Kiwiallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Januar 2017
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Eine Kiwiallergie ist zwar relativ selten, kann aber bei den Betroffenen heftige Beschwerden auslösen. Da die bei vielen Verbrauchern beliebten Früchte mitunter (harmlose) Haut- und Schleimhaut-Reizungen verursachen, sollte der Betroffene beim Facharzt abklären, ob es sich bei seinen Symptomen tatsächlich um eine echte Kiwiallergie handelt. Für die gesundheitlich unbedenklichen Reizungen sind die im Obst vorhandenen Fruchtsäuren und Kalziumoxalat-Nadeln verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kiwiallergie?

Die Kiwiallergie ist eine allergische Reaktion des Körpers auf den Konsum von Kiwis. Die auch als Chinesische Stachelbeeren bezeichneten Beerenfrüchte sind in China beheimatet und seit den 1950-er Jahren weltweit im Handel erhältlich. Bei der Kiwiallergie handelt es sich um eine Lebensmittelallergie. Um die nach dem Genuss von Kiwis auftretenden Symptome von einer ungefährlichen Reizung abzugrenzen, sollte der Patient schnellstmöglich einen Allergie-Test machen lassen.

Erwachsenen mit einer Allergie gegen Bestandteile der Kiwi wird empfohlen, beim Verzehr von Avocados, Ananas, Papayas und Bananen ebenfalls sehr vorsichtig zu sein. Außerdem kann es bei der Verwendung von Latex-Produkten auf der Haut zu Kreuzreaktionen kommen. Darüber hinaus sind Kreuzallergien mit Pfirsich, Apfel, Haselnuss, Kirsche und Karotte möglich. Patienten, die an einer Allergie gegen Inhaltsstoffe der Kiwi leiden, sind gut beraten, den Hautkontakt zur Birkenfeige (Ficus benjamini) zu vermeiden.

Diese zur Familie der Maulbeergewächse gehörende Zierpflanze enthält ebenfalls ein Allergen, das beim Kiwi-Allergiker zum Auftreten allergischer Hautreaktionen führt. Viele Pollen-Allergiker, vor allem Menschen mit einer Birkenpollen-Allergie, leiden zugleich an einer Kiwiallergie. Bei Bäckern, die auf Weizen-Erzeugnisse empfindlich reagieren ("Bäcker-Asthma"), wurde eine Kreuzreaktion mit dem in Kiwis enthaltenen Actinidin Act d1 festgestellt.

Der aus der Frucht gewonnene Saft und die zu Kiwi-Extrakt verarbeiteten Samen werden von der Kosmetikindustrie zur Herstellung von Haut- und Haarpflegeprodukten eingesetzt. In dieser verarbeiteten Form verursachen Kiwi-Früchte jedoch keine Allergien. Außerdem können gekochte Kiwis ihr allergisches Potenzial nicht mehr entfalten. Wer also meint, überhaupt nicht auf den Genuss der exotischen Beerenfrucht verzichten zu können, sollte sie in dieser Form verzehren.

Ursachen

  Ursache der Kiwiallergie ist eine Überempfindlichkeit gegen einzelne in der Frucht enthaltene Proteine. Die insgesamt 13 Allergene tragen die Bezeichnungen Actinidin Act d1 bis Actinidin Act d13. Kinder reagieren besonders stark auf das Actinidin Act d1. Die allergische Reaktion tritt unmittelbar nach dem ersten Kontakt des Immunsystems mit dem Auslöser auf (Typ I-Reaktion). Sie kommt durch zuvor gebildete Immunglobulin-E-Antikörper zustande. Sie entstehen, wenn das Immunsystem Abwehrzellen ausschickt, die den Allergie-Auslöser zersetzen.

Seine noch im Blut vorhandenen Reste bewirken eine vermehrte Ausschüttung von Interleukin. Dieser biochemische Stoff stimuliert dann die B-Lymphozyten, IgE-Antikörper zu produzieren. Sind sie erst einmal im Blut vorhanden, kommt es bei jedem weiteren Kontakt mit dem Allergen zu einer allergischen Reaktion. Da die Symptome im Laufe der Zeit immer heftiger werden, sollte der Allergiker baldmöglichst einen Facharzt aufsuchen. In seltenen Fällen können Kiwis auch eine allergische Typ IV-Reaktion (Spätreaktion) hervorrufen. Das ist bei einem direkten Hautkontakt der Fall: Das Ekzem tritt erst mehrere Tage später auf.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Kiwiallergie:

Zu den häufigsten Symptomen einer Kiwiallergie zählen Pusteln und Pickel auf der Zunge, ein pelziges Gefühl in der Mundhöhle, ein juckender Gaumen, ein rund um den Mund auftretender Hautausschlag, Gesichtsrötungen, Haut- und Schleimhautschwellungen, Entzündungen im Mund-Rachen-Raum und auf der Zunge, Nesselsucht (Urtikaria), Magen-Darm-Beschwerden mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen, Schnupfen (allergische Rhinitis), Husten und Atemnot bis hin zum Asthmaanfall.

Im schlimmsten Fall ist sogar ein anaphylaktischer Schock möglich. Der Patient benötigt dann sofortige intensiv-medizinische Versorgung im Krankenhaus, da es sonst zu Kreislaufversagen und Herzstillstand kommen kann. Kiwi-Früchte haben ein hohes allergisches Potenzial und verursachen vor allem bei Kindern starke allergische Reaktionen. Die heftigsten Symptome lösen die Actinidine Act d1, d2 und d3 aus.

Diagnose

Nach der obligatorischen Patientenbefragung (Anamnese) untersucht der Facharzt für Dermatologie oder Allergologie den Patienten äußerlich auf vorhandene Anzeichen einer Kiwiallergie. Anschließend führt er einen Hauttest durch. Beim Prick-zu-Prick-Test wird die Hautoberfläche am Unterarm mit einer Lanzette, deren Spitze mit dem Allergen Kontakt hatte, leicht eingedrückt, sodass der Kiwi-Inhaltsstoff unter die Haut gelangt.

Bildet sich innerhalb der folgenden 20 Minuten dort eine juckende Quaddel, leidet der Patient an einer Kiwiallergie. Ist das Ergebnis nicht eindeutig, hilft der Scratch-Test weiter: Die Haut wird am Unterarm mit der Lanzette etwa 5 mm eingeritzt. Anschließend bringt der Arzt das Allergen in die oberflächliche Wunde ein. Kommt es dann dort zur Quaddel-Bildung, reagiert der Betroffene überempfindlich auf ein Kiwi-Actinidin. Bringt die Blutuntersuchung auf IgE-Antikörper ein positives Ergebnis, handelt es sich eindeutig um eine allergische Reaktion auf Kiwi-Allergene.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Kiwiallergie erfolgt entsprechend den vorhandenen Symptomen und der Schwere der aufgetretenen Reaktion. Akute allergische Reaktionen werden symptomatisch mit Medikamenten behandelt. Die Freisetzung von Histamin, das die Allergie-Symptome hervorruft, kann gut mit Antihistaminika unter Kontrolle gebracht werden. Die allergischen Hautreaktionen sprechen auf eine Behandlung mit kortisonhaltigen Salben aus der Apotheke an. Patienten, die einen allergischen Schock erlitten haben, werden in der Notfallambulanz mit Adrenalin stabilisiert. In manchen Fällen ist auch eine Desensibilisierung hilfreich: Der positiv auf eine Kiwiallergie getestete Patient erhält seinen Auslöser in steigender Dosis verabreicht. So wird sein Körper gezwungen, sich an das Allergen zu gewöhnen.



Vorbeugung

Personen mit einer Kiwiallergie sollten auf den Konsum von Kiwis unbedingt verzichten. Da das wohlschmeckende exotische Obst ohnehin nur in wenigen Fertig-Lebensmitteln enthalten ist (Joghurts, Konfitüre, Desserts, Obstsalaten und Smoothies), ist es recht einfach, ihm aus dem Weg zu gehen. Da Kiwi-Allergiker jedoch auch auf einige andere Obstsorten und auf Latex überempfindlich reagieren, müssen sie auch diese Allergene meiden. Patienten, die schwere allergische Symptome entwickeln, wird empfohlen, ständig ein Allergie-Notfallset mit einer fertigen Adrenalin-Spritze mit sich zu führen. Sie kann im Fall einer Kreuzreaktion ihr Leben retten.

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