Kleines Leinkraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Februar 2016
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Das Kleine Leinkraut ist eine heute nur noch selten verwendete Heilpflanze, obwohl sie in Form von Salben oder Tees als Umschläge hervorragend gegen viele Hautprobleme vorgeht. Einige gut ausgestattete Apotheken, die sich auf Homöopathie und Naturheilkunde spezialisiert haben, bieten die Kräuter dieser blühenden Pflanze an.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Das Kleine Leinkraut wächst am Wegesrand und hat aufgrund seiner weißen Blüten und seinem schmalen Höhenwuchs Ähnlichkeit mit einer Orchidee. Die kleine blühende Pflanze liebt sandigen, kalkhaltigen und basischen Untergrund sowie sonnige Standorte und ist daher auf Kiesbänken, an Rainen, Bahndämmen, Straßenrändern und auf Äckern anzutreffen. Sie gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und zur Gattung Chaenorhinum.

Die Endsilbe „rich“ leitet sich von dem germanischen „rik“ ab, was Fürst oder Herrscher bedeutet. Wegerichgewächse sind damit die Beherrscher der Wege, eine passende Bezeichnung für die Pflanzenfamilie, da sie auf den Standort der einzelnen Arten hinweist. Die Gattungsbezeichnung ist zugleich auch der wissenschaftliche Name dieser kleinen Heilpflanze. Verwandt ist sie außerdem mit den Pflanzen der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Im Volksmund wird sie auch als Kathrinenblume, Kathrinenkraut, Marienflachs, Harnkraut, Maulaffen, Flachskraut, wilder Flachs, gelbes Löwenmaul und Abnehmkraut bezeichnet. Verwendet wird das blühende Kraut.

Vorkommen und Anbau

Das Kleine Leinkraut ist einjähriges Kraut, das eine Wuchshöhe von durchschnittlich 5 bis 50 cm erreicht. Es wächst schmal in die Höhe mit sparrigen Stängeln, wobei die unteren Blätter gegenständig und die oberen wechselständig wachsen. Es handelt sich um gestielt oder sitzend angeordnete Laubblätter. Die weiß-violetten Blüten mit einem gelben Gaumen blühen von Juni bis September. Die Samen der Blüten entwickeln sich bis zum Spätherbst als Kapsel- und Deckelfrucht mit leichter Querrille und ungleichen Fächern mit gezähnten Klappen. Die Vermehrung findet meistens durch Selbstbestäubung statt.

Die Pflanzenbestände vermehren sich durch Ausbreitung der Samen mit dem Wind. Durch Selbstbestäubung und Windverbreitung haben sich viele Pflanzenbestände in Form kleiner Sippen gebildet, die standortabhängig kleine Abweichungen voneinander aufweisen. Die zierliche Pflanze ist hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa heimisch, hat sich jedoch auch bis auf den Britischen Inseln und in Schweden verbreitet. In Nordamerika ist das kleine Kraut ein Neophyt.

In den Höhenlagen der Allgäuer Alpen im Kleinwalsertal steigt das Wegerichgewächs auf 1.170 Höhen-Meter auf. Das Kleine Leinkraut ist nicht zu verwechseln mit dem Echten Leinkraut, das zwar auch zur Familie der Wegerichgewächse gehört, jedoch zur Gattung der Leinkräuter zählt. Das Kleine Leinkraut hat drei Unterarten: Chaenorhinum minus subsp. anatolicum, Chaenorhinum minus subsp. minus und Chaenorhinum minus subsp. idaeum.

Anwendung und Wirkung

Als Wegerichgewächs enthält das Kleine Leinkraut verschiedene sekundäre Inhaltsstoffe, die sie vor allem als Angriffsschutz vor Insekten nutzt. Iridoidglycoside und Iridoide sind für den bitteren Geschmack verantwortlich und halten Insekten davon ab, die Pflanze zu verzehren. Weitere Inhaltsstoffe sind Ameisensäure, Gerbsäure, organische Säuren, Gummi, Glykosid Linarin, Zitronensäure, Apfelsäure, Antirrhinoside, Prunasin, Orantin, Ephedradine, 0-Methylorantin, Chaenorrhinoside und Chaenorpine. Iridoide verzeichnen eine abführende Wirkung, daher wird das Wegerichgewächs hauptsächlich als abführendes Mittel verwendet.

Auch wird dem Kraut eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt, die bisher jedoch noch nicht abschließend nachgewiesen werden konnte. Im medizinischen Bereich ist die Wirkung alleine im abführenden Bereich nachgewiesen. Als Salbe wirkt das Kleine Leinkraut sehr gut gegen Hämorrhoiden, Juckreiz, Ödeme, Fisteln, Geschwüre, Magen- und Darmbeschwerden und Gelbsucht. Auf den gesamten Organismus wirkt die Heilpflanze entgiftend, wodurch sie auch bei verschiedenen Beschwerden des Harnapparates eingesetzt werden kann. Aufgrund dieser Verwendungsweise wird sie auch als Harnkraut bezeichnet.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Wundheilung. Bei Verdauungsproblemen wird dreimal täglich eine Tasse Tee, hergestellt aus dem Kraut, getrunken. Bei allen Arten von Hautbeschwerden eignet sich das Kleine Leinkraut als Salbe zur örtlichen Behandlung. Die Blätter können auch direkt auf die Wunde aufgelegt werden, sie heilt, ohne zu eitern.

Wogegen hilft Kleines Leinkraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Obwohl das Kleine Leinkraut nicht zu den giftigen Pflanzenarten zählt, ist dennoch wenig bekannt über mögliche Nebenwirkungen und Gesundheitsgefährdungen der Inhaltsstoffe. Eindeutige Kontraindikationen sind Schwangerschaft, Stillzeit, Leber- und Nierenerkrankungen. Vereinzelt wurden Wahrnehmungsstörungen beobachtet. Viele der Inhaltsstoffe sind bisher medizinisch noch nicht abschließend erforscht, ein Grund dafür, dass das Kleine Leinkraut als Heilpflanze eher unbekannt und für Medizin und Alternativmedizin eher unbedeutend ist.

Die Homöopathie kennt viele weitere Pflanzenarten, die sich bei den zuvor genannten Beschwerden besser und wirksamer einsetzen lassen, weil sie populärer und die Inhaltsstoffe hinsichtlich möglichen Nebenwirkungen abschließend erforscht sind. Alternative Wirkstoffe für die Wundheilung sind Arnica C7, Belladonna C5 (Tollkirsche) und Urtica urens (Brennnessel). Bei Magen- und Darmbeschwerden helfen Chamomilla (Echte Kamille) und Aconitum nappellus. Sulfur, Nux Vomica (Brechnuss), Haplopappus (Baylahuenkraut) und Berberis (Berberitze) regen die Entgiftung und Entschlackung des Körpers und damit die körpereigenen Abwehrkräfte an.

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