Kielbrust

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Unter den Begriffen Hühnerbrust oder Kielbrust wird eine Wölbung des Brustbeins nach vor, die mit dem freien Auge deutlich erkennbar ist, bezeichnet. Es gibt sehr wohl Fälle, die des Weiteren zu körperlichen Problemen führen. Das bedeutet, dass der Betroffene unter einer Fehlhaltung oder auch einer reduzierten Lungenfunktion leidet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kielbrust?

Die Kielbrust wird gerne als Hühnerbrust bezeichnet, wobei dieser Begriff oftmals als "verletzend" erachtet wird. Bei der Kielbrust handelt es sich um eine Brustbeinverformung bzw. Deformation, die deutlich sichtbar und charakteristisch auf Grund ihrer nach vorne auftretenden Wölbung ist. Es ist auch möglich, dass die Rippenansätze nach vorne gewölbt sind. Hauptsächlich sind die Betroffenen nicht auf Grund körperlicher Einschränkungen in ärztlicher Behandlung; viel mehr unterziehen sie sich einer ärztlichen Betreuung wegen der psychischen Belastungen.

Es gibt nur wenige Fälle, in denen die Kielbrust weitere körperliche Beschwerden mit sich bringt. Vorwiegend leiden die Betroffenen unter einem sehr stark eingeschränkten mangelndes Selbstbewusstsein. In der Folge leidet der Betroffene, auf Grund der Deformation des Brustbeins, unter einer erheblichen psychischen Belastung.

Vor allem wird die psychologische Betreuung während der Pubertät in Anspruch genommen. Im Regelfall tritt die Kielbrust bei Männern auf; nur selten sind auch Mädchen und Frauen von der Deformation betroffen. Die Kielbrust wird nicht als Krankheit eingestuft, da es keine körperlichen Symptome gibt.

Ursachen

Eine angeborene Kielbrust tritt relativ selten auf. Häufig entwickelt sich die Fehlbildung erst nach dem zehnten Lebensjahr. Die Ursachen, weshalb die Deformation des Brustbeins entsteht, sind bislang noch ungeklärt. Viele Mediziner gehen davon aus, dass die Wölbung auf Grund der Knorpelbildung an den Rippenansätzen entsteht. Durch das schnelle und starke Wachstum der Knorpel, beginnt sich das Brustbein nach vor zu wölben. Weshalb die Knorpel zu stark bzw. zu schnell wachsen, ist jedoch ebenfalls unklar.

Einige Mediziner vertreten die Ansicht, dass es sich hier um eine genetische Vorbelastung handelt. Dies wurde jedoch noch nicht bestätigt. Jedoch gibt es Studien, dass vor allem bei Familien, in denen die Kielbrust schon aufgetreten ist, die Wahrscheinlichkeit, dass die nachfolgenden Generationen ebenfalls von der Deformation betroffen sind, deutlich erhöht ist. Somit kann von einer erblichen Vorbelastung ausgegangen werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Kielbrust:

Das Symptom der Kielbrust ist die Wölbung des Brustbeins, die nach vor ragt. Der Verlauf der Einschränkung ist relativ unkompliziert, sodass oftmals auch keine körperlichen Einschränkungen vorliegen. In seltenen Fällen kommt es jedoch zu schwerwiegenden Verformungen. Hier klagt der Patient über eine eingeschränkte Lungenfunktion. Das bedeutet, dass der Patient nur schwer Luft bekommt und nach kurzen Anstrengungen bereits über Atemnot klagt.

Des Weiteren muss der Betroffene deutlich mehr Atempausen einlegen. In seltenen Fällen klagt der Patient über Schmerzen im Brustbereich; ebenfalls schildern einige Betroffene, dass sie beim Schlafen nicht auf dem Bauch liegen können. Das wäre unangenehm für den Patienten.

Diagnose

Der Mediziner stellt die Diagnose der Kielbrust auf Grund der Betrachtung des Patienten. Das bedeutet, dass er eine sogenannte Blickdiagnose durchführt. Der Arzt erkennt mit dem freien Auge, ob eine Kielbrust bzw. eine Verformung besteht oder nicht. Zur 100prozentigen Absicherung ist es möglich, dass der behandelnde Arzt eine Röntgenaufnahme anfertigt. Hier erkennt er deutlich, ob es sich um eine Kielbrust handelt. Ebenfalls stellt der Mediziner mit der Röntgenaufnahme die Schwere der Vorwölbung fest sowie auch, ob ein Knorpelwachstumsfehler direkt an den Rippen besteht.

Behandlung

Auf Grund der Tatsache, dass die Kielbrust keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Beschwerden mit sich bringt, ist eine medizinische Behandlung in den häufigsten Fällen nicht erforderlich. Die Kielbrust ist zwar - medizinisch gesehen - harmlos, sorgt aber oftmals für subjektive Einschränkungen. Viele Patienten leiden, auf Grund der Deformationen, unter starken Selbstwertproblemen. Liegt eine Einschränkung im Selbstbewusstsein vor, ist es ratsam psychologische sowie psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Vor allem bei Patienten, die nur eine wenig starke ausgeprägte Kielbrust haben und somit keine Operation (auf Grund der verbundenen Risiken) durchgeführt wird, empfiehlt sich die medizinische Behandlung bei einem Psychotherapeuten. Tritt die Kielbrust im Kindesalter auf, wird eine Therapie mittels einer Pelotte empfohlen. Die Bandage sorgt für ein vielversprechendes Ergebnis und kann eine Operation abwenden. Jedoch ist eine derartige Therapie langwierig; viele Patienten brechen diese Methode nach einer gewissen Zeit (wenn sie selbst keinen Erfolg erkennen) vorzeitig ab.

Leidet der Patient unter einer starken Verformung und Ausprägung des Brutbeins, sind gesundheitliche Folgen möglich. Nur in seltenen Fällen treten Atemnot sowie eine Einschränkung der Lungenfunktion auf. Vorwiegend leiden Personen, die von einer Deformation betroffen sind, unter dem äußerlichen Aspekt. Allen voran Kinder, die immer wieder - auf Grund ihres veränderten Aussehens - in der Schule gemobbt werden.

Liegt eine äußerst starke Deformation vor, ist es hilfreich, eine Operation durchführen zu lassen. Bei dem Eingriff entfernt der Chirurg nicht nur einen Teil der Rippen, sondern auch Teile des Brustbeins. Jedoch sind nach dem operativen Eingriff weitere Behandlungen notwendig. Vor allem deshalb, damit die Lungenfunktion verbessert wird.

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Vorbeugung

Es gibt keine vorbeugenden Maßnahmen, die eine Kielbrust verhindern oder die Ausprägung lindern. Das liegt im Endeffekt an der Tatsache, da bislang nicht geklärt ist, weshalb eine Kielbrust entsteht bzw. worin der Auslöser liegt.

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