Kaninchenfleisch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Januar 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Kaninchenfleisch

Kaninchenfleisch ist eine äußerst zarte und schmackhafte Fleischsorte. Es enthält nur wenig Fett und Cholesterin und kann auf vielfältige Art und Weise zubereitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Kaninchenfleisch wissen

Kaninchen werden zum Wild gezählt, kommen heute aber nicht nur in freier Natur vor, sondern werden auch gezüchtet. Jäger bezeichnen Kaninchen auch als Ballenwild, da die Tiere auf dem Fußballen laufen. Wird dem Kaninchen das Fell abgezogen, so wird dieser Vorgang als so genanntes "Ausbalgen" bezeichnet.

Wilde Kaninchen stammen ursprünglich von der Iberischen Halbinsel bzw. aus Nordafrika. Durch die Römer gelangten sie dann in den Mittelmeerraum. Im Mittelalter wurden sie in Deutschland, Frankreich bzw. England auch in Gehegen gehalten, aus denen sie aber entkamen und sich schließlich in Europa ausbreiteten. Heute leben Wildkaninchen unter anderem in Italien, Tschechien, Spanien, Frankreich, Portugal, Großbritannien und auch in Teilen Schwedens.

Die Tiere haben ein graubraunes Fell, ziemlich kurze Ohren und kurze Hinterbeine. In freier Wildbahn leben sie in Kolonien in unterirdischen Bauen, deren Gänge oft eine Länge von bis zu 45 Meter erreichen können. Wildkaninchen ernähren sich hauptsächlich von Blättern, Kräutern oder Gräsern.

Kaninchenfleisch ist sehr hell und vom Geschmack her dem Geflügel ziemlich ähnlich. Hauskaninchen wiegen etwa zwei Kilogramm und werden nach ungefähr drei Monaten geschlachtet. Wildkaninchen haben ein dunkleres Fleisch und schmecken aromatischer.

Bedeutung für die Gesundheit

Kaninchenfleisch versorgt den menschlichen Körper mit ungesättigten Fettsäuren. Außerdem ist der Gehalt an Cholesterin sehr gering, sodass sich das Fleisch für die Kranken- bzw. Diätkost bestens eignet.

Kaninchenfleisch ist auch Bestandteil vieler Rezepte für Diabetiker und ist für Menschen, die an der Zuckerkrankheit leiden, eine besonders geeignete Fleischsorte. Außerdem können auch Menschen mit Gewichtsproblemen Kaninchenfleisch ohne schlechtes Gewissen zu sich nehmen.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Kaninchenfleisch ist sehr fettarm und enthält weniger Kalorien als Puten- oder Hähnchenfleisch. 100 Gramm Kaninchenfleisch enthalten nur ungefähr 70 Milligramm Cholesterin, daher ist das Fleisch eine sehr gute Alternative für Menschen mit hohen Blutfettwerten. Im Gegensatz zu anderen Fleischsorten verfügt Kaninchenfleisch über einen hohen Anteil essentieller Fettsäuren, darunter beispielsweise Omega-3-Fettsäuren, Alfa-Linolsäure, Omega-6-Fettsäure und Linolsäure. Im Fleisch sind darüber hinaus viele B-Vitamine, Proteine, Eisen und Magnesium enthalten.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 146 kcal/ 610 kj
Eiweiß 19,30 g
Kohlenhydrate 0 g
Fett 7,62 g
Wasser 71,98 g
Ballaststoffe 0 g
Vitamin B3 7270 µg

Unverträglichkeiten

Kaninchenfleisch ist normalerweise sehr gut verträglich und ruft selten allergische Reaktionen hervor.

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Einkaufs- und Küchentipps

Im Handel können sowohl ganze Kaninchen als auch Teilstücke wie Schenkel, Filet oder Rücken gekauft werden. Allerdings sind Wildkaninchen eher selten erhältlich, meistens werden Zuchtkaninchen angeboten. Das Fleisch sollte dabei eine rosa Färbung und keine trockenen Stellen bzw. dunkle Flecken haben. Darüber hinaus sollte das Fleisch ein saftiges und pralles Aussehen haben.

Beim Einkauf sollte außerdem das Gütesiegel beachtet werden, da Kaninchenfleisch manchmal auch aus nicht tiergerechter Haltung stammen kann. Sehr empfehlenswert ist der Kauf aus Biobetrieben, da sich gute Haltungs- und Ernährungsbedingungen auch auf die Fleischqualität positiv auswirken. Im Kühlschrank hält sich Kaninchenfleisch etwa drei Tage, tiefgekühlt kann es mehrere Monate lang aufbewahrt werden.

Zubereitungstipps

Früher galt Kaninchenfleisch als "Arme-Leute-Essen", heute leistet es aber einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung. Da das Fleisch sehr zart ist und einen äußerst guten Geschmack besitzt, sind auch die Zubereitungsmöglichkeiten sehr vielfältig. Da die einzelnen Teile des Kaninchenfleisches unterschiedliche Garzeiten haben, empfiehlt es sich, diese auch separat zu verarbeiten.

Kaninchenfleisch enthält relativ wenig Fett. Um zu verhindern, dass es beim Garen zu trocken wird, kann es mit Schinken oder Speck umwickelt werden, der dann später wieder entfernt wird. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Kaninchenfleisch mit viel Gemüse zu schmoren, da es dann faserig und zart wird. Durch zu starkes Anbraten wird dem Fleisch ebenfalls viel Flüssigkeit entzogen. Darum ist es besser, das Fleisch nur bei mittlerer Hitze anzubraten und es dann schmoren zu lassen.

Einige Teile des Kaninchenfleisches sind äußerst fleischarm, sie können aber für die Zubereitung einer Sauce verwendet werden. Aus dem Rückenfilet können leckere Spieße mit Rosmarin oder Kürbiskernpesto zubereitet werden, die Vorderläufe und die Schulter werden hauptsächlich für Saucen, Suppen und zur Zubereitung von Farcen für Terrinen und Pasteten verwendet.

Des Weiteren eignet sich Kaninchenfleisch auch zur Zubereitung von Geschnetzeltem oder Gulasch und kann sogar paniert werden. Brust, Hals und Schulter eignen sich für Ragoutgerichte, Keulen und Rücken ergeben auch einen leckeren Braten oder können in Paprikasauce gedünstet werden.

Zum Würzen eignen sich verschiedenste Kräuter und Aromen, wie zum Beispiel Kerbel, Rosmarin, Thymian oder Senf, wobei das Fleisch die beigefügten Aromen vor allem beim Schmoren sehr gut annimmt. Darüber hinaus kann der Geschmack des Fleisches auch mit Beifuß sehr gut verstärkt werden.

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