Kleines Knabenkraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Juni 2016
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Das Kleine Knabenkraut zählt zu den Frühblühern und steht bereits April in Blüte. Die Orchidee des Jahres 1991 wird auch als Gauchblume oder Liebeswurz bezeichnet. In unseren Breiten sind die Bestände des Kleinen Knabenkrauts stark gefährdet.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Mit der Blüte des Kleinen Knabenkrauts beginnt die Saison der Orchideen. Ab Mitte April öffnet die Narrenkappe in Deutschland ihre Blüten. In mediterranen Gefilden beginnt die Blütezeit bereits Anfang März. Die ausdauernde, krautige Pflanze wird bis etwa 40 Zentimeter hoch. Etwa acht Zentimeter lang werden die Laubblätter, welche eine spitze Form besitzen und bis zu zwei Zentimeter in die Breite gehen. Das Kleine Knabenkraut bringt reiche Blüten hervor. Das Kleine Knabenkraut blüht purpurrot. Vereinzelt kommen auch beinahe weiße Blüten vor.

Vorkommen und Anbau

Das kleine Knabenkraut ist teilweise giftig und zudem vom Aussterben bedroht. Es sollte nicht gepflückt werden!

Die Heilkunde kennt für das Kleine Knabenkraut zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Heute sind die Bestände der Pflanze stark gefährdet und die Bedeutung als Heilpflanze ist eher gering. In südlichen Ländern wird das Kleine Knabenkraut als Küchenzutat verwendet und die Bestände gehen auch hier zurück. Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kleinen Knabenkrauts erstreckt sich auf weitläufige Landschaftsräume in Europa, Vorderasien, dem Norden Afrikas und den Kaukasus.

Die Pflanze kommt in Skandinavien und dem Baltikum ebenso vor wie in der Türkei oder in Portugal. In Deutschland sind die Bestände stark rückläufig. Bis in Höhenlagen von 1.500 Metern finden sich vereinzelte Bestände. Im Norden Deutschlands ist die Pflanze kaum noch vorhanden. Im 19. Jahrhundert war das Buabakraut noch recht zahlreich vertreten und wurde besonders in der Rhön, dem Taunus oder dem Odenwald gezielt gesammelt.

Heute steht das Kleine Knabenkraut in Deutschland auf der Roten Liste. In Thüringen ist die Pflanze unmittelbar vom Aussterben bedroht. Stark gefährdet sind die Bestände auch in Hessen und im Norden Deutschlands. Gründe für die Gefährdung der Pflanze sind in Aufforstung, Düngung und Überweidung zu suchen. Die Pflanze verträgt keine Düngung. Das Knabenkraut gedeiht auf einem mäßig feuchten Wiesenboden oder in lichten Wäldern. Der Boden sollte für das Kleine Knabenkraut nicht zu trocken sein.

Anwendung und Wirkung

Besonders in der Vergangenheit hat man sich nicht nur an der Blüte des Kleinen Knabenkrauts erfreut. Zahlreiche Überlieferungen sprechen auch von einer Anwendung des Krautes in der Küche und als Heilpflanze. Im Orient schrieb man der Pflanze Heilkräfte bei fehlender Potenz zu. Dies lag in der Form der Wurzelknollen begründet, die von rundlicher Gestalt sind und eng beieinander sitzen. Eine diesbezügliche Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt. Dennoch wurden im Mittelalter in Deutschland die Knollen ähnlich verwendet und bis in die 1980er Jahre empfahlen Kräuterkundige die Wurzel der Orchidee bei Impotenz einzusetzen.

Die oberen Pflanzenteile sind leicht giftig und werden daher nicht verwendet. In Deutschland sind die Verwendung und der Handel mit dem Kleinen Knabenkraut heute auf Grund des Artenschutzes verboten. Während Krisenzeiten nach dem Ersten Weltkrieg wurde Saleppulver als Schleim gekocht und diente als gesundes und aufbauendes Nahrungsmittel. Ebenso wurde der Schleim bei Atemwegserkrankungen, Ruhr und Diarrhöe verordnet. In Vorderasien gilt “Salep” als ein beliebtes Milchgetränk. Auch in der Türkei wird das Pulver der Pflanze verwendet, um Schokolade oder Speiseeis herzustellen. Dabei werden hunderte Kilogramm Pflanzenpulver von einem Eiscafé jährlich benötigt. Dies dürfte auch in diesen Gebieten zu einer weiteren schrittweise Reduzierung des Kleinen Knabenkrauts führen.

Wogegen hilft Kleines Knabenkraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Um 1900 wuchs das Kleine Knabenkraut in Deutschland in reichen Beständen. Damals wurde die heilende und kräftigende Wirkung der Pflanze vielfältig genutzt. Der Schleim des Knabenkrauts verhalf dazu, Husten zu lindern oder die Wundheilung zu fördern. Reizungen der Magen- oder Darmschleimhaut nahmen ab und auch gegen Zahnfleischentzündungen war der Pflanzenschleim wirkungsvoll.

Als allgemeines Stärkungs- und Kräftigungsmittel wurde die Pflanze ebenso eingesetzt. Das Pulver wurde dazu in Flüssigkeit eingerührt. Noch vor 150 Jahren stärkten sich deutsche Handwerker mit Brot und einem Becher Salep. Weiterhin war das Kleine Knabenkraut als Hausmittel gegen Durchfall bekannt. Das Kraut wirkt den Reizungen sämtlicher Schleimhäute entgegen. Die reizlindernde Wirkung des Schleimes ist nachgewiesen und hat sich hinreichend bestätigt.

Dass man die Knollen einst als Aphrodisiakum verwendete, entbehrt jedoch jeder wissenschaftlichen Grundlage. Allein die Tatsache, dass die Knollen in ihrer Form an Hoden denken lassen, führte zur Annahme der entsprechenden Wirkung. Von Bedeutung für die Gesundheit ist allein die reizlindernde Wirkung des Schleims, welche bei Husten, Rachenentzündungen, Durchfall, entzündetem Zahnfleisch oder schlecht heilenden Wunden hilfreich sein kann. Da die Pflanze streng geschützt ist, werden in Deutschland keine Präparate verkauft oder vertrieben, die das Kleine Knabenkraut als Bestandteil enthalten.

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