Kleines Blutbild

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. August 2016
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Das kleine Blutbild zählt die zellulären Blutbestandteile und dient meist als Einstieg in eine Diagnostik. Indikationen auf das kleine Blutbild stellen zum Beispiel der Verdacht auf Infekte oder Verdachtsdiagnosen auf Erkrankungen des blutbildenden Systems. Das kleine Blutbild bildet zusammen mit dem großen Blutbild das Differentialblutbild.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein kleines Blutbild?

Das kleine Blutbild entspricht im Wesentlichen einer Zählung zellulärer Blutbestandteile. Zu diesen Blutbestandteilen zählen neben Leukozyten und Erythrozyten die Thrombozyten. Darüber hinaus wird mit dem kleinen Blutbild die Hämoglobinkonzentration bestimmt. Außerdem umfasst das Bild eine MCV-Bestimmung, eine Hämatokrit-Berechnung und die Erythrozyten-Indizes MCHC und MCH. Diese Basisform des Blutbilds wird aus EDTA-Blut bestimmt, das heißt aus einer Blut-Ethylendiamintetraessigsäure-Mischung. Die Messung erfolgt zuerst maschinell und kann bei Warnhinweisen in eine mikroskopische Beurteilung von Blutausstrich oder eine Retikulozytenzählung per Hand übergehen. Veränderungen von Blutbildwerten geben diagnostische Hinweise auf unterschiedliche Erkrankungen.

Die Blutentnahme für ein "kleines Blutbild" erfolgt mittels einer sterilen Kanüle, meist in der Armbeuge. Optimal ist eine Blutabnahme am Morgen, da der Patient bei vielen Untersuchungen "nüchtern" erscheinen sollte.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete des kleinen Blutbilds:

Das kleine Blutbild wird in der Regel bei jeder Routineuntersuchung durch das Labor des Hausarztes erhoben. Abweichungen in Absolut-Zahlen und abweichende Verhältnisse der einzelnen Werte können auf Erkrankungen wie Entzündungen oder Zustände wie Mangelerscheinungen hindeuten. Eine besondere Indikation für ein kleines Blutbild stellt sich mit dem Verdacht auf Erkrankungen des blutbildenden Systems oder anderweitig hervorgerufene Anämien.

Krankheiten des Blutsystems lassen sich mittels der Werte im kleinen Blutbild ausschließen. Das Ergebnis kann einen entsprechenden Verdacht aber auch erhärten und damit die Indikation auf weiterführende Untersuchungen stellen. Störungen des blutbildenden Systems sind vielfältig. Die Zusammensetzung zelluläree Blutbildkomponenten erlaubt immer Rückschlüsse auf die gesundheitliche Konstitution des Patienten und kann außerdem Hinweise zum Gesundheitszustand einzelner Organe geben. Das kleine Blutbild ist oft die Eingangsuntersuchung zu Anfang einer Diagnostik. Auch im Bereich der Prävention und Früherkennung spielt das kleine Blutbild eine Rolle. Dasselbe gilt in der Krankheitsverlaufskontrolle.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Das kleine Blutbild steht als Blutuntersuchungsmethode dem Differenzialblutbild Blutbild gegenüber und bildet gemeinsam damit das große Blutbild. Zusätzliche Methoden dienen der Beschaffenheits- und Aufbaubestimmung des Vollbluts. Grundsätzlich ist das kleine Blutbild wesentlich weniger detailliert als das große Blutbild und eignet sich nicht für eine weiterführende Diagnostik.

Darüber hinaus stehen Ärzten neben dem kleinen Blutbild Methoden wie der Blutausstrich, die serologische Blutanalyse, die Blutkultur, die Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit und die chemische Blutanalyse zur Verfügung. Bei allen Methoden wird die Blutprobe nach der Blutabnahme ins Labor gegeben. Das Ergebnis erhält der Patient spätestens nach drei Werktagen. Die Messmethoden unterscheiden sich beim kleinen Blutbild von Labor zu Labor. Dementsprechend variieren auch die Blutwerte. Mehrere Blutuntersuchungen werden bei einer Diagnostik daher besser im selben Labor durchgeführt. Die Werte werden beim kleinen Blutbild mit Hämatologiegeräten nach Impedanzänderung oder Durchfluss-zytometrisch ermittelt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Um ein kleines Blutbild mit stimmigen Untersuchungsergebnissen zu erhalten, muss der Zeitpunkt der Blutabnahme idealerweise zwischen sieben und neun Uhr morgens liegen. Für das kleine Blutbild muss der Patient nicht zwingend nüchtern sein. Bei umfangreicheren Untersuchungen ist Nüchternheit allerdings anzustreben. Das heißt, am Vortag wird ab acht Uhr abends nichts mehr gegessen. Nach der Blutabnahme werden die Untersuchungsmaterialen schnellstmöglich im Labor analysiert. Inkorrekte Röhrchenbeschriftung ist eine häufige Quelle für Fehler. Zwar wird für das kleine Blutbild relativ wenig Blut abgenommen, aber Patienten sollten dennoch viel trinken, um den körpereigenen Haushalt wieder auszugleichen. Auch enormer Stress oder körperliche Hochleistung sind am Tag der Blutabnehme soweit wie möglich zu vermeiden.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Für ein kleines Blutbild entnimmt der Arzt dem Patienten nur wenig Blut. Meist beläuft sich die entnommene Menge nicht einmal auf 0,5 Milliliter. Die Blutabnahme erfolgt im Sitzen oder Liegen. Zur Entnahme wird in der Regel die Armvene abgebunden. Die Vene muss unmittelbar vor der Blutentnahme deutlich tastbar sein, damit sich der Arzt nicht versticht und genügend Blut entnommen werden kann.

Das Blut des Patienten wird in eine Spritze aufgezogen und in Röhrchen abgefüllt. Die einzelnen Röhrchen können verschiedenfarbige Stoppeln tragen. Diese Stoppel markieren, welche Zusatzstoffe sie enthalten. Da das Blut für manche Untersuchungen nicht gerinnen darf, sind gerinnungshemmende Stoffe in den Röhrchen enthalten. Beim kleinen Blutbild handelt es sich bei dem Gerinnungshemmer meist um EDTA.

Die Blutabnahme dauert nicht viel länger als eine Minute. Nach der Entnahme ruht sich der Patient abhängig von seiner Konstitution noch einige Minuten aus und darf wieder nachhause gehen. Die Blutproben werden im Labor analysiert. Wichtig ist die zeitige Analyse und die richtige Lagerung der Blutproben. Ab bestimmten Temperaturen und bei einem bestimmten Alter verlieren die Blutproben ihre Zuverlässigkeit. Die Erstellung eines kleinen Blutbilds kann über den Hausarzt laufen und erfordert dementsprechend keine stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus.

Blutwerte

Blutbild - Erklärung
Blutwert Normalwert Erläuterung
Hb-Wert (Hämoglobin) 12-18 g/dlMenge an roten Blutfarbstoff: Wert sinkt bei Eisenmangel
Leukozyten 4,1 – 9,8nlWeiße Blutkörperchen (Abwehrzellen): Wert steigt bei bakterieller Infektion (Entzündungen), Leukämie; Wert sinkt bei Virusinfekt (z.B.Grippe)
Blutzucker 70 – 99mg/dl (nüchtern)Glucosespiegel: Wert steigt bei Diabetes (Zuckerkrankheit); Wert sinkt bei gestörtem Blutzucker-Regelmechanismus (z.B. durch Diabetes, Übergewicht, Stress, Alkohol)
HKT-Wert (Hämatokrit) 35-52Vol%Maß für den Anteil fester Blutbestandteile (Zähigkeit des Blutes): Wert steigt bei Flüssigkeitsmangel; Wert sinkt bei Erkrankungen des Blutes
Blutsenkungs-Geschwindigkeit (BSG)Männer:<20mm; Frauen< 30mmm/Std.Blutsenkungsgeschwindingkeit: Wert kann ansteigen u.a. bei Entzündungen, Blutarmut, Schwangerschaft, Regelblutung



Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Das kleine Blutbild muss nicht aus eigener Tasche bezahlt werden. Die routinemäßige Blutanalyse wird von der Krankenkasse übernommen. Das gilt relativ unabhängig von der niedergelassene Art der Krankenkasse. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der Arzt die Erfordernis des kleinen Blutbilds vor der Krankenkasse bestätigt. Wird die Analyse der zellulären Blutbestandteile bei einem stationären Krankenhausaufenthalt durchgeführt, gilt die Kostenübernahme genauso wie für ambulante Analysen. Nichtsdestotrotz verlangen viele Krankenkassen mittlerweile Selbstbeteiligungen von zehn Euro pro Tag im Krankenhaus. Diese Selbstbeteiligung ist allerdings eine pauschalte Unkostenbeteiligung, die sich nicht direkt auf einzelne Untersuchungen wie das kleine Blutbild bezieht. Patienten mit Zusatzversicherungen müssen keine Selbstbeteiligung aufbringen.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Obwohl für das kleine Blutbild kaum Blut entnommen wird, leiden manche Patienten unmittelbar nach der Blutabnahme an Beschwerden wie Übelkeit oder Schwindel. Die Symptome legen sich im Regelfall spätestens nach einem Tag. Abhängig von der Venenqualität und dem Können des probennehmenden Arztes kann sich an der Einstichstelle ein leicht schmerzendes Hämatom bilden.

Auch den Einstich empfinden manche Patienten als schmerzhaft. Die Angst vor der Blutentnahme ist allerdings fast ausschließlich psychisch begründet. In früheren Zeiten bestanden mit der Blutentnahme Risiken der Infektion. Mittlerweile kommen Infektionen aufgrund von Blutabnahme aber nur in den seltensten Fällen vor.

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