Kapselriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Bei einem Kapselriss handelt es sich um einen Riss, welcher oftmals durch Verstauchungen (Distorsionen) oder Verrenkungen (Luxationen) der Gelenkkapsel entsteht und von einer Bänderverletzung begleitet werden. Ein Kapselriss kann ebenso auch an Zehen und Fingern sowie im Knie oder Sprunggelenk auftreten. Wird er nicht umgehend professionell behandelt, können bleibende Schäden des Bewegungsapparates daraus resultieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kapselriss?

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Medikamente gegen: Sportverletzungen

Bei jedem Sport werden außer den Sehnen, Bändern und Muskeln auch die Gelenke des Körpers auf die verschiedensten Arten sowie in sehr unterschiedlicher Intensität beansprucht. Jedes Gelenk des menschlichen Körpers besitzt zu seinem Schutz eine Kapsel, die sie umgibt.

Die Gelenkkapsel stellt eine Hülle aus Bindegewebe dar, welche die Gelenkhöhle umgibt, die die Gelenkflüssigkeit beinhaltet. In Kombination mit den Bändern stabilisiert sie das Gelenk. Somit schützt die äußere Gelenkkapsel die innere Schicht der Kapsel, welche die Gelenkschmiere produziert, damit das Gelenk reibungslos funktioniert.

Mittels extremer Bewegungen in eine falsche Richtung kann sie jedoch immensen Schaden, wobei der sogenannte Kapselriss entsteht. Hierbei handelt es sich um eine äußerst schmerzhafte Verletzung, welche mit Schwellungen sowie enormen Blutergüsse auftritt.

Ursachen

Der Kapselriss wird dadurch hervorgerufen, dass Körperglieder wie beispielsweise Beine oder Finger in eine Richtung ausgelenkt werden, in welche sie unter normalen Umständen keinesfalls beweglich sind. Derartige Auslenkungen können durch einen Sturz oder auch mittels eines schlechten platzierten Balles hervorgerufen werden.

Geschieht die Auslenkung dazu noch ruckartig und mit einer massiven Kraft, reißt die Kapsel des jeweiligen Gelenks. Durch einen Kapselriss werden in den meisten Fällen auch diverse kleinere Blutgefäße verletzt, welche einen Bluterguss entstehen lassen, der wiederum das Gelenk vollkommen blockiert.

Innerhalb des menschlichen Knies kann der Kapselriss jedoch auch ohne eine plötzliche Ausrenkung auftreten. Bei diesem Kapselriss ist der Riss des Innenbandes am Kniegelenk verantwortlich.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen von Kapselriss:

Ein Kapselriss wird häufig durch Gelenkverletzungen (z.B. Verrenkung) hervorgerufen. Hier: ein verdrehtes bzw. verrenktes Kniegelenk.

Als typische Symptome zeigt der Kapselriss in erster Linie äußerst heftige Schmerzen. Dazu kommt normalerweise ein heftiger Bluterguss und die deutlich sichtbare Schwellung des jeweiligen Gelenks.

Besteht der Verdacht auf einen Kapselriss, sollte stets ein kompetenter Arzt konsultiert werden, welcher eine eindeutige Diagnose stellen kann. Damit der Kapselriss schneller abheilt, stellt der Arzt das jeweilige Gelenk normalerweise ruhig. Wird es jedoch zu früh bewegt, kann aus dem Kapselriss eine dauerhafte Einschränkung des Bewegungsapparates resultieren.

Teilweise werden bei einem Kapselriss gezielte Gelenkbewegungen empfohlen, um den vorliegenden Bluterguss (Hämatom) schneller abzubauen. Das Bewegungstraining sollte jedoch stets von einem Physiotherapeuten geleitet werden.

Der Kapselriss bedarf normalerweise sechs Wochen, um komplett abzuheilen. Unmittelbare Kühlung sowie Medikamente können den Heilungsprozess bei einem Kapselriss beschleunigen.

Oftmals folgt dem Kapselriss jedoch eine Einschränkung des Gelenks, was im Besonderen bei Fingern zu beobachten ist. Die Kapsel behält auch weiterhin ihren verdickten Zustand, wobei der Kapselriss langfristig zu einer Gelenkarthrose führen kann.

Diagnose

Der Kapselriss kann oftmals nicht einfach diagnostiziert werden, da durch die Auslenkung beziehungsweise Überdehnung des Gelenks auch andere Verletzungen wie beispielsweise ein Bänderriss oder -dehnung auftreten. Selbst mithilfe einer Röntgenaufnahme kann selten unterschieden werden, ob ein Kapselriss vorliegt oder die Bänder Schaden genommen haben. Durch eine Ultraschalluntersuchung kann eine Verletzung der Bänder jedoch weitestgehend ausgeschlossen werden. Hat der Arzt selbst nach dieser Untersuchung keine klare Diagnose vorliegen, kann mittels einer Magnetresonanztherapie Klarheit über einen Kapselriss geschaffen werden.

Behandlung

Der Kapselriss wird vorerst nach der 'PECH'-Regel behandelt:

Pause - In den nächsten Tagen beziehungsweise Wochen wird das betroffene Gelenk weitestgehend geschont.

Eis - Eine sofortige Kühlung lindert die akuten Schmerzen und unterbindet eine zu starke Schwellung bei einem Kapselriss. Sie sollte unbedingt mindestens über 20 Minuten durchgeführt werden, um eine effektive Wirkung auf das betroffene Gelenk zu zeigen.

Compression (Kompression) - Mittels eines Kompressionsverbandes kann das schadhafte Gelenk ebenso vor einer starken Schwellung bewahrt werden.

Hochlegen - Der betroffene Teil des Körpers sollte möglichst relativ hoch gelagert werden, um die Durchblutung einzuschränken.

Die intensiven Schmerzen bei dem Kapselriss lassen sich mit verschriebenen Schmerzmitteln eindämmen. Es sollten jedoch nie blutverdünnende Substanzen bei der Diagnose Kapselriss eingenommen werden, da dadurch das Gewebe wieder stärker durchblutet wird.



Vorbeugung

Ein Kapselriss kann sehr leicht entstehen, da sich die Elastizität der Kapseln, Sehnen sowie Bänder ungefähr ab dem 30. Lebensjahr verringert, wodurch sie zunehmend für Risse anfällig werden. Um einem Kapselriss vorzubeugen, sollte sich jeder Sportbegeisterte wie auch professionelle Sportler stets sorgfältig und gründlich aufwärmen. Hierbei helfen spezielle Dehnübungen, welche ein erfahrener Trainer exakt und sehr einfach vermitteln kann. Diese lassen sich problemlos in das normale Training einbauen.

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