Kamerad-Schnürschuh-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom bezeichnet in der Medizin ein Druck- oder Engpasssyndrom der peripheren Nerven in den Füßen. Der Titel der Erkrankung kommt von der Bezeichnung Kamerad Schnürschuh, mit denen deutsche Soldaten im Ersten Weltkrieg die österreichischen Soldaten betitelten. Denn diese trugen eng geschnürte Stiefel – die ein Engpasssyndrom hervorrufen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom?

Das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom zählt zu einer Gruppe von Leiden, die dem Krankheitsbegriff Engpasssyndrom angehört. Das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom steht für eine durch Quetschungen verursachte eingeschränkte Funktion oder Beweglichkeit der Füße. Meistens werden diese Einschränkungen durch Schmerzen verursacht.

Ursachen

Besonders häufig sind Körperteile von einem Engpasssyndrom betroffen, in denen Nerven und Sehnen durch recht enge Passagen ziehen müssen. Dies ist eigentlich bei allen Körperteilen der Fall, die stark von Knochen und Bändern geformt werden. Bei einem Kamerad-Schnürschuh-Syndrom treten die Beschwerden am Fuß auf.

Die Ursachen hierfür sind in der Regel Einengungen oder Quetschungen der Nerven oder der Gefäße. Diese können durch einen Unfall oder durch eine Verletzung, aber auch auf langfristige Sicht – etwa durch eine Fehlhaltung - entstehen. Nicht selten wird das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom auch durch das Tragen von zu engen Schuhen begünstigt - worauf der Name hinweist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Kamerad-Schnürschuh-Syndroms:

Für ein Kamerad-Schnürschuh-Syndrom typische Symptome sind Schmerzen in den Füßen und in den Sprunggelenken, die verstärkt bei bestimmten Bewegungen oder in bestimmten Positionen auftreten. Die Beschwerden ähneln sich oft trotz verschiedener Auslöser stark. Zudem befallen die Schmerzen häufig nicht nur die direkt betroffenen Gelenke oder Teile des Fußes, sondern strahlen in den gesamten Fuß und in schweren Fällen sogar in das ganze Bein aus. Außerdem klagen Betroffene oft über das starke Gefühl, sich einen Nerv oder ganze Gewebeteile eingeklemmt zu haben – das Gefühl lässt hierbei aber nicht nach, wie es der Fall ist, wenn man sich zum Beispiel tatsächlich den Fuß eingeklemmt hat.

Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass die Beschwerden sich beim Kamerad-Schnürschuh-Syndrom nicht nur auf das Gelenk beziehen. Auch die Kanten der Fußsohle sowie der vordere oder hintere Fußballen können betroffen sein. Erleichterung verspüren hingegen manche Patienten, wenn sie den Fuß in eine bestimmte Haltung bringen – etwa durch Ausstrecken oder durch Hochlegen des betroffenen Fußes. Das ist aber nicht immer der Fall.

Diagnose

Die Diagnose eines Kamerad-Schnürschuh-Syndrom erfolgt in der Regel bereits anhand der offensichtlichen Beschwerden, die der Patient dem behandelnden Arzt mitteilt. Dieser wird einige körperliche Untersuchungen durchführen, um bestehende Verletzungen am schmerzenden Fuß ausschließen zu können. Dazu können zum Beispiel Röntgenaufnahmen notwendig werden. Darüber hinaus wird der behandelnde Arzt den Beschwerden durch eine Befragung des Patienten genauer auf den Grund gehen – und eingrenzen, wo genau, wie häufig und in welchen Situationen der Schmerz auftritt. Doch auch Fragen nach dem Beruf und nach sportlichen Hobbys des Betroffenen können von Belang sein und sollten demnach ehrlich beantwortet werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung eines Kamerad-Schnürschuh-Syndroms richtet sich stets nach der Art und der Schwere der Verletzung, die dem Syndrom zugrunde liegt. Manche Beschwerden lassen sich beispielsweise durch anderes Schuhwerk und etwas Ruhe in wenigen Tagen bis Wochen behandeln. Andere Arten des Kamerad-Schnürschuh-Syndroms müssen stattdessen durch Bewegungs- und Physiotherapien, Einlegesohlen und andere Hilfsmittel gelindert werden – und wieder andere Arten müssen durch eine medikamentöse Therapie behandelt werden.

In erster Linie unterscheidet man bei der Therapie, ob das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom durch einen Unfall oder durch langfristige Schäden (etwa durch eine falsche Körperhaltung) ausgelöst wurde. Übergreifend zielt die Behandlung aber stets darauf ab, die Schmerzen abklingen zu lassen, die Beweglichkeit des Fußes wieder bestmöglich herzustellen und eventuell geschädigtes Gewebe wiederherzustellen. Wenn das ohne operativen Eingriff nicht möglich ist, wird der behandelnde Arzt auf einen solchen zurückgreifen.

Je nach Schwere und Art der Beschwerden kann die Dauer der Behandlung durchaus mehrere Monate umfassen. Oft ist der Patient in dieser Zeit nicht arbeitsfähig und sollte auch keinen Sport treiben. Ausnahmen können leichtere Sportarten darstellen. In diesem Fall sollte jedoch unbedingt Rat beim behandelnden Arzt eingeholt werden.

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Vorbeugung

Einem Kamerad-Schnürschuh-Syndrom kann man als Betroffener nur recht bedingt vorbeugen. Tritt das Engpasssyndrom an den Füßen beispielsweise aufgrund von äußeren Umständen auf, sollte man versuchen, diese zu vermeiden. Leider ist das nicht immer möglich, da das Kamerad-Schnürschuh-Syndrom nicht selten auch durch eine berufliche Tätigkeit ausgelöst wird. In diesem Fall sollte der Patient den behandelnden Arzt fragen, wie man einem weiteren Syndrom und somit auch weiteren Beschwerden in Zukunft vorbeugen kann. Denn manchmal kann man dies durch Bewegungstherapien oder durch die Wahl eines anderen Schuhwerks tun.

Zudem wird ein gezieltes Training der Muskeln in Füßen und Beinen geraten, da starke Fußmuskeln das Gewebe, die Nerven und die Sehnen schützen können. Sofern möglich sollte man Haltungen und Bewegungen, die das Syndrom fördern, aber bestmöglich unterlassen.

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