Knöchel verstaucht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Eine Verstauchung des Knöchels zählt zu den häufigsten Verletzungen. Mediziner sprechen von einer Distorsion des oberen Sprunggelenks (OSG). Gemeint ist damit eine Überdehnung des Sprunggelenks, dessen oberer Abschnitt vom Fußknöchel gebildet wird. Die Verletzung entsteht zumeist durch Umknicken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein verstauchter Knöchel?

Beim Knöchel (Malleolus) handelt es sich um den oberen Abschnitt des Sprunggelenks, das die Verbindung zwischen Bein und Fuß herstellt. Vom Köchel wird die Gelenkpfanne des Sprunggelenks ausgebildet. Kommt es zu einer Verstauchung des Knöchels, ist in der Medizin von einer Sprunggelenksdistorsion die Rede. Mit dem Begriff Distorsion ist die Überdrehung eines Gelenks gemeint. Die Knöcheldistorsion zählt zu den häufigsten Verletzungen des Bewegungsapparats. Dabei entsteht eine Überdrehung der Gelenkkapsel oder der Bänder. In den meisten Fällen wird ein verstauchter Knöchel durch sportliche Aktivitäten hervorgerufen. Bemerkbar macht sich die Knöchelverstauchung durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

Ein Umknicken des Knöchels (Sprunggelenk) kann zu Verletzungen am Bandapparat führen.

Ursachen

Die Verstauchung des Knöchels zählt zu den umkomplizierten Beeinträchtigungen. Besonders betroffen von der OSG-Distorsion sind sportlich aktive Menschen. Es gibt einige Sportarten, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Knöchelverstauchung besteht. Dazu gehören in erster Linie Fußball, Tennis, Handball, Basketball, Badminton und Volleyball. Zumeist entsteht die Verletzung während der Landephase. So beugt sich der Knöchel dabei in die vordere Richtung und verdreht sich zur gleichen Zeit zur Seite. Durch die raschen Lauf- und Sprungbewegungen werden die Bänder innerhalb des Sprunggelenks stark in Anspruch genommen, was das Risiko einer Verstauchung erhöht. Findet der Sportler bei der Landung keinen festen Halt, kann der betroffene Fuß nach außen wegknicken, wodurch die Außenbänder unter starken Zug geraten, was deren Überdehnung zur Folge hat.

Ob der Knöchel tatsächlich verstaucht wird, richtet sich auch nach der Stabilität der Bänder. So besteht bei Personen, bei denen eine Fußfehlstellung wie zum Beispiel ein Hohlfuß vorliegt, ein erhöhtes Distorsionsrisiko. Gleiches gilt für Menschen mit Muskelschwäche. Aber auch Leistungssportler, bei denen es häufig zu starken Belastungen des Sprunggelenks kommt, können sich eine Knöchelverstauchung zuziehen.

Allerdings zeigt sich ein verstauchter Knöchel auch im Alltag. Verantwortlich dafür sind meist die Einwirkung von Gewalt durch Tritte gegen das Sprunggelenk oder das Laufen auf einem unebenen Boden. Am größten ist die Gefahr jedoch, wenn schon einmal eine Distorsion des oberen Sprunggelenks auftrat. Bei rund 80 Prozent aller betroffenen Personen liegt ein Supinationstrauma vor. Das bedeutet, dass der Fuß zur Außenseite hin umknickt. Bei den restlichen 20 Prozent kommt es dagegen zum Umkicken nach innen.

Symptome und Verlauf

Schmerzen, Schwellungen und Hämatome sind typisch bei einem verstauchten Knöchel.

Typische Symptome:

Bei einem verstauchten Knöchel erfolgt eine massive Überdehnung der Sprunggelenksbänder. Wird die Verstauchung durch das Umknicken des Fußes nach innen hervorgerufen, hat dies starke ziehende Schmerzen zur Folge, die weiter anhalten. Außerdem kann der betroffene Fuß in der Regel nicht mehr belastet werden.

Ebenso ist das Anschwellen des Fußes im Bereich des Möglichen, was davon abhängt, wie weit der Fuß umgeknickt ist. Die Schwellung kann zu einem verstärkten Druck auf die Bänder führen und einige Tage dauern. Bei einer intensiven Überdehnung reißen mitunter auch kleinere Blutgefäße, was wiederum das Entstehen eines Hämatoms (Bluterguss) zur Folge hat. Die Medizin teilt eine Knöchelverstauchung in drei unterschiedliche Schweregrade ein.

Als Grad 1 wird eine leichte Verstauchung eingestuft. Sie liegt in den meisten Fällen vor und gilt als relativ harmlos. Dabei besteht eine leichte Überdehnung der Bänder, die jedoch nicht gerissen sind. Außerdem zeigt sich das Sprunggelenk zumeist als stabil, sodass der Patient auch unter Schmerzen noch mit dem Fuß auftreten kann.

Von Schweregrad 2 ist die Rede bei einer mittelschweren Knöchelverstauchung. Es liegt eine ausgeprägte Überdehnung der Bänder vor. In manchen Fällen sind auch Bänder angerissen. Der Patient leidet daher unter stärkeren Schmerzen und der Knöchel präsentiert sich instabiler.

Um eine schwere Knöchelverstauchung handelt es sich bei Grad 3. So bestehen starke Schmerzen und es sind oft ein oder mehrere Bänder gerissen. Der Fuß lässt sich nicht mehr belasten.

Der Verlauf eines verstauchten Knöchels fällt in der Regel positiv aus. Bei Schweregrad 1 oder 2 ist die Verletzung zumeist nach 14 Tagen wieder verheilt. Zwar kann der Patient seinen Fuß dann noch nicht wieder voll belasten, doch haben die Schmerzen erheblich nachgelassen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Knöchelverstauchung wird der Patient vom Arzt zunächst nach dem Hergang der Verletzung befragt. Im Rahmen der körperlichen Untersuchung tastet der Mediziner das Sprunggelenk ab. Dabei liegt der Schwerpunkt der Abtastung auf den seitlichen Bändern. So reagieren diese empfindlich auf Druck und Bewegungen. Der Arzt nimmt außerdem Bewegungen des Fußes in verschiedene Richtungen vor. Eine weitere wichtige Untersuchungsmethode ist das Anfertigen von Röntgenaufnahmen. Auf den Bildern lassen sich die knöchernen Strukturen gut beurteilen. Außerdem kann auf diese Weise eine Knochenfraktur festgestellt oder ausgeschlossen werden. Um die Weichteile zu betrachten, eignet sich eine Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie).

Behandlung und Therapie

Erste Behandlungsmethode bei einer Knöchelverstauchung sollte das Anwenden der sogenannten PECH-Regel sein:

P=Pause

E=Eis

C=Compression

H=Hochlagern

Das bedeutet, dass der Patient seinen Fuß nicht mehr belastet und eine Pause einlegt, den verstauchten Knöchel mit Eis kühlt, einen Kompressionsverband anlegt und den betroffenen Fuß hochlagert. In den meisten Fällen geht die Verstauchung des Knöchels nach einigen Tagen zurück, sodass sich der Fuß wieder normal belasten lässt. Im Falle einer starken Verstauchung kann aber auch der Einsatz einer Schiene oder Bandage erforderlich sein. Zum Bekämpfen der Schmerzen werden meist kühlende Salben aufgetragen. Als sinnvoll gilt zudem die Einnahme von Paracetamol oder Ibuprofen. Handelt es sich um eine Verstauchung von Schweregrad 3, wird eine längere Physiotherapie durchgeführt, damit der Fuß seine Beweglichkeit wiedererlangt und Fehlstellungen vermieden werden. Liegt dagegen ein Bänderriss vor, kann sogar eine Operation erforderlich sein, was eine längere Heilungsdauer zur Folge hat.



Vorbeugung

Als sinnvolle Präventionsmaßnahme gegen eine Knöchelverstauchung gilt das Anlegen von Schienen und Bandagen, die dem Knöchel Stabilität verleihen. Grundsätzlich ist das Tragen von geeignetem Schuhwerk wichtig.

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