Kapselfibrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
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Unter dem Begriff Kapselfibrose beschreibt der Mediziner eine Komplikation, die nur im Rahmen nach einer Brustvergrößerung bei einer Frau auftreten kann. Der Körper erzeugt eine gewöhnliche Immunreaktion, die dafür sorgt, dass sich um das Implantat eine Kapsel bildet. Verhärtet sich die gebildete Kapsel, spricht der Mediziner von der Kapselfibrose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kapselfibrose?

Nach der Brustvergrößerung verkapselt sich das Implantat - es bildet sich um den Fremdkörper eine immer härter werdende, schmerzhafte Hülle. Diese Komplikation bezeichnet der Mediziner als Kapselfibrose. Diese tritt nur dann auf, wenn der Körper das Implantat abstößt bzw. die Immunabwehr es als "nicht natürlich" diagnostiziert.

Verhärtet sich die Kapsel, leidet die Frau unter sehr starken Schmerzen. Des Weiteren tritt eine Brustverhärtung auf. Selbst sichtbare Deformationen können mitunter durch die Kapselfibrose auftreten. Ebenfalls besteht die Gefahr, dass das Implantat, durch die Kapselfibrose, reißt. Neue und verbesserte Implantate, sowie auch schonendere Operationstechniken reduzieren jedoch diese Komplikation.

Ursachen

Die Gründe für die Kapselfibrose sind unbekannt. Die umhüllende Schicht aus Bindegewebe, welche das Implantat nach der Operation umgibt, ist eine normale Reaktion des Körpers und stellt im Endeffekt kein Problem dar. Die Schicht bildet sich aus diesem Grund, da der Körper eine Abgrenzung zwischen dem bestehenden gesunden Gewerbe, sowie dem - möglicherweise schädlichen Stoff - erzielen möchte. Weshalb jedoch oftmals die Bindegewebsschicht an Elastizität verliert und dick wird bzw. sich verhärtet, ist noch unklar.

Es gibt jedoch mitunter Faktoren, die eine Kapselfibrose durchaus begünstigen. Vor allem sollten glattwandige Brustimplantate eine Kapselfibrose begünstigen. Rund 30 Prozent aller Frauen, welche ein derartiges Implantat erhalten, erleiden eine Kapselfibrose. Auch die Operationsart kann mitunter eine derartige Komplikation auslösen. Setzt der Mediziner das Implantat oberhalb des Brustmuskels, liegt die Chance höher, dass sich das Implantat verhärtet. Bei einem Einsetzen unter dem Brustmuskel ist die Chance durchaus gering bzw. fast nicht gegeben, dass eine derartige Komplikation auftritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Kapselfibrose:

Klassische Symptome sind in erster Linie starke Brustschmerzen. Des Weiteren klagt die Patientin über ein Spannungsgefühl in der Brust und bemerkt auch ein Verrutschen des Implantats. Ebenfalls spürt die Frau eine "Kapsel" in der Brust; eine Brustasymmetrie sowie Faltenbildung ist ebenfalls möglich. Die Kapselfibrose kann aber auch relativ unbemerkt verlaufen, vor allem dann, wenn sie schmerzfrei ist. Je nach Schwere der Kapselfibrose ist eine medikamentöse Behandlung bzw. ein operativer Eingriff notwendig.

Diagnose

Der Mediziner unterteilt die Kapselfibrose in vier Stufen. Bei der Stufe 1 ist die Brust nur sehr leicht verhärtet. Es gibt keine äußeren Erscheinungsmuster, die auf eine Komplikation hinweisen lassen. Eine Diagnose erfolgt mittels eines Ultraschallgeräts und durch Abtasten der Brust. Auch bei der Stufe 2 wird die Diagnose und Untersuchung mit einem Ultraschallgerät und dem Abtasten gestellt. Bei Stufe 2 der Kapselfibrose kann die Frau bereits über leichte Schmerzen klagen oder ein Spannungsgefühl in der Brust fühlen. Eine äußere Verformung der Brust ist jedoch ab der Stufe 3 erkennbar. Hier klagt die Patientin bereits über relativ starke Schmerzen und auch über ein starkes Spannungsgefühl.

Bei Stufe 4 der Kapselfibrose liegt eine komplette Verhärtung der Brust vor. Die Brust ist des Weiteren berührungsempfindlich, verformt und die Patientin klagt über relativ starke Schmerzen. Ob die sogenannte Kapselfibrose in Verbindung mit einer Silikonkrankheit steht, ist bislang nicht geklärt. Jedoch ist diese Kombination durchaus möglich.

Behandlung und Therapie

Leidet die Patientin unter einer Kapselfibrose der Stufe 1, ist diese im Endeffekt nicht behandlungsbedürftig. Der Mediziner verordnet hier eine medikamentöse Therapie sowie entzündungshemmende Medikamente. Klagt die Frau über sanfte Beschwerden wie leichte Schmerzen oder ein geringes Spannungsgefühl, helfen oftmals Ultraschallbehandlungen sowie Massagen. Auch bei der Stufe 2 ist eine derartige Behandlung möglich. Diagnostiziert der Mediziner jedoch die Stufe 3 der Kapselfibrose, ist ein operativer Eingriff unumgänglich. Der Mediziner muss, je nach Schweregrad der Kapselfibrose, die Kapsel entfernen oder sprengen. Ist die Kapselfibrose stark fortgeschritten, muss der Mediziner oftmals sogar das gesamte Implantat entfernen.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung der Kapselfibrose ist möglich. Jedoch muss man hier unterschiedliche Maßnahmen ergreifen, damit man eine Kapselfibrose verhindert. Vorwiegend ist es von großer Bedeutung, dass bei der Wahl der Implantate auf eine grobe Texturierung geachtet wird. Eine glatte Oberfläche erhöht das Risiko einer Kapselfibrose, eine grobe Oberfläche hingegen senkt das Risiko einer Kapselfibrose auf unter 5 Prozent. Auch die Platzierung ist mitunter ein Grund, weshalb eine Kapselfibrose auftreten kann.

Platziert der Mediziner das Implantat unter dem Muskel, so verringert er gleichzeitig das Risiko, dass die Patientin an einer Kapselfibrose erkrankt. Auch kann eine schonende Operationstechnik einen Teil dazu beitragen, dass die Kapselfibrose verhindert wird. Des Weiteren ist das Tragen von einem Kompressions-BH von Vorteil. Dieser sorgt dafür, dass die Implantate bleiben, wo sie sein sollen und ein Verrutschen verhindert wird. Somit wird ebenfalls eine mögliche Kapselfibrose verhindert.

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