabilisieren, bestehende Bewegungsbeeinträchtigungen zu beseitigen und die Schmerzen langfristig zu beheben.

Massagen und die Osteopathie bieten weitere mögliche Behandlungsansätze. Wenn die Knöchelschmerzen bei Ruhe oder morgens auftreten, muss ein arthritischer oder rheumatischer Prozess abgeklärt werden. Diese Erkrankungen werden mit einer Kombination aus Physiotherapie, Schmerzmitteln und einem gezielten Muskelaufbau behandelt. Diese Therapie ist langwierig und kann lediglich symptomatisch erfolgen.



Vorbeugung

Um Knöchelschmerzen vorzubeugen, ist es wichtig, nicht zu intensiv zu trainieren und die Signale, die der Körper sendet, ernst zu nehmen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass ordentlich aufgewärmt und passendes Schuhwerk getragen wird. Unpassende Laufschuhe, die beispielsweise dauerhaft auf den Knöchel drücken, können zu Knöchelschmerzen führen. Um sie während oder nach dem Joggen vorzubeugen, muss ebenfalls darauf geachtet werden, die Muskulatur gut aufzuwärmen und die Bänder zu dehnen.

Beim Laufen muss eine orthopädische Fehlbelastung vermieden werden, denn diese kann ebenso zu Knöchelschmerzen führen. Hier kann beim Orthopädietechniker eine Laufanalyse durchgeführt werden. Diese verdeutlicht, ob eine Fehlbelastung vorliegt. Ebenso wird dabei klar, ob eventuell eine orthopädische Schuheinlage erforderlich ist. Treten nach dem Joggen Knöchelschmerzen auf, können die Beschwerden mit Eis-Packs oder kühlenden Umschlägen behandelt werden. Diese Anwendung sollte jedoch nur kurzzeitig erfolgen und lieber häufiger hintereinander wiederholt werden.

Sollte dies nicht ausreichend sein, kann ein schmerzlinderndes Gel aufgetragen werden. Liegt bereits eine Verletzung vor, können stabilisierende Bandagen verwendet werden. Diese komprimieren die Muskeln und Bänder fest und haben bei den Bewegungen eine massierende Wirkung. Bandagen müssen allerdings fest sitzen und dürfen nicht rutschen, denn sonst ist kein stabilisierender Effekt gegeben.

Bücher über Verstauchung

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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