Kauda-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Der Mediziner spricht von einem Kauda-Syndrom, wenn, im Bereich der Cauda Equina, eine Nervenquetschung vorliegt. Das Kauda-Syndrom tritt im Regelfall dann auf, wenn der Patient einen starken Bandscheibenvorfall erlitt. Bei einem Auftreten von Symptomen, die ein Kauda-Syndrom denkbar machen, ist ein rasches Handeln notwendig. Nur mit einem raschen Behandlungsbeginn, kann der Mediziner etwaige Folgeschäden, wie eine Lähmung, vom Patienten abwenden. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Kauda-Syndrom?

Unter dem Begriff Kauda-Syndrom stellt der Mediziner ein Krankheitsbild fest, welches vorwiegend für die Nervenquetschung, im unteren Bereich des Rückenmarks, verantwortlich ist. Der Patient klagt in Folge der Nervenquetschung über Schmerzen im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule. Die auftretenden Schmerzen strahlen über das Bein bzw. beide Beine und können durchaus auch für Schmerzen im Unterschenkel sorgen. Ebenfalls klagen viele Patienten über Schmerzen in der Blase. Vor allem erhöht sich der Schmerz, auf Grund von Niesen oder Husten - einer klassischen Erhöhung des Körperdrucks -, deutlich.

Des Weiteren tritt beim Kauda-Syndrom die Reithosenanästhesie auf. Das bedeutet, dass die inneren Oberschenkelbereiche sowie auch der Analbereich taub werden. Ebenfalls klagt der Patient über eine auftretende Impotenz und verliert die Kontrolle über seine Blase sowie den Darm. Der Mediziner stellt bei der Untersuchung etwa einen erschlafften Schließmuskel fest, der ebenfalls ein Anzeichen für ein Kauda-Syndrom ist. Des Weiteren berichtet der Patient über schwache Beine, hat Bewegungseinschränkungen und Mobilitätsstörungen und leidet unter einer Einschränkung der mechanischen Reflexe (Kniesehnenreflex). 

Ursachen von Kauda-Syndrom

Als Hauptursache des Kauda-Syndroms wird die Schädigung der Nerven, im Bereich der unteren Wirbelsäule, verantwortlich gemacht. Diese Nervenschädigung tritt durch eine lang anhaltende Quetschung auf. Die Gründe für eine Nervenquetschung sind unterschiedlich. So kann ein schwerer Bandscheibenvorfall die Quetschung auslösen; auch Metastasen, im Bereich der Lendenwirbelsäule, können mitunter für das Krankheitsbild verantwortlich sein.

Weitere Ursachen für eine Quetschung sind Knochenverletzungen, Wirbelverletzungen sowie auch ein Herausdrücken der Wirbel. Diese drücken sodann auf die Nerven, sodass ein Kauda-Syndrom entstehen kann. Auch Wirbeleinbrüche können mitunter für eine Quetschung der Nerven verantwortlich sein. Es können mitunter aber auch operative Eingriffe eine dementsprechende Quetschung verursachen. Somit kann auch eine Operation der Ursprung für das Kauda-Syndrom sein.

Symptome und Verlauf von Kauda-Syndrom

Typische Symptome des Kauda-Syndroms:

Der Patient klagt, auf Grund der gequetschten Nerven, über Schmerzen im Rückenbereich. Diese treten vorwiegend im unteren Bereich der Wirbelsäule auf. Ebenfalls leidet der Patient unter Sensibilitätsstörungen und klagt über Lähmungserscheinungen. Die Lähmungserscheinungen treten vorwiegend im Bereich der Beine auf. Viele Patienten verlieren die Kontrolle über ihren Darm und die Blase und können mitunter auch über Impotenz berichten.

Das Kauda-Syndrom selbst, gilt als eines der gefährlichsten Krankheitsbilder, welche bei einem Menschen möglich sind. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Kauda-Syndrom so schnell wie möglich von einem Facharzt behandelt wird. Bereits innerhalb der ersten Stunden, nach dem Auftreten der Symptome, ist eine Behandlung erforderlich. Wird innerhalb von sechs Stunden, nach dem erstmaligen Auftreten der Beschwerden, keine Operation durchgeführt, welche die Nervenfasern entlastet, ist die Entstehung chronischer Symptome (wie etwa Lähmungen, der Kontrollverlust über den Darm und die Blase, Impotenz) möglich. 

Diagnose von Kauda-Syndrom

Die Diagnose spielt die zentrale Rolle, wenn es um die Behandlung und Therapie des Kauda-Syndroms geht. Bei den ersten Anzeichen muss der Patient daher einen Mediziner kontaktieren. Dieser verwendet für die Untersuchung neurologische Möglichkeiten. Somit überprüft der Mediziner zuerst den Achillessehnenreflex oder auch den Reflex der Patellasehne. Des Weiteren überprüft der Arzt die Empfindlichkeit der Region rund um des Schließmuskels und versucht mit bildgebenden Diagnoseverfahren die Krankheit festzustellen. Dazu wendet der Mediziner ein MRT oder auch die Computertomografie an. Bestätigt sich der Verdacht des Kauda-Syndroms, ist eine rasche Behandlung unverzichtbar, damit etwaige Folgeschäden verhindert werden.

Behandlung von Kauda-Syndrom

Diagnostiziert der Mediziner das Kauda-Syndrom, ist es wichtig, dass ein neurochirurgischer Eingriff erfolgt. Bei der Operation ist es von größter Bedeutung, dass zuerst die Nervenfasern entlastet bzw. dekomprimiert werden. Der operative Eingriff sollte, sofern möglich, innerhalb der ersten sechs Stunden, nach den ersten Anzeichen, durchgeführt werden. Nur so kann der Mediziner eine dauerhafte Schädigung der Nerven verhindern.

Liegt bereits eine irreparable Schädigung der Nerven vor, bleiben die Symptome chronisch. Somit ist eine Linderung und Heilung der Symptome nicht mehr möglich. Die Patienten leider daher unter Lähmungserscheinungen und klagen auch über Taubheitsgefühle. Ebenfalls verliert der Patient die Kontrolle über seinen Darm und die Blase. In nur wenigen Fällen ist es jedoch möglich, dass der Patient, auf Grund einer Stimulation der Nerven, die teilweise Kontrolle wieder zurückbekommt. 

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Vorbeugung von Kauda-Syndrom

Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte oder Vorlagen, wie der Patient das Kauda-Syndrom vorbeugen kann. Ein wesentlicher Aspekt ist jedoch die sportliche Betätigung sowie die Reduzierung von Übergewicht. Vor allem die Gewichtsreduktion, bei übergewichtigen Personen, ist von Vorteil, um etwaige Probleme mit dem Rücken (Bandscheibenvorfall) zu vermeiden. Ein weiterer wichtiger Indikator ist, dass bei den ersten Symptomen des Kauda-Syndroms, ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Michaela kommentierte am 12.08.2015 um 17:36 Uhr

Ich hatte am 23.3.15 eine OP wegen eines Extrem Kaudas, sowie am 26.3.15 eine Folge-OP. Bei mir wurden neben dem Kauda auch noch Verletzungen an der Dura festgestellt. Ich hatte dann im Mai eine Reha, die ich als totalen Blödsinn empfand, da man dort nicht wusste was ich darf (Erfahrung mit Kauda waren nicht vorhanden) und ich mein Programm fast selbst zusammengestellt habe. Nun ist es so, dass ich zwar "langsam Laufen" kann, aber nur kurze Strecken. Mein rechter Fuß sowie mein Unterleib bis auf Höhe der Brustwirbel sind immer noch taub und bei Belastung (Physio, Laufen, Sitzen) wird es sogar noch stärker. Erleichterung bringt nur liegen. Ich habe im Rücken das Gefühl, als wenn mich irgendwas blockiert beim Laufen und selbst kleinste Steigungen sind nicht laufbar. Leider habe seit dem Kauda Vorfall auch noch Probleme mit dem Gleichgewicht sowie den Augen und dem rechten Arm (Schmerzen und Probleme mit der Hand beim Greifen), sowie mit der Blase und Darm. Erst ging es nur mit Pressmiktion und Katheter, mittlerweile verliere ständig Urin und kann jede 5 Minuten einen Becher füllen. Ich bin ja froh, dass wieder etwas laufen kann, auch wenn die Menschen denken ich wäre Dauer-Betrunken. Aber - wird es je wieder besser? Die Ärzte sagten mir nach 6 Monaten man merke Besserungen, jedoch wird es eher schlechter (vor allem der rechte Fuß). Medikamente nehme ich keine, hatte eh nur Schmerzmittel. Kann mir jemand einen Rat/Tipp geben? Ich habe mich gerade aus dem Rolli gekämpft. Braucht es wirklich noch Zeit und wird es wirklich besser?